Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

de es nicht långer, daß sie sich entrůste über dem, fo ihr die Schickung wiederfahren låst ; Oder daß sie sich scheue zu ertragen, was die Versehung ihr noch künfftig zubea reitet.

III e) Alles was von GOTT kommt trågt die Merckmahle feiner Versehung. Ja was man sonst dem blinden Glücke zuschreibet, wird entweder durch die Natur verursachet, oder auch durch die Kette derer Úrsa chen, welche die Providenk durch einander gefchlungen hat, ausgericht. Ale Dinge fliessen aus derfelben. So giebt es auch eine Nothwendigkeit, die zum allges meinen Nußen der Welt abzielet, davon du selbst ein Theil bist. Was Demnach dem Gangen erfprießlich ist, und zu seiner Erhaltung etwas beytråget, ist zugleich eis nem jeden Theil der Welt zutråglich. Denn diese wird nicht weniger durch die verånderlichen Zufälle, als durch die Verwandelung der Elementen erhalten. Laß dir Demnach solches genung seyn, und halte dich an diese allo

gemeis nienser spricht: daß die Paßionen eben dieselbe Wirdung in unsern Leibern thun/wie die Fäden an den Marionetten/wo:

durch diese unterschiedlich gezogen/ und beweget werden. c) Der Fluge Stanser führet allhie drey Uhrfachen an/ welche ele

nen Menschen vermogen sollen, alles was ihm wiederfahret/ gedultig zu ertragen. 1. Daß eine göttliche Versehung ist? durd, welcher alle Dinge regieret werden. 2. Daß man die Schickungen und Verordnungen dieser gåttlichen Providenk mit gedultigem Gemüth ertragen müsse. 3. Das alles was uns begegnet zum allgemeinen Nußen der ganßen Welt abzie. let/ deifen ein jeglicher ein Theil ist. Alle diese Trost-Grin. de find gut vor einen Senden/ aber GOtt Lob! Wir Christen haben in allem unszustossendem Ereuß einen weit kräfftigern Croft : Daß dieser Zeit Leiden der Berrlichkeit nicht werth ift/ die an uns soll offenbaret werden. Roin. IIX, 18.

1.

gemeine Regel. Aber entschlage dich der f) unersättlis chen Bücher-Liebe, damit du nicht murrend aus diesem Leben scheideft, fondern mit einer wahren Gelassenheit, und mit einer vergnügten Danckfagung gegen die Götter.

IV.

g) Erinnere dich, wie lange du diese Betrachtun, gen anzustellen deriveilet, und wie oft du versäumet hast, diejenige Gelegenheit nůßlich anzuwenden, welche dir die Götter an die Hand gegeben. Nunmehro ist es Zeit, daß du erkennest, zu welcher Welt du gehöreft, und daß ou bedenckest, wie du von einem Geist deinen Ursprung habeft, der die ganze Welt regieret. Erwege anben), daß dein Leben ein Ziel hat, und so du dich dessen nicht bes dienest, dich selbft ruhig zu machen, so wisse, daß es davon fliegen, dich mit sich hinweg reissen, und nimmermehr wiederkehren wird.

V. Befleißige dich, was du thust, wacker als ein Römer zu verrichten. Månnlich und ernsthafft, fleißig ohne Zwang, liebreich fréy und rechtfertig. Entschlage

, dich daber aller Gedancken, welche dir hieran fönnen hinderlich seyn's Das beste Mittel aber dieselben abzus

2

wehren, f) Unerfattlichen Bücher-Liebe. Diejenigen/ welche mit

unersåttlicher Begierdé denen Wissenschafften nadihangeni sagen niemal : Es ift genug ! Daher können fie nicht ohne Murren aus diesem Leben scheiden / weil der Sod sie gemei. niglich benzinem Werck &berrascht / welches fie fidvorgea

reget hatten hinaus zu führen. g) Diese Betradytung des Antoninus ist der Vermahnung

Syrachs nicht ungleich; Spare deine Buste nicht bis on
Eranck wirst. lind mir Chriften finden bie Gelegenheit an
Die Erinnerung des Apostels zu gedencken: Weist du nicht!
daß did GOttes Gøtezur Buffeleitet

. Nim. 11. 4.

, .

[ocr errors]

wehen, ist: Daß du jedes Ding verrichtest, als solte es das lekte Geschäffte deines Lebens seyn; Doch ohrie Vers wegenheit, oder Unvernunfft, ohne Verstellung, oder Eigen Liebe ; Mit einer völligen Gelaffenheit gegen die Verordnung der Götter. Da siehest du, wie wenig derjenige zu beobachten hat, welcher ein geruhiges , bes glücktes und göttliches Leben führen will, ja die Götter selbst werden nichts weiter von dir fordern, als die Bes obachtung dieser Lehren.

VI. h) Du beschimpfeft dich meine Seele, du befchims pfest dich,

und du wirst nicht allewege Zeit haben dich zu ehren. Denn unser Leben fleugt davon, und das Deis ne ist schier verstrichen, indem du verfairnet haft Ehrers bietung für dich selbst zu haben, unb indem du deine Glücts feligkeit auf das Urtheil anderer Leute gegründet hast.

VII. Warum laffest du die Dinge, so ausser dir sind, dich fo zerrůtten? Nimm dir Zeit was gutes zu lernen, und hore auf mit deinen Gedancken umher zu schweiffen, als wenn dich ein Wirbel-Wind umtriebe. Doch es ist noch ein Mistritt zu vermeiden. Die ineisten Verrichtungen derer , die sich viel zu thun machen, sind ein arbeite famer Müßiggang , oder auch ernsthaffte Kindereyen; benn die Wenigsten haben einen i) Zweck, bahin sie alle ihr Thun und Gedancken richten.

IIX

h) Die Seele beschimpfet fich, wenn sie dasjenige so unedler is

als sic / mehr lieber als fich selbst. Er redet hiepon weitläufe tiger drunten im XVI. Capittel. seinen Zweck. Der Zweck dieses grossen Kaysers/war alle. zeit das gemeine Befte. Wer aber nichts als sich selbst zum Zweck seiner Werce hat / dessen Thaten gehören unter die cie gensinnigen Kindereyen.

det

IIX. T" k) man kan wohl glücklich reynt, ohn zu wissen, was andere Leute im Herßen haben; Aber der ist höchft unglüctlich, welcher nicht weiß, was in seinem eigenen Hecken vorgeher.

IX. 1) Habe allezeit für Augen, wie die Natur der gans Ken Welt, auch deine eigene beschaffen sey. Was vor Übereinstimmung diese mit jener habe ; Von was für eis nen Ganßen du ein Stück fenft, und bedencke, daß keiner dir wehren könne, dasjenige zu sagen oder zu thun , wels ches mit der Natur übereinstimmiet, davon du selbst ein Theil bift.

X. Wenn Theophraft eine Vergleichung zwischen Denen Sünden anstellet, giebt er den Ausschlag als ein weifer aus der Luft entstehen, grosser sind, als die, so aus dem Zorn herkommen. Denn der Zornige scheinet feiner Vernunfft wider Willen, und mit einem heimlichen Vers druß entgegen zu handeln, dahingegen der , so denen Lů sten nachhänget, und von der Wolluft sich überwinden läft, weit unmåßiger und weibischer in seinen Fehlern wird : Dannenher gestehet

er mit Recht,

und der Weißheit zu Ehren, daß eine Sünde mit Lust begangen; grófer und-straffbahrer sen, als die ; so mit Schmerßen B 3

oder k) Der Vorwik sieht den armen Menschen gulier fich; lind wer

gerne unter Freunden herum gaffet, verlieret Zeit/ Eust und

Selegenbeit 7 fich felbft zu erkennen. 1) Er redet hier abermal als ein Stoider. Der vernünfftige

Christ aber / erinnert sich hierbey seiner edeln und göttlichen Berwandfchafft / beydes durch die Schöpffung, Erldsung und Helligung SDttes.

pindein er sagt: Daß die Sünden die

oder Traurigkeit vergesellschafftet ist. Gewiß, ein Zors niger giebt zu verstehen, daß er beleidiget worden, und daß der erlittene Schmerk ihm die Gemüths-Bewer gung abzwinge : Hingegen neiget fich der Bolústige von freren Stücken zur Ungerechtigkeit, um seine Bee gierden zu vergnügen.

XI.

Thue und bedencke ein jedes Ding also:, daß du alle Augenblick geschickt feyft aus diefem Leben zu schets den. ist ein GOtt, fo ist es nichts bofes dieses Leben zu verlassen, denn er wird dir nichts bofes thun'; ist kein ner, oder bekümmerter sich nicht um die Menschen, was foll id) denn långer in einer Welt machen, darinn weder ein GOTT noch eine Verfehung ist? Aber es ist wahrs hafftig ein GOtt, und er trågt Sorge für die Menschen: m) audy hat er einem-jeden das Vermogen und die Frens heit gegeben, zu verhindern, daß er nicht in ein wahres Übel falle. Und daferne in denen übrigen Begebnissen unseres Lebens, dergleichen würckliches Ubel anzutreffen wäre, würden die Götter nicht weniger dagegen sorgfältig gewesen seyn, und uns die Mittel an Hand gegeben has ben , folches zu vermeiden. Aber wie kan ein Ding des Menschen Leben unglücklich machen, welches den Menschen an und vor fich nicht irger machet? Håtte die Natur diese Unordnung verstattet, so můste es gea schehen seyn, entweder weil sie folches nicht erkannt, oder nicht ändern können. Nun aber ist es abgeschmackt zu

[ocr errors]

gedens

m) Kuch hat er einem jeden das Vermogen gegeben. 2.

Dieses Vermogen schreiber Antoninus anderwerts der be. fondern Gnade GDttes ju. Auch hålt er nichts vor ein wah. res ubel / als was die Seele des enfden durch lafterhaffte Meigungen verschlimmertt wie folches aus dem folgenden ju errebcu.

« ͹˹Թõ
 »