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Menschen verrichtet

. So lange aber feine Natur nicht überladen ist, kan er nicht elend seyn.

XXXIV. b) gst die Wollust nicht beydes den Dieben und Schlemmern, beydes den Vater-Mördern und Tyrans nen gemein?

XXXV. c) Siehest du nicht, wie die Künstler denen Uns wissenden zwar etwas nachgeben, aber darum nicht von den Regeln ihrer Kunst abweichen? Ists denn nicht schröcklich, daß ein Bau-Meister oder Arkt, mehr Ehrets bietung vor ihre Kunst haben, als die Menschen vor ihs re Vernunfft, welche sie doch mit den Göttern gemein befigen?

XXXVI. Asien und Europa sind nur kleine Winckel der Welt; der Ocean ist nur ein Tropffen gegen Erd und Himmel

. Der Berg Athos ist wie ein Erden - Kloß: die gegenwårtige Zeit, ist nur ein Punct gegen die Ewigkeit. Alle Dinge sind nichtig, geringfähig, veråndera

lich, Spriditd wir verstehens nicht? Theynest du nicht, der die hergen weißimer&ts? und vergilt den Mens

fchen nach seinen Werden. b) Istdie Wolluftnicht gemein. Und eben darum ift fie fein

wahres Gut ; eben so wenig als der Reichthum ; weii Gute und Böse können ohne Unterscheid luftig /reich, und ansehn•

lich seyn. c) Siehest du nicht:c. Antoninus wil fagen: Die Künft.

ler folgen denen Regeln ihrer Kunft/obne fidh in ibren Ver ridtungen aufzuhalten/ durch das Geschwäß/ oder verkehrte Urtheil derer Unwissenden. So solte auch der Menso in seiner eigenthümlichen Kunst verfahren/das ift/ iu dem Ge. brauch der Vernunfft. Er solte immer anhalten Gutes zu thun / ohne fiq durch das Wider. Reden der unverständigen und lasterbafften Leute / bindern ju laffen.

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lich, wandelbar: Entweder entstehen sie aus der allgemeis nen Vernünfft,oder sie sind

derselben nothwendige Folgent Der Löwen Rachen, der Gifft,

und alles was schädlich scheint, sind wie die Dornen und Disteln, Begleiter vielec schönen und guten Dinge. Bilde dir demnach nicht ein, daß in jenen Dingen, der GOttheit welche du verehrest, etwas entgegen oder unanständig verborgen liege. Viels mehr steige in die Höhe zu dem Ursprung aller Dinge, und beherkige ihn wohi!

XXXVII. Wer da siehet was iko vorgehet, der hat alles gesehen, beybes, was von Anfang gewesen ist, und was biß ans Ens de seyn wird. Denn alle Dinge sind einander gleich.

XXXIIX. Stelle dir offters die Verbindung und Gemeins fchafft aller Dinge in der Welt vor; wie sie alle durch eine ander geflochten, und unter fich eine Verwandschafft has ben. d) Und so etwa eines oder das andre eine unterschieds liche Beschaffenheit

, oder Gestalt hat, daß solches theils aus der Bewegung, theils aus dem Zusammenfluß und Vere einigung ihres Wesens entstehe.

XXXIX. Schicke dich in dein Geschicke ; und gewöhne dich alle Menschen, damit du lebest, wahrhafftig zu lieben!

XL. Ein Werckzeug oder Gefäß, so verrichtet, wozu es bestimmt worden, ist in einem guten Stande, obs

gleich

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d) Und so etwa. Ich habe die Freyheit genommen

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/ diß deute lich zu machen, und im Griedrifchen etwa zu lesen: siyae ann ELS 63 T. Weil sonst Paun was verständiges heraus zu bringen war. Und ist diese Deutung denen Saken des Antoninys gang gemaß, Siebe VII, Bud/ 9 Capittel.

gleich der Werckmeister davon gehet , und es zurücke låft. Soaber verhålt sichs nicht mit den Wirckungen der Nas tur. Die Krafft so etwas hervor bringt, bleibt allewege drinnen. Daher solt du sie um desto höher halten, e) und bedencken, daß, fo du dein Leben nach ihren Verordnungen anstellest, alles nach deinem Wunsch gefchehen werde, wie es sich nach dem Willen des, der alles treibet und regieret, richtet.

XLI. Solangedu in diesem Vorurtheil steckest, daß ets was, so nicht in deinen Kräfften stehet , entweder sonderbar gut oder böse fery, wirst du dich unmöglich erwehren die Götter zu beschuldigen, und die Menschen als Ursachen deines unglücks zu haffen, so offt dir dieses Uebel begegnet, oder dis vermennte Gut entgehet. Siehe, das ist die Quels le allerunfer Ungerechtigkeit! Da hingegen, wenn wir vers fichert wären, daß unser Gutes und Böres allein f) von uns selbst entstehe, würden wir keine Ursache haben, uns über die Götter zu beschweren, noch die Menschen zu bassen.

XLII. Wir arbeiten alle an einem Werck, etliche wissents lich, etliche unwissentlich ; und wo ich nicht irre," hat Sevaclitus gefaget, daß auch die Schlaffenden etwas, zu dem, was in der ganßen Welt geschicht, beytragen: dieser arbeitet sonst, der andre sp. Zwar der Klagende, der Sadlende, der sich Streubende und Widerseßende,

baben c) Ilnd bedenden. Antoninus wil sagen / was dort der

Apostel schreibt: Denen die GOttlieben, müssen allo

Dinge zum Besten dienen. f) Von uns selbst entstehe. Nemlich von unser Einbildung/

welche uns folche Dinge als gut oder böse vorstellet ; und in uns hinein leitet / da sie doch sonst ausser uns/ auch weder gut noch bdse / an und vor sich selber find.

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haben Doppelte Mühe ; doch die Welt hat auch dergleis chen Arbeiter vonnöthen. Siehe demnach, zu welchen Arbeitern du dich gesellen wilt? denn der, fo alles regies ret, wird dich arbeiten lassen wie du gewolt hast, und sich deiner Arbeit wohl bedienen. Hüte dich aber, daß du unter diesen Arbeitern nicht stehest , g) wie die lächerlis chen Verse in den Comödien, deren Chrysippus gen Dencker

XLII. Verlangt auch wohl die Sonne das Amt des Ries gens ? oder h) Aesculapius das Beschafft der Erden zu verrichten? Sind nicht alle Sterne unterschieden, und arbeiten doch alle an der Bewerckstelligung einerley Dinges?

XLIV. i) So die Götter meinentwegen einen Rath G 3

Schluß g) Wie die lächerlichen Verse. Er wil sagen : Süte dich

unter die Zahl der unartigen und bidsen Menschen zu seyn/die fo albern in der fihonen Ordnung der Natur aussehen/als

die abgeschmackten Verse in einer Comodie; die zwar lächerlich, aber nicht erbaulich find. Des Chryfippus Worte find

weitläufstig beym Plutarchus ju lesen. b) Aesculapius. Er verfehet das Gestirn diefes Nahmens 13 unter dein Scorpion ; Uno will fo viel sagen / als dort der

Apostel : Ein jeder arbeite zum gemeinsobafftlichen

.

Hutsen/ wie ihn GOTT beruffen hat. i) Antoninus gebet den unartigen Epicurern hart auf die Kline

ge. Sie meynen Freyheit zu baben / zu thun was ihnen ger lüftet / weil Gott sich um die Menschen infonderheit nicht be fúmmere. Der Scapser zeiget ihnen aus ihren eigenen Såten/ daß fie verbunden wåren / in fich gelassen / und ausser fich dem gemeinen Wesen nützlich zu feyn 7 weil sie ja ein Sheil derjeni. gen Natur ausmachten / vor weldc / nach ihrer Meynung, GOtt nur insgemein sorgfältig wäre. Daß es ihnen also nicht vergdanet sen böse zu feyn/ sie möchten fich in ihren Ein. bildungen/von Gott entfernen so weit fie wolten.

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Schluß gemacht, was mir wiederfahren foll; bin ich versichert, sie haben mein Bestes beschlossen. Einen Dit aber ohne Rath-Schluß, kan man sich nicht vorstellen. Warum solten mir aber die Götter boses thun ? und was würde es ihnen helffen? oder der ganzen Welt, Davor fie fo sorgfältig sind?

Haben sie aber nichts über mich infonderheit beschloss fen, so haben sie doch das gemeine Beste besorget ; mit dies sem hàngt das Meine zusammen. Daß ich also alles mit Freuden annehmen muß, was mir begegnet.

Haben sie aber gar nichts beschlossen ? welches doch zu glauben, gottloß ist; so last uns weder Gelübde, noch Dpffer, noch End achten! kurk, lasst uns nichts thun von alle dein, was wir sonst als Leute, die mit den Gòts tern umgehen, und in ihrer Gegenwart schweben, vers richten.

Ich sage, so sie unfernthalben nichts beschloffen, fo ists mir vergönnt, mich selber zu berathen; Meine Sorgfalt aber muß aufineinen Nußen zielen! Nußlich aber ist einem jeden, was feiner Natur gemäß ist. Meine Natur ist vernünfftig, und gesellig seyn; Meine Stadt und Vas terland ist Roin, in so weit ich Antoninus bin; und die gange Welt, in fo weit ich ein Mensch bin! So ift Demnad), was diesen Städten nůßlich ist, mein eingis ges Gut!

XLV. Was einem jeden infonderheit wiederfähret, ist dein ganken dienlich. Dis wåre genug: Aber man kan noch weiter gehen, und sagen: Daß andern zutråglich sen, was eis nem wiederfähret'; Es muß aber das Wort, zutraglich, hier im allgemeinen Verstande, also, daß es alle Mittels Dinge begreiffe, gebrauchet werden.

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