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he i trie er inwendig beschaffen sey, wenn er alt worden ift? wie er aussiehet, wenn er krancist? wie, wenn er unzůchs tig ist? und wie, wenn er den Geist auffgegeben hat?

XXI, Beydes, der Lobende, und der Gelobte, bendes, der Held, und sein Erheber, leben eine kurze Zeit. Só ers fchallet auch das Gerücht des lobes nur in einem Winckel dieser kleinen Gegend woselbst alle nicht einstimmig, und viele mit sich selbst noch nicht eins worden sind. Endlich, dieganke Erde ist nur ein Punct.

26 Habe auf nichts anders acht, als was du gegenwäre tig thust , Denckest, redest, oder vor haft.

XXIV.
Es gefchicht dir recht, daß du dieses leiden must:
u). Weil du lieber morgen, als heute, fromm werden wilt.

XXV.
Thue ich etwas, so ziele ich damit auf das Beste ber
Nenschen; wiederfahret mir

etwas, so sehe ich auf die Gots ter, als eine allgemeine Quelle, daraus alle Dinge flieffen.

XXVI.
Was důncket dich um das baden? Es ist Del,
Schweiß, Unflat, Waffer, Abschabicht. Dwie viel

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Unfaus Ichaffenheit unserer betrüglichen Augen / welcheuns mit einer angenehmen åusserlichen Gestalt schmeichelt, die inwendig, und auf dem Grund gang anders ausfietet. Doch dahin drin.

gen alle Augen nicht sondern nur die Augen des Verstandes. u) Dena vindem einer seine Besserung aufschiebet/ fålt er adth.

wendig mit den begangenen Sünden, in die dadurch verdien. g;.

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te Straffe.

Unsauberkeit! x) Soists mit allen Theilen unsers Lebens, und mit allem, was Darin vorkommt, beschaffen

XXVII. y) Lucilla, hat den Verus, sterben fehen, und sie ist ihm nachgefolget. Secunda , ist nach dem z)ma. fimus, gestorben. Epituinchanus, hatnicht gar lans ge nach dem Diotimus, gelebet. Erst Fauftine, here nach Antoninus. a) Celeç, ist bald zu dem Badrias nus gefahren; So gehts mit allen! wo sind iko die wikia gen

Geister? so viel groffe Sternkündiger ? so viel auffges blasenie Menschen? b) hierar, c) Demetrius, der Pla. tonist, und d) (Eudemon? Siehaben einen Tag lang ges

und the, barmanniche lo biele Secula toð gewesen. An etlia

. derer Nahmen aber find zur Fabel worden. Erinnere dich hieben, daß dein Leib auch wird zerstreuet werden, und daß Dein Geist entweder e) verlöschen, oder anderswo hin wandern muß.

XXIIX. *) Soifts mit. Die Ursach ist / weil alles so in diesem Leben

ju unfer Ergðgung vorkommit/ah und vor fich aus dergleichen

unflåtigen Dingen beftebet. y Lucilla. War die Tochter des Antoninas/ welche er ax

feinem Mit-Regenten/ Vcrus/ vermåblete. 2) Mariinus. War ein guter Bekandter / dessen er im ersten

Such gedencket. a) Celer. Ein berühmter Redner / weldsen aðeianus dem

Antoninus und dem Verus zum Lehrmeister gegeben hatte. b) Bierar. So soll das Griechische Wort vielleicht beifen.

Oder Charar. Bende waren witzige Leute / deren Btobes 5* NB und Suidas gedencken.

) Demetrius. Vielleicht Demetrius Pbelevents/des the ophrastus Schüler. Laertius lib. V. Cicero rechael

ibu unter die scharfsinnigften Leute libro I. Officiorum. atta) laudemon. Dessen wird als eines erfahrnen Sternfebers

6.beom Vitruvius gedacht. e) Perlesihen. Mit solcher Ungewißheit war die Hepdnische

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XXIIX. Die Luft eines Menschen bestehet in der Vollbrins gung des, so eines Menschen Eigenthum ist

. Als da ift: seines Gleichen lieben; die Reißungen der Sinnen betåus ben ; von der Warheit oder Wahrscheinlichkeit derer Meynungen urtheilen , der allgemeinen Natur folgen, und was durch selbe geschicht, betrachten.

XXix. Ein jeglicher hat auf dren Dinge zu sehen. Eins mal, auf

das, fo um ihn ist, das ist , sein Leib. Zwey, tens, auf das, fo über ihn ist, das ift, BDtt; von wels chen alles kommt, so uns begegnet. Drittens, auf das, fó neben ihn ist, oder auf die, mit welchen er lebet.

XXX. Der Schmerk ist entweder ein Uebel für den Leib, oder für die Seele. Ist er für den Leib? folaft Den Leib fich darüber beschweren. Trifft er die Seele? fo ftehet es doch bey ihr, ihre eigenthůmnliche Klarheit und Stille zu behalten, ohne zu wehnen, daß es ein Uebel fers. f) Denn unsre Urtheilungs-Krafft, zusamt einem jeden

Trieb, Weisheit verknüpffet. Woraus denn abermal der Vorzug des Christenthums / über alle Vernunfft erhellet/ weil wiry SDIC Lob!

gewiß sind/daß die Seele nicht kan getödtet werden. Matth. X. Es tan auch feno/ daß Antoninus nur von den Lebens.Geistern rebc/welche allerdingszerftrenet werden / nicht aber die vernünfftige Seele: die/ wie er anber.

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werts sagt / ju SDtt wiederkebret. f) Denn unsre Urtheilungs#Krafftic. Dis ift in gewisser

Absicht mabr. Allein die Sünde hat uns so schwach und un, vermogend gemacht/ daß wir nicht allein groffen Cheils die Herrschaft verlohren haben/überdieDinge so auffer uns finde fondern wirkönnen auch nicht gånglich hindern/daß diese aus.

wärtige Vorwürfe / nicht folten einen Eindruck in unser Ge. si můth machen. Und solches haben die groffen Weltweisen nidit

viligerkant. Boraus abecmal der Vorzug der Christlichen

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Trieb, Begierde und Neigung, stecken fo tieff in uns, daß dahin nichts böses dringen kan.

XXXI. g) Vertilge deine Fantasen, daß du ohn Unterlaß ben die sagest: Nun stehet es in meinem Vermogen, daß in dieser meiner Seele, keine Vosheit, keine Begierde, oder Verwirrung sen. Derohalben will ich alle Dinge anschauen, wie sie sind, und mich ihrer nach ihrem Werth bedienen. Besinne dich, daß dir die Naturdiefe Kräffte gegeben hat.

XXXII. Du must, beydes, in der Raths - Versammlung, wie auch anderwerts, anståndig, und mit Ehrbarkeit res den. Auch keine erborgte Zierlichkeiten suchen, wo Deine Rede månnlich, und gesund fern fol.

XXXIII. Der ganke Hoff Augusti, seine Gemahlin, Tochs ter, Enckel, Stieff. Söhne; Schwester, Ágrippas; feine Verwandten, Bekandten, Freunde, Arius, inós cenas; seine Aerkte, Priester, ja der ganze Hoff Augus sti, ist gestorben.

Gehe Lehre er hellet / welche uns beydes den Verfall / und die Wie deraufrichtung der menschlichen Natur/denilidh jeuget; auch alles unser Vermogen / in wahrer Demuth, der Göttlichen

Gnade / allein zueignet. 8) Hie nennet Antoninus das Mittel/zu der Voltommenheit/

welcher er im vorigen gedachte/ ju gelangen. Es ift wahr/ daß durch die Einrichtung der Einbildung / viel Pdfes verbů. tet wird. Aber wer fan die Einbildung gank vertilgen? Defo fet sie uns doch mit allerley Gedancken/ wider unfern Witten. Wo ist der Mensch, welcher ohne Begierde lebt? Wir können fie gåhmen / aber nicht abschaffen. Und folches abermal/ nicht aus eigner Krafft / fondern durch Berstand der Gnade Dittes / wie das Christenthum vortreflich lebret.

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Gehe von dar zu andern, und erwege nicht etwa den Tod einer einkeln Person, sondern ganger Familien. Zum Erempel, das Aussterben derer Pompejen, auch wie man auf den Gråbern zu fegen pflegt: Der Legte Teines Geschlechts!

Anben erinnere dich, wie viel Mühe dererselben Vorfahren sich gegeben haben, folche Nachkommlinge zu hinterlassen, deren doch endlich einer hat müffen seines Ges schlechts der Lette seyn. Erwege überdem Ben Tod gans ker h) Nationen!

XXXIV. Was du thust, das thue aus allen Kräfften. Wens dest du so viel Vermögen auf dein Thun, als du fanft, fo ists genug. Dis kan dir aber niemand wehren, daß dein Werck vollkommen sey. Gesetzt, es fällt von aussen eine Hinderniß ein ? Wie kan folche dir wehren, gerecht, mäßig, oder bedachtsam zu bleiben?

Aber, eine kräfftige Hindernisstöhret mein

Werck ! :) So du diefe Hindera niß fanfftmüthig empfindest, und dich derselben gedultig bedienest, so wird aus der Hinderniß ein neues Werd entstehen, welches sich mit der Lebens-Art, davon ich rede, sehr wohl reimet.

XXXV. $k) Alles annehmen ohne Hochmuth ; Alles vertas: sen ohne Widerwillen.

S

XXXVI. b) Wo find iko die alten Wenden/ die Sclaven/ die Cims

brer / die Cheruseer / die Obotriten, die Gothen sc. i) Soon diese Kinderniß sanfftmåthig einpfindeft. Wie

vollkommen ist der Mensd / dem die Hindernissen des Guten felbst/jur Beförderung des Gaten dienen musicnt? und der wie Antoninus / aus dem Krieg des rebellischeri Casins / eine Gelegenheit schöpffen kan/ zu zeigen / wie großmüthig er

auch gegen seine Feinde sen ? k) Den Reichen dieser Welt gebeut /daß sie nicht stole

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