Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub
[ocr errors]
[ocr errors]

gen wehren, daß sie nicht über ihre Schrancken treten a oder aus der Gegend wo sie zu toben pflegen. Dringen sie aber , vermoge einer heimlichen Verwandfchafft, bis än deinen Geist, wegen der genauen Vereinigung der Seele und des Leibes ; fo kanst du zwar ihren Empfing

B dungen, weil sie natürlich sind, nicht widerstehen, doch aber must du hindern, daß die Seele nicht die Meinung fasse, als ob dergleichen Empfindungen was gutes, oder was bofes waren.

XXVII. a) Man muß in Gemeinschafft mit den Götterni leben; der aber lebt mit ihnen, welcher ihnen seine Sees le immerzu darsteller, theils zufrieden, mit dem fe ihm wiederfahret, theils willig, zu volbringen was der Schuk. Engel haben will

, welchen GOtt einem jeglichen zum Ges. teits-Mann zugeordnet hat. Dieser Ausfluß GOTI TES, ist dein Gemůthe oder Vernunfft.

XXIIX, b) Zůrnest du wider einen der stincket wie eint Bock ? oder der aus dem Munde riechet? Was kan er dazu ? Sein Halß und feine Achseln sind so beschaffen, Daß

fie dergleichen Geruch, von fich geben. Du sprichst: er ist gleichwohl ein vernünfftiger Mensch, und könte es verhüten! Ist alles recht und gut ! Du bist aber auch vers nünfftig, darum bemühe dich seine Vernunfft durch die

Deine a) Antoninus redet von diesen Dingen / nad) Art der Heyden.

Wir Christen erkennen/ daß beydes die Gnade GDISEGI,

und seine Engel unsre Güter find. b) Der Inhalt dieses Capittels stecket in den Worten des Apo.

ftels : So jemand von einem fehl übereilet wird / To belffet ihm zu recht mit fanfftmüthigem Geist. Stem; Ihr die ihr star& reyd / follet der Schwachen Gebre. chen ertragen / mpo nicht Gefallen an euch selber haben.

deine aufzuwecken. Führe ihm feine Fehler zu Gemůs the ; gieb ihm einen Nath; håret er dich, so wirst du ihn fogesund machen, daß du hinfort nicht Urfach dich über ihn zu beschwehren haft.

XXIX. c) Nimm weber die Sitten derer Buhlerinnen, noch der Comóbianten, an dich!

XXX. Du kanst anjeko eben so leben; wie du wünscheft gelebt zu haben, wenn du dem Sterben nahe bist

. Hins dert man dich daran, d) so ist dir vergönnet, daß du zu

leben c) Die Sitten der Quren find falsch / leichtsinnig/ liederlid) 1

Idhaueichelhafft. Die Comödianten aber blehen sich mit Eine bildung ben ihrer Rolle. Beyde aber sind voller Verstellung. Conft zichet Gataker diese Worte noch zu dem vorigen Ca. pittel / wohiu sie auch durch gute Auslegung können gedeutet

werden. d) So iftdir vergönnet. Dis war ein nnmenschlicher Frr.

thum / der Stoicker und der Epicurer. So kan man auch die Schmåche dieser Meynung / aus des Antoninus eigenen Worter mercken. Seine Menschlidykeit bat unter denensel. ben einen heimlichen Streit und Kampferregt. Der Kåyfer sagt/nan konne durch Selbst-Mord aus dem Leben scheiden, als einer dem Pein Reid geschicht; und gleichwohl setet er also bald: Wie gus einem rauchenden Zimmer. Warung aber geht man qusdem Raud)? Darum/weil der Rauch beiß fet/ und den Augen leid thut. Keiner wird ohne Solheit oder Verðrieslichteit zu diese unmienschliche Entschliessung lommen. Ist es denn eine groffe Bade? spricht Anton ninus. Lieber, ist es denn eine kleine Sache , ohne GOttes Befehl/ und vor der Zeit / lidh das Leben nehmen? I bleis be ja frey! Nein Antoninus / der Rauch des Unmuths swinget dich davon zugehen! Fft der vernünfftig den der Bahnwiß übernimmt? Du wilft nichts als was die 1742 tur will? Diese aber will/daß ou leben solt/ fo lang du leben tanft. Du sagst/die Natur habe did zur Geselligkeit hers por gebracht / wer hat es dir denn vergönnet/ die Gesellschaft zu verlaufen?

>

[ocr errors]

leben aufhöreft. Doch stirb nicht als einer dem Unrecht, oder Leid geschicht, vielmehr fcheide aus dem Leben, wie man aus einem Zimmer gehet, darinn es rauchet. Es sauchet! drum gehe ich von dannen! Ist das denn etwa eine grosse Sache? Ich bleibeja fren, indem mich nichts fringet, mich von hinnen zu begeben ; Wer kan mir wehren, zu thun was ich will? Nun will ich nichts als was die Natur von einen vernünfftigen

Geschöpff, welo ches zur Gefeufchafft gebohren ist, erheifcher.

XXXI. Der allgemeine Geist, theilt fich andern gerne mit. Dannenhero hat er die unvollkommenen Dinge

. que Dienst der Vollkommenen verordnet ; und die Vous kommene unter sich felbft vereinigt und verbunden ; Sies hest du wie er alles nach seinen Würden, eines demans dern unterivotrien, und wie er die Treflichsten unter ih. nen, durch das Band einer gemeinschafftlichen Gefällig? eit vereiniger hat?

XXXII, f) Wie hast du dich biß hieher gegen die Götter? gegen Vater und Mutter, gegen deine Brüder, Weib, Kinder, Lehrmeister, Vormůnder, Freunde, gegen deis ne Bedienten und Hausgenossen betragen? Hast du ih, nen biß hieher einige Unbilligkeit, es fey in Worten oder in Bercken zugefüget ? Entsinne dich aller Arbeit, welche du verrichtet, und der Mühe, welche du ausgestan,

ben, e) Dis Capittel wil so viel sagen : Der Mensch ist zu GDites

Ehre/ und zu des Neben. Menschen liebe und Dienft erschaf: fen/ gleich wie die übrigen geringern Geschöpffe, alle zu des

Menschen Nugen gemacht find ) Diefe fchöne Prüfung ist zum Theil nach

den unterschiedlichen Stuffen der Pflicht/ deren er im vorbergehenden Capittel gedachte, eingerichtet.

[ocr errors]

celt

deri, gedencke, daß der Lauff deines Lebens bald vollendet, und deine Amts: Verrichtung zu Ende sey. Besinne dich wie viel schönes du gefehen? wie manche Lust oder? Schmerzen du überwunden? wie viel eitele Herrlichkeiten du verachtet? und wie vielen Yebelgesinneten du Gus tes gethan hast!

XXXIII. 8) Warum solten die unwissende und ungelehrte Gemüther, eine geschickte und weise Seele beunruhigen? welche ist aber eine geschickte und weise Seele ? die, wels che den Anfang und das Ende kennet, jusamit Durchdringenden Vernunfft, welche die gange durch gewisse Abtheilungen zu aller Zeit regieret:

XXXIV.
Ueber ein kleines wirst du eine Hand voll-Asche, ein
Tobten-Gerippe, ein bloffer Nahme , und vielleicht nicht
einmal ein Nahine feyn." Was aber ist ein Nahme?
Ein Gelaut, ein Thon! Ja, die Dinge so in der Welt
am meisten geachtet werden, was sind sie anders, als
Verwesung, und Eitelkeit! beissende Hunde ; spielende

)
Kinder ; die bald weinen, bald wieder lachen?

Treue aber, und Schamhafftigkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit, haben die Erde verlassen. , und fich in Den Himmel zu wohnen begeben. Was ist es denn fo dich noch hier zurücke hålt? Sinds die Ergöglichkeiten? Ach! fie sind wandelbar und

haben nichts beståndiges ! Deine Sinnen aber sind stumpff und geneigt eine falsche Vorstellung zu machen! Ists die Seele ? 9hre Lebenss

[ocr errors][ocr errors]

$

Geister g) So entitellet dort der deltende Binei einen David nicht

Denn er wußte beydes / aus nas Ursachen ihm diese
Sdmach zustieß / und was fie / cufauit ibren Meister/ wür:

für ein Ende nehmen.

1

Geister sind nur ein Dampff und Dufften deines Bluts.' Iftes das Vergnügen, unter deines Gleichen hoch anges sehen zu seyn? das ist nur Eitelkeit!

Warum erwartest du denn nicht vielmehr, entwes der deine Auflösung, oder Verwoandelung, in stiller Rus he? Und was hast du indessen, biß dieser glückseelige Aus genblick komme, anders zu verrichten, als die Götter zu verehren, und denen Menschen Gutes zu thun. Sie zu vertragen, oder dich ihrer zu enthalten. Alles aber was fich ausser die Grenzen deines Fleisches und Geistes befin. det, gehöret dirnicht an, und ist nichtunter deine Gewalt. , ;

XXXV. Du kanst immer glücklich seyn, dafern du in allem Deinen Thun und Dencken der Vernunfft zu folgen weist. Denn siehe, hie hastdu zirey Dinge, welche die menschs fiche und vernünfftige Natur mit GDtegemein hát; Das Erste: Daß fie durch nichts als sich selbst kan gestohret werden; Das Andere: Daß sie ihr Glück in der Neis gung des Gemüths zum Guten ; und in der Ausübung defa felben findet; und daß sie dieses das einzige Ziel ihres Vecs jangens tan seyn lassen.

XXXVI. h) Iftes weder meiner Bosheit Schuld, noch iha rer Wirckung, daß dis oder jenes geschicht ; wird auch das gemeine Beste dadurch nicht verleßet, was befümmes re ich mich denn weiter? oder was kan das gemeine Wes sen beschadigen?

[ocr errors]

ܪ

XXXVI

h) Wir leben oder sterben, so bleibt die Welt 7 Belt; und die

Natur bleibt Natur. Die Bosheit allein bemábet fich die Natur zu verleßen, wenn sie das Böse gut / und das Gutebdo se beisfee. Dis beschädigt das gemeine Meren

« ͹˹Թõ
 »