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Diotimus , noch über der Leiche des badrianus ? Das wäre lächerlich ! und gefeßt sie befunden fich noch ans felbst, würden die Verstorbene esempfinden? oder so sie es empfinden, würden sie sich dessen freuen ? und fo fie sich darüber freueten, würde solches die lektern unsterb, lich machen? Ists ihnen nicht bestimmt, erst alt zu wers den, und hernach auch zu sterben? p) wie würde es denn jenen endlich ergehen, wenn diese auch dahin wären? Ach es lieget nidys als Gestanck, und Verwesung. 9) im Sack!

XL. Bist du so sehr scharfflichtig? brauche deine Scharffsichtigkeit zur Weisheit.

XLI. r) Ich finde in einer vernünfftigen Creatur nichts das mit der Gerechtigkeit streite ; aber ich finde etwas so der Wollustentgegen stchet, nemlich die Måßigkeit

. XLII, Sanst du deine Meynung, von dem was die vers

drießs darauf was einbilden wolle; fintemahl er nichts davon empfinde 7 wenn er gestorben ist/ und endlich der Ehre doch ent. bebren muß/ fo bald diejenigen aud) fterben/ welche seinen Dód beweineten. Nachdem Bagapates fieben

Jahr lang ben des Darius Grabe gefessen/starb er endlid selber / fagt

pbotias. p) Wie würdexc. Berftehe / im Fall der Verstorbenen Glüd.

Feelig Peit/in folchen beståndigen Beyfißern beftinde. g) Im Back. Er verstehet den ledernen Sad unfer Sauti

barin ein verweßlicher / elender Cdrper fledt. r) Antoninus wil beweisen / daß die Gerechtigkeit eine Eu.

gend und die Wollust ein Lafter ren. Die Gerechtigkeit ist Darum eine Tugend/meil ihr feine Tugend entgegen stebet/dic mit ihr streite ; die Wolluft aber ift ein faster, welches daraus erhellet/ weil die Sugend der Näßigteit und Enthaltung der Wolluft entgegen geseket ist und mit derfetben freitet.

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drießlich scheinet , zurück halten, bist du geborgen. Wer bist du? Eine Vernunfft! Aber ich bin nicht lauter vers nunfft ; ich habe auch einen Leib , laß es fenn! So laß wenigstens deine Vernunfft sich nicht selbft beunruhigen. Befindet sich der Rest übel, so laß ihn selber davon urtheilen.

XLIII. Was die Empfindung und Bewegung hemmet, das ist dem Leben der Creatur hinderlich; Was den Wachs. thum aufhålt , Das ist denen Pflanken fchådlich; was den SMNuth dåmpffet, das ist der Vernunfft zu wieder. Ziehe alle diese Warheit auf dich. Küßelt dich die Lust, peinis get dich der Schmerk? Das gehöret für deine Sinnen! wiederfekt man sich deinen Willen? War dein Vorfaß ohne Beding, s) so war er der vernünfftigen Natur zuiwia der; hast du dir aber alle Zufälle vorgestedt, welche dir kins ten in den Weg kommen, so wird sich abermahl keine Hins derniß ereignen; denn nichts ausser du selbst, kanst die Bes wegungen deines Geiftes hindern oder hemmen. Kein Schwerdt, noch Feuer ; kein Tyrann, oder Verleums Dung; nichts sage ich, kan ihn berühren, dafern er wohl in sich selbst gefasset, gesammlet, und gleichsami so rund als eine Kugel ift.

XLIV. Warum solte ich mich selbst betrůben, da ich nie eis nen andern vorláßlich betrůbet habe?

XLV. Einen ergóket dis, einen andern das; mich aber vor allen, wenn ich ein gesundes Gemüth habe, das wes der die Menschen scheuet, noch etwas so menschlich ist;

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So war er sc. Denn ein Vernünfftiger weiß / daß er un. ter GDSS stebet/ drum will er nichts als was GDII Mik. wore

fondern welches alle Dinge mit freudigen Augen ansies het; alles mit Luft annimmt, und alle Dinge nach ihrem Werth gebrauchet.

XLVI, Siehe zu, daß die gegenwärtige Zeit dir zu ftatten komme; Denn die fid viel darum bekümmern, was man in fünfftigen Zeiten von ihnen sagen werde , bedencken nicht, daß die, so ihnen nachfolgen, denen gleich seyn roers den, welche sie gegenwärtig kaum ertragen können ; ja daß jene so wohl als sie selber sterblich sind. Was liegt denn daran, was sie dir für einen Ruhm berlegen, oder was sie für eine Meynung von dir haben ?

XLVII Hebe mich auf, und wirff mich wohin du wilt! So wird doch mein Gemüth in mir allenthalben gelassen feyn. Ich meyne , es wird zu frieden senn, dafern es Pich seiner eigenen Natur und Pflicht gemäß, betragen Fan.

XLIX. Lieber , ist diese oder jene Sache von folchen Werth, daß meine Seele fich beunruhige, und fich verschlimmes te, indem sie entweder niedergeschlagen wird, oder fich durch brünstige Begierden ausdehnet? indem sie vers worren, oder erschrocken wird ? to findet sich etwas, sas ge ich, daß fo viel werth fey?

XLIX. Es kan keinem Menschen etwas begegnen, ohne was ein menschlicher Zufall ist ; Keinem Ochsen, ohne was einem Dchsen zu kommen kan; Keinem Weinstock

, ohne was einem Weinstock eigen ist; Keinem Steine, ohne was steinicht ist. So demnach einem jeden begegs het, ivgs die Gewohnheit, und seine Natur mit bringet,

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worüber solte man sich entrůsten, wenn die allgemeine Nam tur dir t) nichts unerträgliches wiederfahren låft?

L. So du etwa durch einiges Ding beunruhiget wirst, welches sich ausser dir befindet; Sowisse, daß es nicht das Ding felbft ist, welches dich quálet, sondern die Meynung, fo du dir selbst davon macheft. Es stehet aber ben dir, dich Derseiben zu entschlagen.

So dich demnach etwas bekümmert , welches deiner Macht unterworffen ist, was hindert dich, deinen Wahn Darob zu verbessern ? Desgleichen, wenn du dich darüber ångfteft, daß du nicht gethan hast, was dir düncket recht zu seyn; Warum thust du nicht lieber was recht ist, als daß du dich hernach darüber bekümmerst?

Aber ich werde daran durch eine grössere Macht verhindert! Was quålest du dich denn, To Die Schuld nicht an dir lieget? Aber ich kan nicht leben, wo es nicht geschicht. u) So scheide denn so geruhig aus dem Leben, als wenn du es volbracht hättest, doch so, daß du nicht vergesseft denen zu verzeihen, die dir daran hinderlich ges wefen find.

LI.
Bedende, daß dein Gemüth unüberwindlich sey;
Dafern es in sich selbst gefaffet, mit sich selbst zu frieden,
nichts thut, als was es will; Auch alsdenn, wenn es

unvers 1) Wichts unerträgliches. Alles was uns nicht gar auffrei.

betí ist erträglich. So bat Antoninus schon droben erweh. net/ daß etu Menso sid dámen wird / unertråglich zu den.

nen / was menschlich ist, u) So focide. Wir haben son droben im V. Bud 29. Ca.

pittel gezeiget/wie dieser Irrthum mit der Menschlid; keit/ und mit des Antoninus eigener Erlåntniß streite ; Merdrür. dig aber ist hier / daß der Hence verbietet / in Unversõbnlid: keit mit dem Feinde / ju fterben.

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unvernünfftig eigensinnig handelt: Wieviel mehr denn, wenn es der Vernunfft gemåß, behutsam von einer Sache urtheilet?

x) Danmenhero ist ein von Begierden frenes Ges måth, gleichfam ein festes Schloß ; Únd der Mensch hat keine sichere Zuflucht, die ihn gegen alle Anlauffe beffer schůken fan. Wer diese Vestung nicht kennet, der ist unwissend, und wer dieselbe siehet, ohne sich dahinein zu bes geben, der iftunglückseelig.

LII, Gedencke nicht weiter als die ersten Vorstellungen gehen. Man stellet die vor: Dieser oder jener habe übel von dir geredet ? Dis wird dir allein gesagt ; nicht aber daß du dadurch beleidiget feyst. Ich sehe ein frančkes Kind ? aber das sehe ich nicht, daß es mit ihm Gjes fahr habe. Dergestalt, bleibe bey der ersten Vorstels lung, und feße von dir selbst nichts dazu, so wird dich nichts bewegen. Wilt du aber was dazu thun, fo thue. es als ein Mensch y) der alle Dinge Feninet, die fich in der Welt zutragen können.

LIII. Die Gurcken find bitter ? 95 sie nicht! Es sind Dornen auf dem Wege? Weiche ihnen aus! Das ist genug ! Sage nicht: Warum ist dieses in der Welt? Sonst wirst du von denen Natürkündigern verlachet

wers x) Dannenber. Freylich ist ein wohl eingerichtetes Gemüth/

eine starcke aucr; aber der Beystand SDtte ist noch står. der; Dahin weiset uns alomo: Der Wahme des Herrn ist ein festes Schloß/der Gerechte läufft dahin / und

wird beschirmet. y) Der alle Dinge. Das ift/ der fich solche zukünftige Dinge

vorstellet/ um sich zu bereiten / fie gelaffen zu empfaben, wenn fie fommen.

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