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Ausfluß aus der Gottheit ist. Auch, daß nichts unser eigen fer ; sondern, daß deine Kinder, dein Leib, und deis ne Seele, von GOTT kommen. Daß alles in der Eina bildung bestehe. Und endlich, daß du nur die gegenwars tige Zeit allein besikest , und also auch dieselbe nur allein verlieren könneft.

XXIIX. Du folt dir óffters folche Leute vorstellen, die sich über etwas sehr entrüstet haben; auch die, welche, nachdem sie ju grossen Ehren gelanget, hernach in grosses Elend ges Thürket, mit vielen Feinden umgeben, oder durch anders meitiges Glück oder Unglück, sind geplaget worden.

Bey dergleichen Vorstellung aber, frage dich felbft: Wo sind alle diese Leute geblieben? Ist es doch iko mit ihs nen nichts anders, als Rauch, Asche, und ein máhra lein ; wo ich sie anders noch ein Mährlein nennen darff. Weiter erinnere dich, was g) Fabius Catulinus, etwa auf seinem Land Gute ; was Lucius Lupus und Stertinius zu Baja; was Tiberius, und Velius Kufus, ju Caprea gemacht haben? Mit was unruhis ger Bemühung, sie solchen Dingen

nachgejaget , welche ihnen ihr irrender und verführischer Wahn, als Sachen vorstellete, die ihrer Sorgfalt und Hochschätzungen werth waren; Wie viel vernünfftiger würden sie gehandelt has

ber Tempel find / und daß der Geist GOTTEG in euch

wobret? g) Fabius Catulinusu. Diese Herren stehen hie mit dem

Tiberius / in einer Reibe; wannenher der øerr Daciet right uneben urtheilet / daß fie einerley Lebens-Urt auf ihren Land.Gütern / mit dem Tiberius geführet haben; welcher fidh nach Caprea begab, um der Euß / desto ungeftdheter ju pflegen/aud deswegen einen besondern Hof-Bebtenten ange. nommen hatte/welchen er den meister der Wollust nannte.

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ben, wenn sie sich ben aller Gelegenheit gerecht, måßig,

und denen Göttern gehorsam in Einfalt, auffgeführet háts ten? denn, h) der Hochmuth ist nie unertråglicher, als wenn er durch eine falsche Demuth genehret und aufgeblas sen wird.

XXIX. i) Wenn dich jemand fraget, wo du die Götter ges fehen, oder woher du abgenommen habeft, daß würcklich eine Gottheit fen, die du anbetest? To antworte ihnen zu erst. k) Daßsie ganz sichtbar sind. Zum andern: Ich habe meine Seele auch nie gesehen, und verehre sie doch. Soverhålt sichs auch mit den Göttern, deren Macht ich bestandig erfahre. Denn daraus erkenne ich beydes, daß fie sind, und verehresie.

XXX. 1) Die Glückseligkeit des Lebens, wird dadurch befördert, wenn man betrachtet, was ein jedes Ding in

ihm h) Der nochmuth ist nieunertråglicher. Er zielet hiemit

auf die beståndige Verstellung des Tiberius / welcher fic freundlich und leutfelig/vor den Leuten anzustellen wuste aber doch in seinem Bergen ein hochmüthiger / und tyrannischer

Bisericht war. i) Dis zeiget den Unverstand/ und Unverschämtheit der Ohne

gdtterep. k) Gang sichtbar. Denn GOttes unsichtbare Befen/ wird

aus den vor Augen schwebenden Wercken der Schöpfung er.

reben/ wie Paulus/ Rim. I. bezeuget. 1) Betebet die wahre Glückseligkeit in dieren Dingen/wie sie den

mebreatheils darin begriffen ist: ro folget, daß die Christliche Lebre / die allervollkommenste/ und wahre rep / weil fie uns zu dieser Glückseligkeit/ die beste Anleitung giebt. ' 1. Sie lehret uns die Eitelkeit alles Jrrdischen/samt seiner Verläuge nung. 2. Sie dringet auf die Reinigkeit des Hergens/in al. len Shaten. 3. Sie erfordert beständige gute Wercke. 4. Ja was noch mehr ist/fie rüstet uns aus/ mit Glauben und Vertrauen aufsptt/aug mit SiebeGottes und des Nadsten,

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ihm selber ist. Damit man dessen Materie, und Form, Das ist , den Zeug, woraus es zusammen gefeget ist, und fein eigentliches Wesen, worin es beftehet, erkenne. Hiers nåchst , daß man von ganßem Herken thue, was recht ist

, und die Wahrheit immer rede. Alsdenn wird nichts mehr übrig seyn, als daß man in dem fernern Lauff des Lebéns, Gutes mit Guten håuffe: fo., daß nicht die ges ringste Zeit, von guten Wercken, ledig bleibe.

XXXI. Es ist nur ein Licht der Sonnen, wierrohl es durch Mauren, Berge , und dergleichen Dinge mehr , zertreno net wird; Es ist einerley Materie , oder Zeug, wiewohl fie in viele Millionen, unterschiedliche Córper, zertheilet ift. m) Es ist ein Geist, wiewohl er durch eine Unendlichkeit unterschiedlicher Naturen, zerstreuet ist. So ist auch nur eine vernünfftige Seele, wiewohl es scheint, als wenn sie

Zwar sind einige der angeregten Dinge, unempfinds lich, und haben keine Neigung, eines zum andern; werden aber dennoch, durch ein allgemeines verständiges Wesen, mit einander verbunden. Die vernünfftige Seele hinges gen, hat eine besondere Neigung zu ihres gleichen, sie vers einiget sich gerne mit andern, und nichts fan ihre Gemeins schafft trennen.

XXXII.
Was verlangest du? zu feyn? zu empfinden?

Dich m) SŁs ist ein Geist.c. Dieses / nebit folgenden /wenn An,

toninus sagtres rey nur eine Seele; muß von dem vernünfftigen Leser i als ein Heydnischer oder Stoisdjer Saf/angeles ben/ hingegen aber die Ubficht des Kåpsers / beobachtet were den; welche aus dem Zufammenhang / oder Gleichheit aller Seelen /ihre gemeinschaftliche Liebe folgert. Dieses ift ero baulich/ und geht uns Christen an. Jene Meynung aber/ überlassen wir den Senden, sammt den Zändern.

getrennet roåre.

Free sich zu bewegen? zu wachsen? abzunehmen? zu reden? E,fugedencken? was ist in diefen allen deines Verlangens

werth? weil Demnach ein jedes Dieser Dinge ins besondere 4 von feinen grossen Würden ist, so mache dich an das Lebte, hier und Beste ; daß du nemlich GOtt, und der gesunden Vernunfft folgeft

. n) Mit diesem Vorfaß aber streitet, y unwillig feynalles durch den Tod zu verlieren.

XXXIII. 0) Wie ein kleiner Blick der unendlichen Zeit, wird ♡ einem jeden mitgecheilet , und wie plößlich wird er wieder

von der Ewigkeit verschlungen? wie ein kleines Biggen der Materie ist dir zu Theil worden? und wie ein garwes niges hast du des allgemeinen Geistes befonimnen? Ja wie eng ist der Erden-Kloß, darauff du herum kriechest! So dubis alles recht erwegest, wirst du die nichts Grossessins bilden, fondern finden das Beste zu fenn, deiner Natur gemåß zu leben, und was die algemeine Natur diugio schicket , ju ertragen!

1971, 7910:16 XXXIV. HO 1900 197 p) Wie bedienet sich iko deine Seele ihrer selbst? Darin bestehet alles. Das Uebrige, es mag in Deinet Macht stehen oder nicht, ist nur Rauch und Asche.

XXXV.
Nichts q) veranlasset mich kräfftiger zu Verach

tung

a) Mit diesen Vorfasstreitet. Denn wer unwillig ist/aus

diefem Leben zu scheiden/der treubet fich Gott und der Ver.

uunfftzu gehorchen. 510) Dis alles ist die Meynung der Worte Davids : Wie gør nichts fino alle menschen, die doch rocitel leben!

/ p) Wie die Seele fich ihrer selbst recht bedienen müsse/wird dros

ben im X. Budi 25. Capittel / gelehret. Auch wird man

aus des andern Buchs/16.Capittel/erfchen/wie die Seele ben il: schaffen ist, wenn sie fich ihrer nicht bedienet, pole se fol. 9) Veranlaget mich frafftiger. Jit nur eine gezwungene

Werachtung des Todes. Der Christen Subts-Gebanden/

Si:

tung des Todes, als wenn ich bedencke, daß auch die welche die Wollust für das höchste Gut, und den Schmerzen für das größte Uebel halten, den Tod vers achtet haben.

XXXVI. Wer sich in die Zeit schicket, und sein Theil achtet was dieselbe mit sich bringt; wer es als gleichgültig ans fiehet, r) ob er viele, oder wenige vernünfftige Wercke guverrichten habe Zeit gehabt ; Und dem es gleich viel ist, diefe Welt kurk oder lang zu sehen, derfelbe fcheuet den god nicht.

XXXVII. Mein lieber Mensch, du haft in dieser grossen Stade als ein Bürger gelebet; was ist daran gelegen, daß du nur fünff Jahr darin haft zugebracht? was denen Ges fetzen gemäß ist, muß allen gelten. Was beschwerest du dich denn, fo dich weder ein Tyrann, noch ein ungerechter Richter, sondern die Natur selbst, die dich hinein gefühs ret hatte, wieder von hinnen tufft ? du bist der Somos diant, welchen derjenige von der Schau-Bühne weiset, der ihn gedungen hatte.

Aber ich habe gleichwohl meine fünff Handlungen noch nicht vollbracht, sondern nur ihrer Dren gespieler? hl geredt ! diese drey Qandlungen deines Lebens,

macho find wett grosmüthiger : Tod wo ist dein Stachell Hölle wotit dein Sieg? GOtt aber sey Danci der uns den Sieg gegeben hat, in Jesu Chrifto unserm kren! Item:

Christus bat durch seinen Tod / dem Tode die Macht genommen/und Leben/und unvergångliches

Wesen/ ans Lidt gebracht. 3) Ob er viel oder wenig zc. Diese Worte ftreiten fast mit

des Antonings anderweitig edelen Gedanden/und beweisen/ on... Daß die Furcht des Todes / als er dieses schrieb/mågtiger in

ibm geworden, als der Sebrau, der Pernunft.

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