Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub
[ocr errors]

Und :

Das Leben wird gleich wie das Körn gerået;
Und durch den Kalten Tod im Sterben aby

gemået. Und dergleichen mehr.

Auf die Tragddien ist die alte 1) Comodie gefola get, welche den unbåndigen Stolk der Bürger, nicht uns geschickt, durch ihre unterrichtende, und straffende Freya heit, zu brechen pflegre : Daher Diogenes viele Sprůs che aus denen alten Comédien anzuführen gervohnet war.

Nach der Zeit kam die fo genannte mittlere Comde die

, biß man endlich die Neue eingeführet hat, die gegen jes ne nur als ein Possen-Spiel anzusehen ist. Zwar wird darin, zuweilen etwas gutes gesaget, m)aber man bes trachte nur den Einhalt und die Absicht aller diefer Schau Spiele.

VII. n) Wie deutlich bist du überzeuget, daß keine bed quemere Zeit deines ganzen Lebens seny, dich der Weiss heit zu befleißigen, als die, darin du dich gegenwärtig bes findeft ?

VII. 1) Comddie. Die Fragddien oder Trauer.Splele / fielleten

Die Thaten der gelden vor; die Comodien aber / ødet luftige Spiele / die Gefchichte des Bürgerlichen Lebens. Sener ub. ficht war die Besserung der Grossen ; und diefer 7 die beim.

liche Bestraffung der Bürger. m) Der Einhalt der meisten teutschen Schau.@piele ist läppisch

und die Absicht landstreicherische Betteley: a) Der Käyser wid sagen: Wir haben gegenwärtig die beste Zeitt

Betrachtungen zu dieser Besserung anzustellen: Weil wir von der zukünfftigen Zeit nicht können versichert sepna

5

[ocr errors]

IIX. Ein Zweig, welcher von dem Aft gerissen wird, das raner hing, wird zugleich von dem gangen Baum getrens ner. Und ein Mensch, der sich von andern Menschen abs fondert, wird gånklich von der menschlichen Gesellschafft geschieden. Den Zweig zwar, reisfet eine fremde Hand ab, der Mensch aber entziehet sich selbst denen Menschen, indem er seinen Nächsten hasset. Besinnet er sich nicht,

daß er sich auf folche Art von der Bürgerlichen Geselle poi fchafft abschneidet ?

Doch ist diese Gesellschafft der Menschen durch die Gnade GOttes, also eingerichtet, daß wir derselben abere mi

mahl können einverleibet werden, ob wir uns gleich eine my mahl davon gerissen haben. Wiewohl dieses daber zu mit beobachten ist, daß ein offt abgefallenes Glied, zuleßt nicht a ohne grosse Mühe wieder mit diesem Leibe kan vereiniget lang werden, und daß ein grosser Unterscheid sen, wie die Gärts

ner sagen, zwischen einen Ast der unverrückt mit seinem Stamm auffgeschossen, und einem solchen Zweig,der dema felben von neuen ist eingepfropffet worden. Weil dieser zwar gleiche Frucht tragen, aber doch nicht gleicher Art mit jenem werden kan.

IX. Man kan ein Glied von einem Bürgerlichen Leibe fern, ohne mit denen meisten einerley Meynung zu haben.

X. Diejenigen, welche sich dir widerregen, indem du ben Regeln der gefunden Vernunfft folgest, können dich weder hindern gutes zu thun, noch verwehren, daß du

Liebe und Gunst für sie hegest. Verharre deninach in o folcher Neigung, verfolge dein Geschäfft , und höreniche in auf fanfftmüthig gegen alle zu seyn, so dir Daran hinders

lich

[ocr errors]

,

lich find. Denn es ist eine nicht geringere Schwachheit, auf solche Leute ungehalten werden, als in einein guten Vors fan Hände und Muth sincken lassen. Bende verfehlen iho rer Pflicht; so wohl der, welcher sich vom Guten abschrés den låst, als der, welcher seinen Nachften hasset.

XI. 0) Die Natur ist nie geringer als die Kunst. Denn die Künste sind Nachahmungen der Natur. Stehet dieses feft, fo folget, daß die aller vollkommenste Natur, welche die übrigen alle in sich fasset, noch vielmeniger dem Fleiß der Künste etwas nachgeben wird. Alle Künste aber verfertigen das Unvollkommene zum Dienst des Vollkommenen. Warum folte die allgemeine Natur auch nicht so verfahren? Denn daher entstehet die Gea rechtigkeit : und aus dieser die übrigen Tugenden alle. Die Gerechtigkeit aber würde nicht beobachtet, wenn wir p) den Mittel s Dingen mit Bekümmerniß nache hingen, und wenn wir dadurch irrig, frech, oder unbes ståndig würden.

XII. 9) So die Dinge, deren Abwesenheit oder Ger

gens Pie Chatur ift nie geringer als die Zunft. Weil alle Rünfte dasjenige founpoatommen ist/gum Nugen deffen aus arbeiten / das vollkommener ift ; fo bandelt die allgemeine Natur / das ist Gott/ gleicher gestalt. Daher entspringet alle Gerechtigteit. Was chut aber dieselbe Gerechtigkeit? Sie bringet das Unboltommene unter dem Geborfam des Boltommenen. Und daher erhetsdet fic / daß alle Welt fich mdge GDIS unterwerfien/ als dem aller vollkommenfter Wesen. Dis ist die Abficht dieser zwar etwas dundeln, aber febr scharffsinnigen Schlüsse. Den inittel-Dingen." Hievon redet er drunteu im 17.

Capittel deutlicher. 9) Diese Betrachtung/ wird erläutert im IV, Bud 3. und 39.

wie auch im ix Buy/15. Capitteh

[ocr errors][merged small][ocr errors]
[ocr errors]

genwart , dich mit Furcht oder Hoffnung beunruhiget nicht von selbsten zu dit kommen, sondern du selbst, ihnen entgegen gehest, sie zu holen, so darffit du nur deine Eins bildung beschwichtigen , und deine Meynung, welche von ihnen ein Urtheil fållen will, zurück halten , alsdenn wirst du sie weder fürchten, noch verlangen.

XIII. Die Seele, ist wie eine runde und glatte Kugel; fo lange sie sich, weder nach dem was ausser ihr ist, strecket noch mit dem, so ihr vorkommt, sich vermischet, und in einander ziehet , wird sie r) wie ein Licht leuchten, und Dadurch alle Wahrheiten, so wohl in, als ausser ihr felbft, entdecken.

XIV. Verachtet mich jemand ? er mag wiffen warum; ich aber will mich hůten, etwas zu reden, ober zu thun, dás Verachtungs-würdig ist. Sasset er mich ; Da sehe er zu ; ich werde nichts Destoweniger sanfftmüthig, und freundlich gegen alle Menschen, und insonderheit gegen ihn seyn. Ich werde willig fenn, ihm sein Vera sehen vorzuhalten,

oder ohne feine Beschimpffung, und ohne, mit meiner Gedult, groß zu thun; sondern auf eie ne redliche, und hebreiche Weise ; gleich wie s) phos

D 2

cion, 1) Wie ein Licht. Gatader erflåret dis mit den Worter

Johannis/1.9.Er war das wahrhafftige Licht/web des alle Menschen erleuchtet/fo in diese Welt foms men : und der Propbet fagt : Indeinem Lidt, sehen

wir das Licht. s) Gleich wie phocion. Phocion / war nebli vier feiner gus

ten Freunde / zum Tode verdammet. Sndem man ihnen aber den Gifft zubereitet/weldhen fie trinden folten/ fragt ihn

ger/was er mode / daß man seinem Sohne zu guter lebte fa. gen folte ? daß ich ihm befehlerantwortete Phocion; nies mal auf eine Rade / gegen die Athenienser / wegen oferes wohlgemeinteo Trands/bedadt zu reyon

. Die ohne Galle/ und Bitterfeit geredet worden. t) Diejenigen. Dieses Poflen-Spiel/ menfchlicher Schmach.

[ocr errors][merged small]
[ocr errors]

cion, im Fall er sich nicht verstellet hat. Denn es muß von Herken gehen ; also, daß GDtt, der die Nieren prüfet, dich als einen Menschen ansiehet , der sich über nichts beklaget , und dem kein Ding zuwider ift. Was schadet es dir, wenn du hierin thuft was deiner Natur gemäß ist? Woltest du dich weigern etwas zu verrichten, welches der allgemeinen Natur zuträglich ist ? Du bist ja ein Mensch; und zum Behuff der menschlichen Gesells fchafft, in die Welt gesandt, wie solte dir denn das nicht angenehm seyn, was andern nůklich ist ?

XV. c) Diejenigen, welche sich unter einander verachs ten, schmeicheln einander ; die, welche sich bestreben einander zu beherrschen, unterwerffen sich einer dem aubern.

XVI. u) Wieschandbarund tůckisch ists, sagen : 57un

babe vier übrigen/ batten indeffen allen zubereiteten Gifft / ausges truncken. Da nun vor Pbocion/nichts übrig war/und der Hålder fich weigerte dessen mehreinzubrocken/ es fey denn/ daßer zuvor bezahlet würde; rieff Pbocion einem seiner da. ben stehenden Bekannten zu: Ich bitte euch / sahiet doo dem Menschen /das wenige Geld / fo er von uns vers langet/weil man zu Atben auch nicht einmal sterben kan/ohnedavor ctwas zu bezahlen. Waren diefes tei ne Stachel Worte/ fondern eines fillen / und gelassenen Ge inåths/so stellet Antoninus den sterbenden Pbocion allen füm Erempelvor. Wiewohl er selber daran zweiffelt/ ob fic

beit/wird tåglid, an grosser Herren Höfen gespielet. Der die

tennet / dem ist die Meynung unverholen. ) Wierchandbar. Denn das würde eben so viel beissen/all/

sorber habich mit euch gehandelt/wie ein Betrüger! Antos ninus will eine beståndige Redlichkeit haben. Weg demnach wit den fremden Lücken / aus einem teutschen Serkea !

[ocr errors]
[ocr errors]
« ͹˹Թõ
 »