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Dresden,
in der Wagner'iden Buchhandlung

18 2 7.

Vollståndige Sammlung

klassischer und volkthümlicher de u trch er Gedichte aus dem 18. und 19. Jahrhundert,

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Dresden, in der Wagner'ichen Wuchhandlung

13 2 7.

46545.91

COLLEGE

APR 7 1922
LIBRARY

Hugo Reisinger find

10vols)

Einige Worte zur Einleitung

non f. Tied.

In allen Zeiten ist den Einwohnern der verschie: denen Länder ihre Sprache als das wichtigste Kennzeichen ihres eigenthümlichen Daseins erschienen. Den Ueberwundenen war es von je bas schwerste Dpfer, das fie ihren Siegern bringen konnten, die åberlieferten Laute aufzugeben und sich in andre zü fügen, weil sie mit dem alten, angebornen Ausdrud ihrer Gesinnung diese felbft, die unerläßlichste Freiheit und das allernächste Leben aufgaben. Wie fich ein Volk bildet, machtig wird, mannigfaltige Verhältnisse in fich selbst und zu den Nachbarn entwickelt, so wird es bald die wichtigste Aufgabe mit Anstrengung durchfeben, die Sprachenehmlich geis ftig und vielseitig zu erheben, um den errungenen Bez fik zu sichern, und durch den Stempel des Geistes die irdischen Güter zu würklichen zu machen. Denn wie die Sprache für das nächste Bedürfniß, für die unentbehrlichsten Dinge Zeichen und Austausch er

sin

schafft, so ist sie zugleich der Mittelpunkt und die Niederlage für die theuersten unsichtbaren Güter, durch welche alle Anstalten und Befigthümer erst Werth und Sicherheit erhalten. Wird dann Sage und Geschichte, die heilige Begeisterung großer Menschen, der blare und forschende Gedanke, Scherz und Heiterkeit dem Buchstaben, Rhythmus und Reim anvertraut, steht durch Lied und Gesang der spåte Enkel mit großen, entschwundenen Zeiten in unmittelbarer Verbindung, so hat dann ein solches Volt eine wahre Selbstständigkeit, eine Schte bistorische Zeit errungen. Politische Stürme von nen und erschütternde Angriffe von aussen können eine solche ausgebildete Nation zum Wanken bringen und erniedrigen, große Revolutionen können sie auf Zeiten und endlich auf immer vernichten; so lange aber der vaterländische Laut, der Gefang als ter und neuer Dichter ihr bleibt und die verschiedenartigen Einwohner belebt und hebt, ficht das Wort des långst abgeschiedenen Dichters in den vorbersten Reihen mit, stårkt den Patriotismus, be geistert den Schwankenden und Ungewissen, und felbft Gegner haben ein Zeichen, an welchem fie fich wieber erkennen und oft an ihm verföhnen. Nur wenn die Sprache und mit ihr die Gesänge erloschen und umgetauscht sind, die Literatur vergessen,

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