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genwart , dich mit Furcht oder Hoffnung beunruhiget

, nicht von selbsten zu dic kommen, sondern du felbst, ihnert entgegen gehest, sie zu holen, so darffit du nur deine Eins bildung beschwichtigen, und Deine Meynung, welche von ihnen ein Urtheil fållen will, zurück halten, alsdenn wirst Du sie weder fürchten, noch verlangen.

XIII. Die Seele, ist wie eine runde und glatte Kugel; fo lange sie sich, weder nach dem was ausser ihr ist, strecket, noch mit dem, so ihr vorkommt, sich vermischet, und in einander ziehet , wird fie r) wie ein Licht leuchten, und Dadurch alle Wahrheiten, so wohl in, als auffer ihr felbft, entdecken.

XIV. Verachtet mich jemand ? er mag wiffen warum; ich aber will mich hüten, etwas zu reden, oder zu thun, Dás Verachtungs-würdig ist. Haffet er mich ; Da fehe er zu ; ich werde nichts Destoweniger sanffemüthig, und freundlich gegen alle Menschen, und infonderheit gegen ihn seyn. Ich werde willig fenn, ihm sein Vera sehen vorzuhalten, oder ohne seine Beschimpffung, und ohne, mit meiner Gedult, groß zu thun; sondern auf eie ne redliche, und hebreiche Weise ; gleich wie s) Phos

Gion, r) Wie ein Licht. Gatader erfidret dit mit

den Wortex Johannis/1.9.Er war das wahrhafftige Licht/web dhes alle Menschen erleuchtet/fo in diese Welt koms men : und der Prophet fagt : Indeinem Licht, sehen

wir das Licht. 6) Gleich wie phocion. Phocion / war nebst vier feiner gus

ten Freunde / zum Tode verdammet. Indem man ihnen aber den Gifft zubereitet/welchen sie trincen folten/fragt ihn

er/was er wolle/ daß man seinem Sohne ju guter leste fa. gen folte? daß ich ihm befeble/antwortete Phocion, nies mal auf eine Rachel gegen die Athenienser / wegen Dieses wohlgemginteo Trands/bedacht zu feyn. Die

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cion, im Fall er sich nicht verstellet hat. Denn es muß von Herßen gehen ; also, daß GOtt , der die Nieren prüfet, dich als einen Menschen ansiehet, der sich über nichts beklaget , und dem kein Ding zuwider ist. Was schadet es dir, wenn du hierin thust was deiner Natur gemåß ist? Woltest du dich weigern etwas zu verrichten, welches der allgemeinen Natur zuträglich ist? Du bift ja ein Mensch; und zum Behuff der menschlichen Gesells schafft, in die Welt gesandt, wie solte dir denn das nicht angenehm seyn, was andern nůßlich ist?

XV. c) Diejenigen, welche sich unter einander verachs ten, schmeicheln einander ; die, welche fich bestreben einander zu beherrschen, unterwerffen sich einer dem modern.

XVI. u) Wie schandbar und tůckisch ists, sagen : 57un

babe vier übrigen, hatten indessen allen zubereiteten Gifft / ausges truncken. Da nun vor Pbocion/nichts übrig war/und der Hålder sich weigerte dessen mehreinzubrocken/ es fey denni daßer zuvor bezahlet würde ; rieff Phocion einem feiner da. bep ftehenden Bekannten zu: Ich bitte euch / zahlet dode dem Menschen /das wenige Geld/roer von uns vers langet/weil man zu Atben auch nicht einmal sterben fan/ohnedavor etwas zu bezahlen. Waren diefes teie ne Stachel-Worte, sondern eines ftillen / und gelassenen Geo inåths so stellet Antoninus den sterbenden Pbocion allen zum Erempel vor. Wiewohl er felberdaran zweiffelt/ gb fic

ohne Galle/ und Bitterfeit geredet worden. t) Diejenigen. Dieses Poflen-Spiel/ menschlicher Schmach.

beit/wird tåglid) an grosser Herren Adfen gespielet. Berdic tennet / dem ift die Meynung unverholen. Wierchandbar. Denn das würde eben so viel heissen/als/ Þorber habich mit euch gehandelt/wie ein Betrüger! Antos ninus will eine bestandige Redlichkeit haben. Weg demnadi wit den fremden Lücken/aus einem teutschen Serten!

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babe ich mir vorgefest, frey mit euch umzugeben! was sagest du, mein Freund ? diese Vorrede war unnds thig ! die Sache wirð felbft reben. Es muß an deiner Stirn geschrieben stehen, und in deinen Augen können ges lesen werden, wie in den Blicken derer Liebenden, was du im Schilde führeft. Ein redlicher und freyer Mensch, muß sein wie die, so einen starcken Geruch von sich geben; woraus die , fo fich ihnen nähern, so fort vernehmen mo, gen, wer sie sind. : Die gezwungene Freyheit, ist ein verborgener Dolch. Nichts ist gefährlicher, als diefe wolfische Freundschafft. Hüte Dich davor! die Redliche

keit, die Freyheit, und die Gütigkeit, leuchten denen aus Ich den Augen hervor, die solche besiken; man kan sie nicht be verbergen.

XVII. Wilt du glücklich leben? Es stehet bey dir. Laß nur alle Mittel-Dinge deiner Seelen, gleichgültig feyn. Du wirst aber gegen sie kaltsinnig, werden, so bald du alle Dinge genau betrachtest, was sie sind ; und dich erine merst, daß kein Ding uns zwingen kan, so oder sonst, das von zu urtheilen , daß es auch nicht zu uns komme, sono dern vor sich, ausser uns bleibe; daß wir es felbeč sind, die sich davon diese oder jene Einbildung machen ; da wir solches doch konten unterlassen, oder , da es ja geschehen, Diese Versiellung bald vermochten wieder zu vertilgen: Weiter, daß diese Vorsichtigkeit x) nicht gar lange nird von nöthen fenn; sintemal unser Leben bald ein Ende has ben, und der Tod diefe Sorgfalt auffheben wird.

So ist auch hieber keine Schwierigkeit. Denn, geschicht etwas der Natur gemäß, so kanst du dich daran

belustis 3) Widt gar lange. Auch darum wird fie nicht lange beo schwerlich seyn/

weil die Gewohnheit/ diefelbe mad further Prijt erleichtera/ und angenehm machen wird.

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belustigen ; geschicht etwas wider die Natur, so must du erforschen, was deiner eigenen Natur am anståndigsten fen. Jage demselben nach, mit allem Fleiß, wenn auch gleich keine Ehre dabey ein zu legen ist. Denn man tvirb cinem jeden leicht zu gute halten, daß er sein Bestes fuchet,

XIIX Betrachte, y) woher ein jedes Ding entspringet; 2) tvoraus es zusammen geseket ift ; a) worin es wird auffgeldset werden ; b) und was es nach seiner Vers wandelung seyn wird? so wirst du finden, daß ihm , vers mittelst sothaner seiner Veränderung, nichts Böses wies Derfahre.

ХІХ. Siehe, hie hast du neun Articlel, baran du stets gebenden folt : Einmal, daß du von Natur mit allen Menschen verknüpffet bist, und daß wir einer für den ans dern, gebohren sind. Weiter, daß du auf eine befons dere Masse ihnen vorgestellet bist, sie zu führen, wie der Widder und das Stier die Heerden. Ferner , entroes der sinds die Stäublein oder Atomen, welche alles vers ursachen, oder es ist die Natur ; Jsts das Lekte, To weiß man, c) daß die geringern Dinge, denen bessern ju Nuk gemacht sind, und die Vortreflichsten, eins für das andere.

Zweys y) Woher es entstebe. Davon fiehe des III. Bucs, 11. Cap. 2) Woraus. Davon wird im IX. Bud 1 36. Cap. gehandelt. a) Woorin es auffgeldset wird. Solches ist im iix. Buch/

18. und XII. 24. Cap. fu sehen b) Und was es nach der Verwandlung. Davon ließ des

IIX. Buch8/21. und X. 19. Capittel/wie auch das IV. Budil

42. Capittel. c) Daß die geringern. Erwid sagen/ daß inter den Meno

sdhen müffecine Drdnung/Belohnungen / und Straffen seyn.

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Zweytens, d) wie führen sich diese oder jene auf, an der Tafel; in ihren Zimmern ; oder anderwerts ? absonderlich aber , was für eine Nothwendigkeit dringet ihnen ihre Meynung auf? ja wie klug lassen sie sich , bey ihrem verkehrten Verfahren, dúncken?

Drittens. Haben sie Recht zu thun, was sie thun, fo inuß man sich solches nicht befremden lassen ; haben sie Unrecht, fo fündigen sie wider ihren Willen, und aus Unwissenheit. Denn; wie die Seele dec Wahrheit nie, ohne, wider ihren Willen beraubet wird, also geschichts auch immer wider Willen, wenn sie sich nicht verhält, wie sie soll. Daher kommts, daß solche Leute es e) nicht vertragen können, wenn man sie uns gerechte, Geißige, oder Unbillige gegen ihren Nächsten, heisset.

Viertens. Du fündigeft auch vielfältig, und bist denen andern darin sehr gleich. So du dich aber dieser oder jener Sünde enthaltest, so bleibst du doch dazu ges neigt, wiewohl du dich hůtest, dieselbe, entweder aus Furcht, oder aus Ehr-Begierde , oder aus dergleichen andern f) bösen Triebe , zu begehen. Fünfftens. g) Du kanft es auch nicht einmaht

recht Wie fähren. Sind so viel Beweguiffen / zum Mittleiden,

mit des Nådften Irrthum und Shorbeit. 6) tricht vertragen. Daher bemerdet Paulus diesen Zwang

und Gewaltthätigkeit an fich felbft/wenn er sagt: Daffiedie

Wahrheit in Ungerechtigkeit auffhalten. Rom. 1. 18. f) Bören Triebe. Merckwürdige Erfåntniß eines Seyden.

Antoninus erfennet alle beimlidye Ubsichten vor Seudeley und Bosheit/und dringet auf eben die Reinigkeit der Thateni welche der Apostel/ Rom. XII, 21. bemerdet: Laft euch nicht das Böse åberwinden/ sondern/åberwindet ihr

das Bofel durch das Gute. g) Du kanft. Mercket dis/ihr Splitter-Richter / die ihr von

curem Nådden lieber nach eurem boshafstigen Bunfo / als

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