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III. Nachdem Sippocrates viele Kranckheiten geheia let hatte, ister endlich felbft an einer Kranckheit gestorben. Die Chaldaer fo andern den Tod verkündiget, haben fich endlich dem Tode unterwerffen müssen. Ålerans der , Pompejus , Cåsar, find, nachdem sie viele Ståda te geschleiffet, und viele Menschen getödtet hatten , endlich felbft getödtet worden. Als e) Seraclitus lange von der Feuers:Brunft geredet hatte, welche die ganze Welt verzehren solte, füllet die Waffersucht sein Eingeweide, under stirbt in einem Mift- Hauffen. Die Låuse haben Den Democritus gefressen, und dergleichen Art f) Uns gezieffer Den Socrates.

Warum schreib ich dieses? Du bist an Bord gana gen; du bist fortgesegelt, du bist angelandet, steig nun aus dem Schiff. Behest du heraus, in ein ander Leben zu treten, so wirst du GOTT allenthalben finden. Würdest du aber aller Empfindung beraubt, so hörest du auf unter dem Joche der Schmerzen oder der Luft zu feyn. Du wirst ablassen diesem Gefässe zu dienen, das geringfähiger ist als du selber bist. g) Denn es war dein edelstes Theil dienstbahr worden, nemlich dein Geist, Diefes göttliche poindir wohnet; Dahingegen das Gefäß Deines Leibes nichts anders, als Verwesung und Erde ist. IV. Verfchivende den Rest deines Lebens nicht damit, daß du an anderer Leute gedenckest, h) wenn solches nicht zum gemeinen Besten abzielet. Denn diese Gea dancken werden dich von wichtigern Dingen abziehen. ga indem dein Geinůth damit beschäftiget ist, was dies Feroder jener thut , warum er es thut, was er faget , was er Dencker, tras er vor hat? Wird dich diese Aufmerckfams keit ausser dich selbst ziehen , und verhindern auf dich selbst und auf deine Vernunft acht zu haben.

IV. e) Heraclitus. Er wolte durch die Bike Des Mifts fich von

der Waffersucht befreyen / und beförderte damit seinen Dod.

Laertius erzehlet es umständlid. f) Dergleichen Ungezieffer. Socrates muste auf Unstifften

seiner Feinde Gifft trincken. Und Intoninys neunet feine

Anklåger Sterktveife Uugejieffer. 8) Denn es war dein edelftes Theil. Dit ist zum Sbeil

Die Knechtschafft der Sünden / davon Paulus redet Róm. VI. und so erkennen auch die Sepder i daß die fieifdlichen Rüfte wider die Sezle streiten.

Entfchlage dich Demnach aller eitelen und unnüßen Gedancken, absonderlich aber derer , welche der Vorwiki oder die Bosheit dir eingeben. i) Puch solt du dich ges wehnen, nichts zu dencken, davon du nicht, wenn did) jemand fraget, was gedenckest du? Alsobald sagen köns nest, ich gedachte dis oder das. Damit wirst du kund thun , daß du nichts in deinem Herßen habeft, das nicht einfältig, lauter, gut, und einein Menschen anständig fey, der zur

Gesellschafft gebohren ist; Der die wollüstigen und üppigen Gedancken von fich gånßlich entferitet, der das eitele Gegånc fcheuet, Den Neid, den Argwohn, ja alles, was man sich scheuet frey zugestehen.

Ein solcher Mensch, der sich immer bestrebet beffer zu werden, ist anzusehen k) als ein Priester des Höchs ften, weil er allezeit in Dienst derjenigen Göttlichkeit bes griffen ist, die in ihm als in einem Tempel wohnet. Das Her er sich auch unbeflecket durch die Wollust, unverwuns det in dem Schmerken, unempfindlich wider das Uns recht, unüberwindlich gegen die Laster, und alle Låste fins den låst : gmmerzu in dem schönen Kampf begriffen, wider seine eigene Begierden : Durchgangen von der Fieffe Der Gerechtigkeit: Willig anzunehmen, was ihm die Versehung zuschicket; der sich ohne Absicht aufs ges meine Beste nicht die Zeit giebt, zu gedencken was andre reden oderthun: Der sich vornehmlich um seine Sachen bekümmert, und um dasjenige fo ihm GOtt zugefüget hat: Sene verrichtet er so gut er kan, und von diefen hofa fet er das Beste.

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h) Wir müssen unser Pfund anwenden zum gemeinen Besten.

Dennes erzeigen sich in einem jeglichen die Gaben des Geistes zum gemeinen Nuß 1. Cor. XII.7. und in dieser Abfidit muß

man die Wahrheit nicht verheucheln. i) Auch folt du dich gewehnen. Bertundert euc Iteben

Christen/åber die Aufrichtigkeit eines Heyden/ und verfluchet

die falschheit und Heucheley. k) Als ein Priester des Köchsten. Dieser edlen Betrachtur

würden sich die Christen mit Nu bedienen , wenn sie fich relo ber anseben wolten als Priester des heiligen GOttes/der in ifren Serken als in einem Tempel wohaet 1.Cor. V1.19. Melo

Aus eines andern Verhångnúß machet er seinen Nußen, wohl wissend, daß alles zu einem Ende abziele. Dannenber erinnert er sich der genauen Verwandnůß zwischen allen Vernünftigen, und weiß, daß es des Mens schen Natur gemåß fen, für alle Menschen Sorge ju tragen. Er begehret nicht ohne Unterscheid aller Hocha achtung, sondern nur derer, die der Natur gemäß lebens die sich aber derselben zuwider aufführen, stellet er sichvor, nie fie beschaffen sind im Hause, oder in öffentlichen Ges schafften, des Tages, oder des Nadyte. Wie auch, in was vor Gesellschafft sie verwickelt leben? Kurk, er fragt nichts darnach solchen Leuten zu gefallen, die mit sich selber nicht zu frieden seyn können.

V.

Thue nichts mit Unwillen, nichts das nicht zum ges meinen Nußen abzielet , nichts welches du vorher micht

E

wohl chem sie als ein heiliges Priesterthum opfern sollen / geistliche Dpfer die Gott wohlgefädig find in Christo JEfu. 1 Petr.

wohl erwogen, nichts endlich aus Vorurtheil oder Para sion. Suche keine zierliche Worte; hůte dich, daß du nicht viel redest, und dich in viele Dinge mischest ; Laß dichiden GOtt, der in dir ist, als einen Mann regieren, als einen ehrlichen Alten , als einen Bürger, als einen Rómer, als einen Fürsten, welcher sich in den Stand geseket hat, sobald die Lösung gegeben wird, ohne Vers zug aus diesem Leben zu fcheiden. Verhalte dich also, daß du weder Deines 1) Eybes, noch des Zeugnússes anderer Leute bedürffeft. Laß allezeit in deinem Gesicht eis ne Munterfeit blicken. Gerehne dich fo viel möglich, Hülffe zu entbehren, und richte dich also ein, daß du ans derer Leute Dienst, zu Deiner Ruhe nicht bedůrffeft. Mit einem Wort, fey von selbst rechtfertig und aufrichtig, ohs. ne zuwarten biß dich andere daju anhalten.

VI. So du in dem menschlichen Leben etwas findest, das besser ist als die Gerechtigkeit, als die Wahrheit, als die Mäßigkeit, und die Tapferkeit; Kurg, weist du was, das vortrefficher ist, als ein Gemüth, das mit sich felbft zu frieden ist, in allen dem was du den Regeln der Vers nunfft gemäß verrichtest , das sich begnüget mit allem, was die Schickung dir auch wider deinen Willen beges gnen tást; Findest du, fag ich, etwas bessers, fo trachte sota chem unschäßbaren Gute von ganßem Herzen nach, und ergeße dich an dem schönen Schak fo du gefunden. Siehest du aber nichts bessers, als wenn der Theil der Göttlichkeit, welcher seinen Tempel in dir hat, sich Meis ster von sich selber machet , und sich, wie Socrates fagt, von der Tyranney der Begierden loß reisset ; Hingegen

abec 1) Eydes. Er redet nicht von dem öffentlichen End/ in dun.

deln Sachen ; fondern vor der Wufrichtigkeit und Lauterkeit im Privat. feben.

aber sich der Regierung derer Götter anvertrauet, und eis ne allgemeine Vorsorge für die Menschen tråget: Sieheft du, sag ich, nichts bessers, so laß dich von keinen andern Dingen einnehmen, die in Vergleichung mit jenem Zus stande klein, gering und verächtlich sind.

Denn, unterwirffst du dich ihnen einmal, fo ist es nidit mehr in deiner Macht, dich wieder loß zu machen, and demeinkigen Guche anzuhangen, welches warhafftig dein eigen ist: Es ist nicht recht, daß du diefein wahren eigen, thůmlichen Githe ein fremdes vorzieheft.

Ich nenne aber Fremde: Den Ruhm des Volcks, die Gewalt, den Reichthum, die Woüuft : Verstätten wir diesen Dingen nur den geringsten Eingang, und achten es Dex Mühe werth, uns darum zu bekümnern, po bekommen sie die Doerhand, sie werden Meister von uns , und reiffen uns dahin ehe wir es mennen. Drum wehledir ungegnungen das Beste, und hånge demfelbert von ganken Kräfften nach. Das Beste aber ist das Müßlichste, und hie bast du eine Regel, wie folches zu entscheiden ser:

Alles was dir nůklich ist, in poweit du eine verniniff tige Creaturbift, dem jagenach. Was dir aber in Feis ner andern Absicht dienret, als in so weit

du eine lebendige Creatur oderein Thier bist, das verwirff. Erhalte aber deinen Verstand fren von allen Vorurtheilen, damit er fäz hig fey, diesen Unterscheid zu machen.

VII, Hůre dich, dasjenige als nüglich anzusehen, was Dich zwingen kan, Treu und Glauben zu verlegen, unbez scheiden zu werden, zu halten, zu argwohnen ; zu fichetten, zu heuchein, dich zu Berstellen, oder fonst etwas zu beget ħen, welches Mauren und Vorhänge erheifcher fich zu verbergen

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