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felbige hoch schakest. Denn sie werden nothwendig Miß.
gunst ober Eifersucht in dir erivecken. Du wirst anfans
genein Mißtrauen zu hegen gegen die, welche das Vermos
gen haben dir diese Sachen zu rauben, die du so hoch achs
teft; du wirst denen unauffhörlich nachstellen, die solche
besiken ; mit einem Worte, es ist unmöglich, daß der,
so eines Dieser Dinge mangelt die er hoch achtet, völlig zu
frieden sey, oder daß erunterlasse, die Götter alle Augens
blick zu befchuldigen.

n) Hingegen, fo du Ehrerbietung für deine Vers
nunfft und Seele hegest, wirst du in dir selbst geruhig, der
Gesellschafft gefällig, und mit den Göttern einstimmig
feyn. Ich will sagen, du wirst mit Danch annehmen,
was ihnen gefällt dir zuzuschicken.

XVII,
0) Die Elementen bewegen sich in die Höhe ; nies
derwerts, und in die riunde. Die Tugend hat dergleis
chen Bewegung nicht ; fondern sie hat was göttliches, und
gelanget glücklich durch einen unbegreifflichen Weg, zu ihs
rem Zweck.

XIIX.
p) Wie lächerlich verfahren die Menschen? Sie

verfas
n) Singegen. Die heilige Schrift sagt dasselbe in den befan.

ten Spruch : Trachtet aim ersten nach der Reiche
GOTTES / und nach seiner Gerechtigkeit, so wird

euch das andre alles zufällen.
.) Die sklenienten bewegen sich. Die Elementen weidsen

denen Dingen so ihnen in dem Weg ftehen/ und pralleu ir
ihrer Bewegung zurücke: Aber der Eugend Eigensdafft ist/
gleich durch ihren Weg zu verfolgen/ und durd, tauseno De

schwerden und Verhinderungen zu ihrem Ziel zu bringen.
p) Die Ursadie dieser Eitelkeit lieget theils in der neidischen

Selbst liebe / theils in dem Gewiffen unfer unvollfommen.
heit; derowegen schmeichelt man sich von ferne schồner aus.
zusehen / als in der Nähe.

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versagen denen das Lob, die zu ihrer Zeit leben; und vers langen

selbst von denen gelobet zu seyn, welche leben werden, wenn sie långst gestorben sind. Die sollen alsdannauha men was sie weder kennen noch gesehen haben. Es ist eben fo viel, als wenn wir uns betrüben wollen, daß wir von der nen nicht gelobet worden sind, die lange vorher gestorben waren, ehe wir gebohren wurden.

XIX. Sftdir etwas schwer ? bilde dir deswegen nicht ein, daß es auch einem andern unmöglich sen. Aber was einem andern möglich ist und leicht, das ist dir auch nicht uns möglich.

XX. Soetwa einer im spielen und ohngefehr krakete, oder mit dem Kopff an uns stieß, würden wir uns darüber nicht entrůsten, auch keinen Argwohn faffen, als hätte uns dies fer Mensch wolen einen Possen spielen. Wir werden ihm vielmehr aus dem Wege gehen, wiewohl nicht als einem Feinde; oder einen Verdächtigen, sondern wir weichen ihm, ohne ihn zu hassen.

Lasst uns dergleichen in allen Begebenheiten unsers Lebens thun ! lasset uns nicht drauf achten was man uns thut, sondern lasset uns alles als von unsern Spiel-Gesels len annehmen. Denn, wie ich bereits gesagt, fo ftehet uns fren, ohne Argwohn oder Haß, ihnen auszuweichen.

XXI. Kan mich einer mit Recht überzeugen und darthun, daß ich eine Sache nicht recht fasse, oder damit umgehe, so wil

ich meine Mernung mit Freuden åndern: Denn ich suche die Warheit, wodurch keiner je ist beleidiget

wors den; Aber dabey fährt man immer übel, wenn man in seis ner Unwissenheit, und in feinem Srrthum beharret.

XXII. ch thue was meine Schuldigkeit ist, und lasse mich nichts anfechten, oder beunruhigen; denn es sind ents weder leblofe , oder unvernünfftige Dinge, oder solche die da irren, und den rechtes Weg nicht wissen.

XXIII. Bediene dich der Thiere, und insgemein aller an, dern dir vorkommenden Dinge, mit einem edlen und frena en Wiß, wie ein vernünfftiger Mensch das, so keine Vers nunfft hat, gebrauchen soll; Mit vernünfftigen Menschen aber, gehe nach den Gesegen der Gesellschafft um; vor als Ten Dingen unterlaß nicht, GOTT in allen deinen Tha. ten anzuruffen, und bekümmere dich nicht, wie lange du solches thun werdest; drey Stunden des Lebens in diesem Zustand zugebracht, q) sind genug!

XXIV. Der Grosse Alexander, und fein Efel-Treiber, find nach ihrem Tode in gleichem Zustand gerathen. Entweder sind sie zu einerley Ursprung aller Dinge wies dergekehret ; oder sie sind einer wie der andere in Staub und Asche auffgeloset worden.

XXV. Betrachte, wie viel Dinge zu einer Zeit, ja in dems felben Augenblick in deinem Leibe, und in deinem Gemüthe vorgehen; So wirst du dich nicht verwundern , über die unterschiedlichen Begebnisse, welche zu einer Zeit in der weiten Welt sich ereignen.

XXVI. Wenn jemand dich fraget, wie das Wort Antos minus geschrieben wird, wirst du auch mit Hefftigkeit als le Buchstaben hersagen? und wenn er sich darüber entrůs stete, würdest du auch wieder zúrnen? Wirst du nicht viele mehr fortfahren, alle Buchstaben ganş geruhig einen nach Den andern zu nennen? Erinnere dich hieben, daß es mit ala len r) Pflichten unsers Lebens eine gleiche Bewandniß habe; die Erfüllung einer jeglichen vererfelben, bestehet in einer gewissen Zahl von Verrichtungen. Diefe must du alle wahrnehmen, und deinen Weg gerade fortgehen, ohne dich zu bekümmern, oder gegen die ju zůrnen, welche sich wider Dich erbossen.

Ale 9) Sind genug. Er faget nicht/ daß im gantzen Leben genug

rey'r dren Stunden zu beten ; fondern / daß es unfre Pflicht Tep, obae Unterlaß unser Gemütb w SØtt zu erheben.

XXVII. s) Tits nicht eine Grausamkeit, denen Menschen nicht vergönnen

wollen, daß fie folchen Dingen nachhans gen, welche ihnen nüglich und anståndig vorkommen? Du haft aber das Ansehen, als ob du ihnen dieses nicht zulassen wolleft; Indem du dich gegen sie entrůstest,wenn sie fündis gen; Sie meynen daß sie auf dem Wege zu ihrem Gut find. Du sprichst : Siebetriegen fich? beffere fie demo nach, und zeige ihnen, worin sie fehlen, ohne auffie zornig zu werden.

XXIIX. Der Tod ist das Ende des Krieges, welchen unsre Sinnen unter einander führen. Er ist die Ruhe aller widrigen Bewegungen, so die Begierden in uns erres

gen; 1) Prichtet. Der Nahme Antoninus ist nicht vollständig,

wo er nidt mit allen seinen angehörigen Buchstaben geschries ben wird ; und unfre Pflicht wird nicht vollbracht / daferne wir eine einkige unterlassen. Wie ein Dahme aus unter fchiedlichen Buchstaben/so besteber das Gefeß aus unterfdieba lichen Geboten : Wer in einem fehlt 7 der ist des gans

Ben schuldig. Jac. II. 10. 1) Antoninus verbietet nicht / die Bafter zu beftraffen ; fondern gens Er ist der Fener-Tag aller Bekümmernuß des Geis stes, und der Sorgfalt für den Leib.

er tadelt die Art und Weise, wenn solches mit blinder Gifa sucht/ yng ohne Vernunfft geschicht,

XXIX. t) Es ist eine Schande, daßunsre Seele ermüdet, da der Leib nicht ermüdet.

XXX, Hüte dich, daß du nicht u) aus der Art schlageft, und ein Tyrann werdest. Nimm diefe Farbe nimmer an; sie hafftet gar zu leicht! vielmehr verbleibe schlecht, und recht, fromm, ehrlich ernsthafftig ohne Stoll ; ein Freund der Gerechtigkeit, gottsfürchtig, lieblich, freundlich, beständig in Erfüllung deiner Pflicht. Stres be mit allem Fleiß dahin, ein solcher zu werden, wie dich die Weisheit machen will. fürchte die Götter; befors dere die Wohlfarth der Menschen; das Leben ist kurk! aber die einzige Frucht dieses irrdischen Lebens ist die Hei ligkeit, und die guten Wercke. Súhre dich allewege x) als ein Schüler des Antoninus auf.

Erins 1 hs ist eine Schande. Der Leib erinädet nicht fo bald it

feinen Berrichtungen/als die Secle in Ausübung der Tugend. Diese Nachláßigkeit war ichåndlich, wenn das Fleisch den Geift überwindet ; oder wenn der Leib mehr Bemühung / in Erjagung eines nichtigen Seninns blicken låsset/ als die Seer

te/ in Ausübung des Guten. v)' Zusder Art folageft. Im Griechischen steht ein Wort/

welches so pielbe:fset / als / båte dich / daß du nicht wic Cesar gesinnet werdest. Wahrlich dieser Mann hat durch seine tückische Sitten, der Römischen Serrlichkeit der

letten Stoß gegeben. x) Als ein Schüler des Antoninus. Unser Räpfer beforei.

bet hie abermal feinen Pflege. Pater / und Vorweser im Reid) / Antoninus den Frommen. So groß war seine Dandbarkeit gegen ihm/daß er seiner zwepmal mit dem hicho sten Ruhm gedencket ; und so demüthig war feine TugendSiebe/daß srifiodenjenigen zum Mufter der Parfolge vorm

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