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THE NEW YORK PUBLIC LIBRARY 337766

ASTOR, LENOX AND
TILDEN. FOUNDATIONS.

1906

„Geh durch die Welt und sprich mit jedermann and suche die Religion bis hinten in China.“

Firdusi.

„Was jetzt christliche Religion genannt wird, war schon bei den Alten vorhanden und fehlte nie von Anfang des menschlichen Geschlechts, bis dass Christus ins Fleisch kam; seitdem fing man an, die wahre Religion, die schon vorhanden war, die christliche zu nennen.“

Augustinus.

Einleitung

In dem ersten seiner bekannten Vorträge über Babel und Bibel hatte sich Friedrich Delitzsch gegen das Ende „zu dem gewendet, was die weltgeschichtliche Bedeutung der Bibel ausmacht: dem Monotheismus“. Auch hier habe uns Babel in der allerjüngsten Zeit einen neuen ungeahnten Ausblick eröffnet. Nach den folgenden Ausführungen solle man sich die Sache so vorstellen, daß in Babylonien zunächst „krasser Polytheismus“ geherrscht habe. Dann seien um 2500 nordsemitische Stämme in Babylonien eingewandert, die mit der Verehrung des einen, ewig seienden Gottes, den sie Ilu und Jahve nannten, den Monotheismus brachten. Diese Religion der zugewanderten Semiten sei wieder im Polytheismus untergegangen, und so sei der „krasse Polytheismus“, dessen Göttervorstellungen nach Delitzsch im übrigen nicht unsympathisch waren, drei Jahrtausende hindurch die babylonische Staatsreligion geblieben, obgleich freie erleuchtete Geister lehrten, daß alle Götter eins seien in Marduk, dem Gotte des Lichts. In einer Anmerkung erklärte der Vortragende sodann: welcher Art und welchen Wesens dieser Monotheismus gewesen sei, lasse sich aus unseren Quellen nicht mehr sicher erkennen, sondern höchstens aus der späteren Entwicklung des „Jahvismus“ schließen.

Das Material, auf das die Behauptung sich stützt, bilden Eigennamen der Hammurabi-Zeit, die mit Ilu und Jahve zusammengesetzt sind 1; dazu kommt ein Text, der uns etwa aus

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1) Delitzsch, Babel und Bibel 14, S. 75: Ilu-amranni ,Gott, sieh mich an“, Ilu-tûram „Gott, wende dich wieder zu"; llu-ittia, „Gott mit mir", Ilu-amtahar, „Gott rief ich an“; Ilu-abi, „Gott ist mein Vater", Jarbiilu, „groß ist Gott“, Jamlik-ilu, „Gott sitzt im Regiment“, Ibši-ina-ili,

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