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e) Müslen doch alle, fich nach ihrem Schicksahl richten, und der vernünfftigen Natur, Eigenthum ist, daß fie willig folget.

XXX. Gehe ber einem jeglichen Dinge, so du vor hast, in dich selbst, und frage: f) Ift denn der Tod Darum so ers schrocklich, weil er mich dieses Dinges, berauben wird?

XXXI. Aergerst du dich über jemands Fehler ? gehe in dich felbst, und prüfe dich ; ob du selbstdergleichen nie begans gen habest? Zum Erempel: ob du niemals die Wolluft, den Reichthum, die Ehre, oder dergleichen, für ein waha res Gut angesehen hast ? diese Betrachtung wird deinen Zorn dåmpffen. Absonderlich, so du erwegeft, daß jener Unglückselige, ist gezwungen worden, fo zu thun. Was folte er anfangen? kanst du? fo eriðfé ihn von der Macht, die ihngefangen hålt.

XXXII. Wenn du den Socratischen g) Satytion fico best, so gedende an den Eutyches, und Symenes.

Siehest e) Måssen doch alle. Der Chriftliche Lefer / vertraget gerne

mit sanfftmüthiger Klugheit /was von einem Heyden, in dies

fem Stúde, fan ju bart gemeynet feyn. f) Sit denn der Tod dacum so grausam / weil er macht / daß ich

tein Geld mehr brauche / daß ich die Thorheit der Menschen nicht mehr feben/und ihre Bosheit nicht mehr erfahren darff? darum / daß ich nicht långer darff unvernünftig, vichirr Inechtisch, eitel, sterblich /und.cin Sünder feyn. Mit der Lob darum fo erschredlic/ weiler mich von

aler diefer Herrlicha feit erldret? 8) Batyrion. Scheinet ein/ der Zeit lebender Nachfolger des

Socrates / gewesen zu seyn. Eutyches und Kymenes/ waren damalsverstorben/ aber auch von gleicher Zunft.

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197 Siehest du einen h) Euphrates, so stelle dir den Eus tychion , und den Silvanus, vor. Wirst du den Alciphron gewahr, so gedencke an den Tropeopbos tus ; und wenn dir Xenophon vorkommt, fo erinnere dich des Critons, und Severus. Wirffst du aber die Augen auf dich selbst, so stelle dir einen verstorbenen Kårs fervor. Suche in denen vorigen Zeiten , allezeit einen, Der denen Jekt-lebenden ähnlich ren, und stelle alsdenn, fols gende Betrachtungen an:

Wo sind alle diese Leute? Sie sind nicht mehr vors banden! So wirst du sehen, daß alle menschliche Dinge, ein Rauch find, und ein Nichts. Absonderlich, so du dich erinnerft, daß nichts von alle dem, was gewesen ist, hinkünfftig mehr seyn wird. Wie eine kleine Zeit aber, trifft dich? Laß es genug seyn, diese kucke Zeit, wie fiche gebühret, zuzubringen! Warum versäumest du Zeit und Gelegenheit? Was sind die Begebnisse dieses Lebens ans ders, als eine Uebung, der alles untersuchenden Ver. nunfft? dabey verharre, biß du es gewohnt wirst, gleich wie ein guter Magen sich gewehnet, alles zu verdauen, und i) ein grosses Feuer, alles in Flammen verwandelt, was es ergreifft, und dadurch heller wird.

XXXIII. Laß keinen Menschen , mit Warheit von dir pas gen, daß du kein aufrichtiger , und ein ehrlicher Mann

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Teyft. b) Euphrates. Cin Egyptischer Weise, lebete damahls in

grossem Anfehen. Eurydion aber/ und Bilvanus / ta ren Antoninus febr.Reister gewesen. Des Alciphrons) gedendet Budas. Xenophon/ und Criton/ waren Socrates gute Freunde; wie der Severus / Dieses Kåp.

sers war. i) Skin feber. Dieses Gleichniffes wird droben in ny. Buder

erften Capittel / mit mehrem gedadt.

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feyst. Mache sie alle zu Lügner, die solches von dir gedens cen. Das steher in deinein Vermogen. Was hindert dich, ein aufrichtiger und ehrlicher Mann zu seyn? viels mehr entschlieffe dich, nicht zu leben, ohne es in der That ju seyn: die Vernunfft låstes auch nicht anders zu.

XXXIV. Kan ein Ding besser gethan, oder gesagt werden; k) fo ftehet es bey dir, es zu sagen oder zu shun. Ent: fchuldige dich demnach damit nicht, daß du daran verhins Dert bift. Du wirst nicht ehe auffhören zu feuffzen, und zu klagen, biß du dich in dem Stande geseket, alles, was einem vernünfftigen Menschen anstehet , init grössern Vergnügen, weder ein Wollüstiger , seine Lust, zu volla bringen. Deine gröste Ergókung muß die Ausübung deffen seyn, was Deiner Natur anståndig ist. Solches aber, gehet aller Orten, und zu allen Zeiten an.

Die Walke, das Feuer, das Wasser, und ders Gleichen andere Dinge, welche durch etwas getrieben wera den, so nicht vernünfftig ist, können nicht allezeit in ihs rer eigenthümlichen Bewegung bleiben, weil sie hie und da eine Abhaltung finden. Die vernünfftige Seele aber, kan, vermittelst der Gewohnheit, durch allen Gegenstand bringen, wenn sie selber will

. Dannenher stelle dic offt die Krafft vor Augen, vermittelst welcher die Vernunfft, alles, was ihr in dem Wege lieget, übersteigen, und wie das Feuer in die Höhe, wie der Stein herunter, und wie die Walke abwerts fahren kan. Was wilt du mehr?

Die k) Sostebet es beydir. Weil eines vernünftigen Mensdou

Gemüth/ die Sinctur ift/ so das Eisen selbst zu Gold machet; oder / wie das Fener / welches alles, was hinein geworfen wird / in sich selbst verwandelt/ wie kurk vorher im 31. EA. pittel / ift gefaget ivorden.

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Die übrigen Hinderniffen, entspringen theils aus diefem fterblichen Leibe, welchen bu herum fehleppest, theils können sie dir , ohne Hüiffe Deiner Einbildung oder ohne

Zulassung der Vernunfft, nicht schädlich seyn. 1) Sonst můste, der es teydet , alsobald böse werden.

Die übrigen Wercke,beydes, der Natur und Kunst, werden durch einen zuftoffenden Schaden verdorben: Nur mit dem Menschen verhålt fichs anders : m) weil ex durch den rechten Gebrauch der Widerwärtigkeit, besser wird.

n) Endlich befinne dich, daß dem Bürger nichts schaden kan, was der ganzen Stadt nicht nachtheilig ist. Der Stadt aber schadet nichts, was nicht wider die Ges seke låufft

. Die Unglücks. Fälle beleidigen, die Gefete nicht. Und was die Gesetze nicht beleidiget, kan weder der Stadt, noch dem Bürger schaden.

XXXV. Wer gute Meynungen eingefogen hat, denselben kan offt der geringste Spruch bewegen, feine Traurigkeit fahren zu lassen. Zum Ereinpel, diese Worte des 304 metus ;

Im 1) Sonst måsterc. Keiner wird durch die Reißungen seines

Fleisches / oder durch den Betrug der Einbildung /b8fe / oh, ne der sich ihnen muthwillig, und vorseßlich, unter wirfft.

Siebe lib. IIX. cap. 55. m) Weil er durch den Gebrauch ic. Alle Zádotigung/

wenn sie da ist / dåndet uns feine Freude zu seyn; aber hernach'wird sie geben / cibe friedsame Frucht der Gerechtigkeit/ denen / die dadurch geåbet sind.

Hebr. Xu, .) Ëndlich. Diese Betrachtung ist im V. Bud/22 Capittel

weiter ausgeführet. Die gange Welt, ist eine Stadt; und alle Menschen sind ihre Bürger. Das Gefen der Natur aber, wird nie beleidiget i wenn denen Menschen begegnet / was wenschlich ist

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Im Frühling grån't das Laub; im Serbfigebt

es verlohren; So iftes anch mit uns: der stirbt; der wird ges

bobren! Deine Kinder sind auch solche Blåtter; Blätter sind diese Menschen, die mit so grossem Geråusch, andere preisen, oder tadeln. Blåtter sind auch die , zu welche dein Nahme nach Deinem Tode kommen wird. Kurk, so viel Dinge in der Welt, so viele Blåtter! der Frühling treibet fie hervor. Der Wind schlågt sie ab. Der Wald zeuget andere. Und fie sind hierin alle gleich, daß sie nicht lange dauren. Und du scheuest, oder verlangeft, diese Dinge dergestalt, als ob sie immer währen konten? Ueber ein kleines wirst du die Augen zuthun , und es werden hernach andere auffkoms men, so auch die beweinen werden, welche dich zu Grabe begleitet haben.

XXXVI. Ein gesundes Auge, muß alles sehen können, was yorkommt, und nicht sprechen : gch will nur das Grüne fehen. Dis steher den trieffenden Augen zu. Auch muß ein gesund Gehör, und Gerud), bereit fenn, alles zu ries chen, und zu hören. Ein gesunder Magen muß alle Speis sen verdauen, wie eine Mühle, die gebauet ift, allerhand Kornju mahlen : Gleicher gestalt, muß ein gesundes Ges můth fertig seyn, alle Zufálle zu ertragen. Wünschet es aber : Ach, daß meine Kinder leben! Ach, daß mich alle Leute loben möchten ! fo ist es wie ein Auge, fo nur allein das Grüne sehen will, und wie ein Zahn, der nichts tauen tan, als was můrbe ist.

XXXVII. Niemand, ift in der Welt so glüdlich, um deflent Sciche nicht viele stehen, die sich freuen über dem, was ihm wiederfahren ist. War er ein ehrlicher and fluger

Mann,

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