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XXIII. o) Stelle dir óffters die Fabel vor, von der Stadte und Felds Mauß, wie die lektere zitterte, und hin und wieder lieff.

XXIV.
Socrates, nannte p) die eingerissenen Meynuns
gen, Polter-Scister, und der Kinder Schrecken.

XXV..
Dieq) Lacedemonier lieffen die Fremden bey ihren
Schau-Spielen im Schatten fiken, und sie sakten fich,
wohin sie konten.

XXVI.
Als r) Socrates, vom Perdiccas gefraget
ward, warum er ihn nicht besuche ? antwortet er, : DA.

mit

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Ich

Durch die gescheuchten Feld-Mäuse stedet er diejenigen Mens fchen vor/ die durch die unvermutheten Zufäde des Lebens/ gant schůdtera werden/ und aufser fich feloftgerathen. Da hingegen die Stadt Mauß wufte / wo fie zu Hause war/ und

daß es in der Welt so zu poltern pfleget. ) Die cingeriffenen Meynungen. Viele find vorm Code

so bange / wie die Kinder vor der Farbe ; spricht Socrates

beym Plato.
a) Lacedemonier. Ich glaube / daß Antoninus diefes zur

Beförderung der Menschen Liebe/ und zur Bemerckung unser
Pflicht gegen die Fremdlinge / angeführet babe; wiewohl die
Spartaner bey ihrer Gewohnheit / mochten eine andre $6.

fidht haben.
1) Socrates/ vom Perdiccas. Seneca erzehlets vom Ro.

nig Archelaus/ daß/ als er den Socrates bitten lassen / er möchte zu ihm fømmen; diefer es mit folgenden Worten aus. geldlagen habe: Er kante sich nicht entschliesin zu tommen/die Königliche Gnade anzunehmen/weil er nichts båtte / damit er dieselbe zu erwiedern wåste. Wer den Socrates kennet/ wird mercken / daß ihm der KS. nig etwas mußanmuthen gewesen seyn / moju der gerechte Mang mit keinen Gerdenden zu bewegen war.

mit ich nicht des allerfchåndlichsten Todes sterbe weil ich dir vor keine Gütthaten, nichts Gutes zu pergeltep babe.

XXVII. Folgende Lehre findet sich in des Epicurus Schriff ten : Stelle dir einen aus denen Alten, zum Muster vor, welcher vollkommen tugendhafft gewesen ist.

XXIIX. Die Pythagoreer geboten, fo bald man des Mors gens auffstünde, s) den Himmel anzusehen, um sich das bey dessen beståndigen, und unveränderten Cauff

, wie auch dessen fchöne Ordnung, Reinigkeit, und Bløsle, vorzu: stellen; denn die Sterne bedürffen Feiner Decke.

XXIX. t) Erinnere dich des Socrates, wie er ein Fell um fich schlug, als Xantippe feine Kleider angezogen hatte, und damit ausgegangen war, und was er zu seinen Freunden sagte, als sie Schande halber, ihn also zu sehena . sprůcke kehren wolten.

hatte, s) Den Simmel anzusehen. Um sich vor aller heimlichen

Schalckheit zu húten , fintemal alles offenbar / und entdedeti

vor Opttes au fehenden Augen /wåre. 1) Erinnere dich. Ich glaube/Antoninus hat ihm selbst die

'ne Erleichterung/wegen seiner unartigen Faustine/durch die Vorstellung des frommen Cocrates/ und seiner boshafften Xantippe/geben wollen. Diese zog einmal ihres Mannes Kleider an/um/cinem Schauspiel / in Mannes, Eracht / beya zu wohnen. Der nacete Socrates/ ward indessen gezwun. gen/sich mit einem Fell zu umhüllen. Und als etsiche feiner Bekandter ihn überreden wolten/ fein Melb/Xantippel mit derben Schlågen / zu bewilllomnien/sprader : Und wenn wir uns reuffeten/würdet ihr ruffen /huy So. crates! wohlan Xantippe! Womit der tluge Irannju verstehen geben wollen/ daß Ebe,feute benen Nachbaren nic. mals Gelegenheit geben måsser / fich über ihre Uneinigkeit zu beflagen /oder zu erfreuen. Doch die Worte / mit welchen er feine nach Hause kehrende / wunderliche Frau / angeredet/ find nicht weniger merckwürdig. Denn er fagte ihr nichts weiterz als diefis: Kont ihr non merden/daßibeniot

XXX. Lehre keinen andern Lefen oder Schreiben, ehe du es felber kanst ; vielweniger aber zeige ihnen, wie man recht Jeben soll, wenn du es selbst nicht thust.

XXXI. a) Du bist ein Sclave, drüm geziemer dich nicht zu ceden!

XXXII. Schlache in meinem Herken, wenn ich höre, wie das Kind den Vater lehrt.

XXXIII. Ber Feigen im Winter auf den Bäumen fucht, Der ist ein Narr, und der ist nicht weifer, welcher nach feinem Kinde verlanget, wenn es nicht mehr vorhang Den ist.

XXXIV. Wenn du dein Kind herķest; fagi Epictetus, fo sprich ben dir selbst: vielleicht wird es morgen sterben? aber, sagt ein ander, das wvåre ein böses Zeichen. Er antwortet: Es ist nichts böses ben dem, was natürlich ist; sonst würd es auch was böses feyn, zu sagen; Das Korn ist reiff zur Erndte !

XXXV. so wohl das causpiel angesehen / als andern Leyla

ten selbft/ zum Schauspiel worden feyd ? b) Du bist ein Sclave. Diese durfften bey den Römern nicht

mit fprechen. Er zielet aufis vorhergehende / und will so viel sageii/ als der HErr Chriftus : Mag auch ein Blinder dem andern den Weg weisen? Das folgende gehört auch ju dicsein Sinn: Die Weißbeit muß sich rechtfertigen Laffin, von ihren Kindern!

XXXV. x) Eine unzeitige Traube ; eine reiffe Traube ; eis ne důrre Traube; Das sind so mancherley Veränderungen nicht zwar in etwas., so gar nicht ist, sondern in etwas, das noch nicht ist.

XXXVI. Keiner kan y) ein Räuber unsers Willen werden; fagt Epictetus.

XXXVII. Erfagt weiter, man müsse die Kunst erfinden, feinen Beyfall , zu rechter Zeit zu geben ; und die Neigungen můsseman so einschrenden, daß ste fich nie, ohne Beding, auf etwas lencken ; fondern, daß sie aufs gemeine Beste zielen, und immer nach dem Werth eines Dinges, einges richtet seyn můsten. Der Begierden müsse man sich, so viel möglich, entschütten , und vor nichts z) einen Åbscheu haben, als vor dem, was nicht in unserm Vermogen steher.

XXXIIX,

*) Hiemit will er die unterschiedlichen Veränderungen, so das

unterschiedliche Alter / nebit dem Code/in unserm Leben mo chet / vorstellen. Das Gleichniß ist aus dem Cheocritus

genommen. y) skin R&aber des Willens. Vielleicht wird mit diesen

Morten / auf des Indianischen Weisen Calamus / Schrei. ben/ an den Grossen alerander/ gejielet ; darin er dem König zu verstehen gibt/ daß er zwar die orientalischen Länder plündern / aber den Willen ihrer Weisen/

nicht bezwingen konte. *) Einen Abrobeu haben. Epictetus Worte lauten also

im VII. Capittel seines Sand-Ducis : habe keinen Abs fcheu vor allen denenjenigen Dingen /welche nicht in dciner macht sind / sondern scheute nur allein diejenigen/welche der Watur derer Dinge widerstreben / die in deiner Wacht sind.ic. die Meynung ist / wir fullen vor Strandheit/Lod/oder dergl. Zufälle, die nicht in unser Madt

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XXXIIX. Wir kämpffen um nichts geringes, sagt derselbe; denn es gilt entweder klug, oder ein Narr zu werden.

XXXIX. Sociates hat gefraget: Wolt ihr vernünfftige oder unverranfftige Seelen baben? Die Antwort war: Vernünfftige! aber was vor Vernünfftis ge; Gesunde, oder Lasterhaffte? Gesunde! wars um suchet ihr sie denn nicht ? weil wir sie schon haben. Dabt ihr sie, zz) watum zancfet ihr euch denn, und seyd uneins ?

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Des Römischen Kaysers
SSčarcus Aurelius Antoninus

Erbaulicher
Betrachtungen

Zwölfftes Bug.

1. u a) kanst heute erhalten, was du nach langs wieriger Bemühung, und Umschweiff, guerja. gen, hoffest ; daferne du dir dein Vergnügen, P

selber stehen/ leinen Absceu haben ; dahingegen aber follen wir

scheuen / was durch unser Versehen / oder Schuld/ geschicht. zz) Warum sendet ibr. Ift eben die Frage des Apostels

Jacobi IV. 1. Warum ist Krieg und Jencť unter euch? It es nicht daber/ weil die Lüfte in euren

Gliedern streiten? a) DisCapittel bemercket abermal/wie wenig der Mensch zu seiner

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