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Mythologische Bibliothek

herausgegeben von der
Gesellschaft für vergleichende Mythenforschung

I. Band, Heft 2/3

Adam und Qain

Im Lichte
der vergleichenden Mythenforschung

von

Ernst Böklen

LEIPZIG
J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung

1907

Inne nnerhalb der mythologischen Forschung hat sich in neuerer Zeit eine wesentlich

negative Richtung geltend gemacht. Nach mancherlei vergeblichen Versuchen hat man fast allseitig den Mut verloren, noch weiter aus der Vergleichung der Mythen Schlüsse auf ihr werden und ihre Bedeutung zu ziehen. Demgegenüber ist der Grundsatz festzuhalten, daß die Urheber mythischer Erzählungen bestimmten Vorstellungen Ausdruck verliehen haben, die in augenfälliger Weise in allen Mythologien wiederkehren. Diese Vorstellungen aufzufinden, ist die Aufgabe der vergleichenden Mythenforschung. Bloße Materialsammlungen vom archäologischen. volks- und völkerkundlichen Standpunkte sind nicht Endzweck der Mythenforschung. Die Mythologie ist nicht nur Religionswissenschaft und Erforschung der Riten und Kulte. Auch erschöpft sie sich nicht in bloßer literargeschichtlicher Vergleichung. Ebensowenig genügt Animismus oder Fetischismus oder Totemismus oder Ahnenkult oder Polydämonismus zu voller Erklärung der Mythen. Die Eigenart des Mythos bedingt eine weitgehende Vergleichung ohne jede zeitliche und örtliche Beschränkung. Da es an einer Sammelstelle für Arbeiten aus dem Gebiete der vergleichenden Mythologie mit der Absicht, das Wesen des Mythos zu ergründen, fehlt, ein Interesse für solche aber ohne Zweifel in weiten Kreisen vorhanden ist, so sind die Unterzeichneten am 6. Juni 1906 in Berlin zu einer

Gesellschaft für vergleichende Mythenforschung zusammengetreten. Die Gesellschaft wird zur Erreichung ihres Zweckes Abhandlungen aus dem Gebiete der vergleichenden Sagenkunde in zwanglosen Heften erscheinen lassen, jährlich ungefähr 20 Bogen Groß-Oktay mit dem Titel

Mythologische Bibliothek

herausgegeben von der Gesellschaft für vergleichende Mythenforschung für Mitglieder kostenlos gegen den Jahresbeitrag von zehn Mark.

Als geschäftsführender Ausschuß laut Wahl vom 6. 6. 06: Stadtpfarrer Dr. Ernst Boeklen, Groß- Bottwar (Württemberg). Dr. med. u. phil. Paul Ehrenreich, Priv.-Doz., Berlin W. 26, Lutherstraße 29. Dr. phil. Georg Hüsing, Breslau 5, Seydlitzstraße 5. Pfarrer Lic. Dr. Alfred Jeremias, Leipzig, Hauptmannstraße 3. Oberlelırer Dr. H. Lessmann, Charlottenburg 2, Berliner Straße 44. Professor Dr. Ernst Siecke, Berlin NW. 21, Rathenower Straße 75. Univers. - Prof. Dr. Hugo Winckler, Wilmersdorf - Berlin, Binger Straße 80. Oberlehrer F. Bork, Königsberg (Pr.). Professor A. Döhring, Königsberg (Pr.). Oberlehrer Dr. C. Fries, Berlin. Universitätsprofessor Dr. Otto Gilbert, Halle. Dr. Wilhelm Frhr. v. Landau, Berlin. Universitätsprofessor Dr. Reinhold Frhr. v. Lichtenberg, Berlin, Dr. F. Lütgenau, Dortmund. Bernhard Marr, Dux (Böhmen). Regierungsrat a. D. Preusse, Breslau. Adolf Rost, Leipzig. Hochschulprofessor Dr. Seesselberg, Berlin. Dr. M. Sobernheim, Berlin. Universitätsprofessor Dr. Karl v. d. Steinen, Berlin. Eduard Stucken, Berlin.

Alle Zuschriften sind bis auf weiteres an Oberlehrer Dr. Lessmann, Charlottenburg 2, Berliner Straße 44, zu richten. Geldsendungen an die J. C. Hinrichs'sche Verlags - Buchhandlung Leipzig, Blumengasse 2.

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Mythologische Bibliothek

von der

Herausgegeben Gesellschaft für vergleichende Mythenforschung

I. Band, Heft 2/3

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