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ASSYRIOLOGISCHE BIBLIOTHEK, HERAUSGEGEBEN VON FRIEDRICH DELITZSCH UND PAUL HAUPT, X, 1.

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herausgegeben von

F. H. Weissbach und W. Bang. 1. Lieferung: Seite 1-48 und Doppel-Tafel I-IV. Preis 10 Mark. Die vorliegende erste Lieferung dieses Werkes bildet insofern ein abgeschlossenes Ganze, als sie alle bisher bekannten Keilschrifttexte dieser Art in Umschrift und Übersetzung enthält. Von den Originaltexten ist soviel beigegeben worden, dass es zur Einübung der Schrift vollkommen ausreichen dürfte. Die 2. (Schluss-) Lieferung, die binnen Jahresfrist erscheinen wird, soll ausser Titel, Vorwort, Bibliographie, etwaigen Nachträgen und Verbesserungen folgendes enthalten: Commentar zu den Inschriften, einen kurzen grammatischen Abriss, Wörterbuch die übrigen Originaltexte und einen Plan von Persepolis.

In Vorbereitung befindet sich:

Urkunden zur altpersischen Geschichte

Übersetzt und herausgegeben von

F. A. Weissbach. Während es für den Assyriologen von Fach ein Leichtes ist, sich über Stellen aus den Inschriften der Achämeniden zu belehren, fehlte es bisher an einer Zusammenstellung derselben für die Bedürfnisse des Historikers und des classischen Philologen. Mehrfachen Anregungen aus solchen Kreisen folgend, entschloss sich der Herausgeber zur Ausarbeitung des obigen Buches.

Es enthält zunächst alle bekannten mehrsprachigen Inschriften der Achämeniden von Darius I. bis zu Artaxerxes II, und bildet insofern ein Supplement zu Schraders „Keilinschriftlicher Bibliothek“. Daran schliessen sich die einsprachigen Texte in altpersischer, susischer, babylonischer, ägyptischer und griechischer Sprache, ausserdem die im Alten Testament und bei griechischen Schriftstellern erhaltenen Briefe, Erlasse und Aktenstücke, von Cyrus bis Darius III., sodass das Werk ein vollständiges Quellenbuch zur Geschichte der Achämeniden bilden wird. Die orientalischen Texte werden in möglichst treuer, sorgfältig durchgesehener Übersetzung, die griechischen Stücke im Original nach den besten Ausgaben geboten. Die Einleitung und reichliche Anmerkungen sind bestimmt, das Verständnis zu erleichtern und das sichere yon dem unsicheren zu unterscheiden. Eine Karte des Achämenidenreiches von der Hand W. Sieglins und ein Verzeichnis der Eigennamen werden der Benutzung förderlich sein.

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Die altpersische Schrift ist die einfachste der bekannten Keilschriftarten, nicht nur hinsichtlich der Zahl der Zeichen, sondern auch bezüglich ihrer Zusammensetzung. Die Zahl der Zeichen beträgt nur 39, keines derselben besteht aus mehr als 6 und aus weniger als 2 Schriftelementen. Hierbei ist von dem Worttrenner, einem schrägen Keil mit der Spitze rechts unten, und von dem Ziffernsystem abgesehen. Letzteres ist mit geringen Verschiedenheiten allen Keilschriftarten gemeinsam. Die altpersische Schrift ist eine Sylbenschrist mit starker Hinneigung zur Lautschrift. Den meisten Consonanten inhärirt der Vocal a, wie im Sanskrit und im Äthiopischen, einigen i und anderen u. Wird den a-haltigen Consonanten noch der Vocal a beigefügt, so deutet dies den langen Vocal å an. Bei den i- und u-haltigen Consonanten ist die Zufügung des Vocals so durchaus Regel geworden, dass Abweichungen als Ausnahmen zu betrachten sind. Für die Quantität der Vocale i und u ist also die plena oder defectiva scriptio nicht massgebend. Das gleiche gilt für den Vocal a im Anlaut. Eine weitere Unvollkommenheit der altpersischen Schrift liegt in dem Mangel eines Zeichens der Vocallosigkeit. Jeder a-haltige Consonant kann auch ohne Vocal gelesen werden, ohne dass das Zeichen eine dem indischen Virāma entsprechende Beifügung oder Modification, wie es im Äthiopischen der Fall ist, erhält. Hier müssen andere Mittel, wie Etymologie, Lautgesetze oder Vergleichungen von Umschreibungen in anderen Sprachen, die richtige Lesung bestimmen. Ein Beispiel möge dies erläutern. Ein Wort, welches ka-ra-ša-a = ka-ra-ša geschrieben ist, kann auf keinen Fall krašá gelesen werden, da k vor r im Altpersischen lautgesetzlich in kh übergehen musste. Die Lesung karaša wird durch die Umschreibung des Wortes im Neususischen: kuršam unmöglich, sodass nur karšā übrig bleibt. Folgen auf a-haltige Consonanten i und u, so sind die Diphthonge ai und au zu lesen. Bei Lauten, welche keine ;- und u-haltigen Zeichen entwickelt haben, kann dies wieder zu Zweideutigkeiten Anlass geben. Doch ist zu bemerken, dass einzelne Verbindungen wie ki und gi in der Sprache wahrscheinlich gar nicht vorhanden waren. In anderen Fällen werden meist die oben genannten Mittel ausreichen. Für noch andere Lautverbindungen endlich, wie cu und ju, sind möglicherweise die Zeichen verloren gegangen. Das Zeichen für ha wird in einigen Fällen, ohne dass der Vocal i danach geschrieben wird, hi gelesen. Endlich wird auslautendes i, ai gern durch y, auslautendes u, au gern durch v gestützt, ersteres durch y mitunter geradezu vertreten. Kommen y und v durch Anfügung von Bildungselementen oder Enklitika innerhalb der Wörter zu stehen, so können sie bleiben. Von Ideogrammen hat die altpersische Schrift nur vier *). Betrachten wir nun die Verwendungen, welche die altpersische Keilschrift gefunden. Wir treffen sie an Felsen, Palastwänden, Portalen, Säulen, Fenstern, auf Siegeln und Gewicht

*) Die anderen Ideogramme, welche Oprert im JA VII, sér. t. 3 S. 244 angibt, sind zweifelhast. Weissbach und Bang, Altpersische Keilinschriften.

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