Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

chen Beschaffenheit? welches ist sein Wefen, fein Zeug, feine Urfach, Eigenthum ? warum ist es in der Welt? oder wie lange wird es darin bleiben? .

XII, n) So offt du ungerne som Schlaff aufsteheft, fo erinnerídich, daß es berdes, deine Pflicht, und der menscha lichen Natur gemåßfen, etwas zu verrichten, daß der Ges fellschafft zuträglich ist. Das Schlafen aber, hast du mit denen unvernünfftigen Thieren gemein ; was dir aber nach deiner eigenen Natur zukommt, dasselbe ist bir beys des anständiger, und angenehmer.

XIII. Wil dir die Einbildung eine Meinung von Dins gen berbringen, so untersuche sie zuvor o nach der Matur, nach der Sitten-Lehre, und nach der Vernunffts Kunst.

XIV. Mit wem du auch zu schaffen hast, so stelle bey dich selbst die Frage an: Was für eine

Meynung hat diefer Menfch vom Guten, oder vom Bösen? denn dafern er diefe , oder jene Gedancken von der Lust, oder vom Schmerzen, von der Ehre, oder Schande ; von dem Leben oder Tod, beget; befremdet es mich nicht, daß er

[ocr errors]

nj Es ist wahtsdieinlich/ daß die fchwache Natur den Räpser des

Morgens jum Aufstehen tråg gemacht hat; darum wieder. bolet er diese Betrachtung zweimal / die schon im V. Bucero ften Capittel zu lesen; So wuste er seine Neigungen/durd off

tere wiederholte Betrachtungen zu bemeistern. o) Eiach der Tatur. Das ist/was sein Wefen oder Befoaf.

fenheit fey, Hachder Sitten-Lebre. Das ist/ was fein Berck oder Nußen fey ; bach der Vernunfft-Kunft; Das ist / daß mandavon ein unpacihepisches Urtheil fålle.

[ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors]

bis oder das thut; vielmehr will ich gedencken, daß er also
gu handeln p) geztvungen wird.

XV.
So lächerlich es wäre, fidverwundern, Daß der
Feigen-Baum Feigen trågt, eben so thöricht ist es, sich bes
fremden lassen, daß die Welt hervor bringet, was ihre
Weise ist

. Es wäre dem Arkt eine Schande, zu erftaua nen, wenn ein Mensch das Fieber hat; und dem Steuers Mann sich zu verwundern, wenn ein widerwvårtiger Wind wehet.

XVI. Erinnere dich, daß du darum deine Freyheit nicht berlierest, weil du Deine Meynuna verånderst, oder einem andern folgeft, der dich auf bessere Gedancken bringt: Denn, du behieltest nichts destoweniger Deinen Willen, und freyes Urtheil ; und ob du gleich anderer Meynung wirst, so vollbringest du die Sache doch nach deinem Sinn.is ,

XVII. Stehets in Deinem Vermogen, warum thust du es nicht ? ftehets bey einem andern, wen beschuldigeft du? q) Etwa die Ståublein, odeč die Götter? beybes ist albern! demnach beschuldige niemand. Kanst du die Sache vers bessern, thue folches. Wo nicht, was hilfft dir denn das Klagen? Umsonst muß man nichts thun.

XIIX. p) Geswungen wird. Verstehedurch seine Einbildung/

und Meynungen, die ihm seine Begierden abnothigen. 9) Etwa die täublein. Dieses wird droben im IV. Buch/ 3. Capittel/ weitläufstiger erflåret

. Denn er reket beyderley: Entweder ist eine göttliche Bersehung/oder es ist keiner so haft du doch nicht Urfach dich zu bekümmern. Um alleriepige ften aber 7 weil wir gewiß willen/ daß SDites Persebung aus Dinge regiert,

1

SH

XIIX. Was da stirbet, fållt nicht aus der Welt ; Soes aber bleibt, und sich veråndert, wird es in die eigentliche Es lementen der Welt auffgeloft; r) diese werden auch vers wandelt, und sie murren doch nicht.

XIX. Ein jedes Ding ist zu etwas gemacht; bas Pferd; der Weinstock; was wunderst du dich denn die Sons ne wird dir auch sagen: Ich bin geschaffen etwas zu thun. Die übrigen Geschöpffe fprechen desgleichen. Wozu bist aber du gebohren? dich zu erlustigen ? fiehe ob das deine Vernunfft vertragen wird ?

XX. Die Natur beforget alle Dinge, fo wohl was ihr Ende, als was ihren Anfang und Dauerhafftigkeit ber trifft, gleichwie der ; so den Bau fd lågt, auf den Bal Achtung giebt. s) Was gutes aber hat der Ball davon, daß er in die Höhe fahret, oder was bófes, fo er heruné ter fått ? nas schadet es der Wasser-Blase, daß sie stee het, oder was schadet es iht', wenn sie zerplaket ? mas gutes empfindet die Lampe weil sie brennet, oder was bos ses, wenn sie verlischt?

XXI. t) Kehre deinen Leib um, wie ein Kleid, und besies

be,

he c) Derowegen murre du auch nicht / oder verjage/ wenn du sier.

ben must! dahin zielet die Betrachtung. .) Was gutes. Er redet von unsern Leibern/ daß die daburdi

nichts bofes leiden / daß fie sterben müssen ; und indem er al. les der Sorgfalt dessen überlåsset/ der auf den Ballen Achtung giebet/ sehen wir wohl/ daß die Aufferftebung der Leiber/ duch nach dem Licht der Vernunfft/ bey Gott nicht ohnmöglicha erkannt werde. Wer so scharfffichtige Augen håtte / daß er durch die Edrper bin/ in ihr Eingeweide schauen fånte / dem würde der schön, ste Leib als ein Scheusahl vorkommen. So ist es denn die Be.

[ocr errors]

he i mie er inwendig beschaffen sey, wenn er alt worden isti wie er aussiehet, wenn er krance ist? wie, wenn er unzuchs tig ist? und wie, wenn er den Geist auffgegeben hat?

XXII. Beydes , der Lobende, und der Gelobte, beybes, dete Held, und sein Erheber, leben eine kurke Zeit. So ers fchallet auch das Gerücht des Lobes nur in einem Winckel dieser kleinen Gegend, woselbst alle nicht einstimmig, und viele mit sich felbst noch nicht eins worden sind. Endlich, die ganze Erde ist nur ein Punct.

XXIII. Habe auf nichts anders acht, als was du gegenwäre tig thust, denckest, redest, oder vor hast

.

XXIV.
Es geschicht dir recht, daß du dieses leiden muft:
u) Weil du lieber morgen, als heute, fromm werden wilt.

Ххү,
Thue ich etwas, so ziele ich damit auf das Beste Dec
Menschen; wiederfahrer mir etwas, so sehe ich auf die Gdts
ter, als eine allgemeine Quelle, daraus alle Dinge fliessen.

XXVI.
Was důncet dich um das baden? Es ist Dei,
Schweiß, Unflat, Waffer, Abschabicht. Dwie viel

Unsaus Ichaffenheit unserer beträglichen Augenwelcheuns mit einer angenehmen dusserlichen Gestalt fchmeichelt i die inwendig, und aufdem Grund gang anders ausfiebet. Doch dahin drin.

gen alle Augen nicht, sondern nur die Bugen des Verstandes. u) Denn indem einer feine Befferung aufschiebet/ fått er adth.

wendig mit den begangenen Sünden, in die dadurd verdien. 3: te Strálie.

Unsauberkeit! x) Soists mit allen Theilen unsers Lebens, und mit allem, was Darin vorkommt, beschaffen

XXVII. y) Lucilla, hat den Verus, sterben fehen, und sie ist ihm nachgefolget. Secunda, ist nach dem z mias fimus, gestorben. Epitünchanus, hatnicht gar lan. ge nach dem Diotimus, gelebet. Erst Fauftine, heroi nach Antoninus. a) Celec, ift bald zu dem Badrias nus gefahren; So gehts mit allen! wo sind igo die wikia gen Geister? so viel groffe Sternkündiger ? so viel auffgea blaferie Menschen? b) niecar, c) Demetrius, der Pla. tonist, und d) Eudemon? Sie haben einen Tag lang ges lebet, und sind bereits viele Secula toð gewesen. An etlia ther hat man nicht lange nach ihrem Ableben gedacht; Ans derer Nahmen aber find zur Fabel worden. Erinnere dich hieben, daß Dein Leib auch wird zerstreuet werden, und daß Dein Geist entweder e) verloschen, oder anderswo hint wandern muß.

XXIIX. *) So ifts mit. Die Ursach ist, weil alles so in diesem Leben

zu unser Ergdßung vorldmuntah und vor sich aus dergleichen

unflåtigen Dingen bestehet. Y) Lucilla. War die Tochter des Untoninas/ welche er an

einen Mit Regenten/ Verns/ vermåhlete. z) ariinus. War ein guter Belandter / dessen er im erften

Buch gedencket. a) Celer. Ein berühmter Redner / weldsen Fabrianus dem

Butoninus und dem Verps zum Lebrmeister gegeben hatte. b) Bierar. So fod das Griechische Wort vielleicht beifen.

Ober Charar. Bepte waren wirige leute / deren Stobes 5455UB Und Suidas gedencken. le) Demetrius. Vielleicht Demetrius Pbelerets/des the

opbrastus Schüler. Laertius lib. V. Cicero rechnet

ihr unter die scharffsinnigften Leute libro I. Officiorum. d) Audemon. Dessen wird als eines erfahrnen Sternfebers 916: beym Vitruvius gedacht.

c) Perlöschen. Mit solcher Ungewißheit mar die Heydnifde

« ͹˹Թõ
 »