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wohl wissend, wie er gegen die Aeltesten der Gemeinde zu Ephesus sich ausspricht, dass Ketten und Tod seiner dort warteten; wie einst Stephanus unter den Würfen seiner Mörder den Himmel offen sah. Welche weltliche Heiterkeit kann solcher Dauer sich rühmen! Welche irdische Lust reichet an die Freude, die aus stillem, aber tiefem Quelle fliessend, das Leben wie einen Garten Gottes bewässert und nähret, und noch, wenn die Schatten des Todes einbrechen, das Auge verkläret und die Kräfte des Geistes steigert. Lasset uns nach dieser Freudigkeit, die nur denen gegeben wird, die sich redlich darum bemühen, trachten, so lange es Tag ist, so lange uns Kräfte gegeben sind, während die Welt vergehet mit ihrer Lust, kann nur sie, weil sie aus Gott ist, bleiben und dauern.

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III. Nehmet noch drittens, m. Fr., als eine wesentliche Eigenschaft derjenigen Heiterkeit, welche das Christenthum empfiehlt und fördert, dass sie eine weltüberwindende ist, die kein Opfer scheuet. Sehet hierin einen wesentlichen Unterschied des christlichen Frohsiones von der weltlichen Freude. Die weltliche Freude vermag die Welt nicht zu überwinden; sie stehet und fället mit ihr, denn von ihr ist sie ausgegangen. Der in dem gewöhnlichen Sinne heiter Gestimmte wird sich schwer oder nie zu einem Opfer entschliessen, welches er höheren Zwecken bringen soll. Denn von dem Glücke, das in der Welt ist, von dem Gelingen seiner irdischen Pläne und Hoffnungen, von der Befriedigung seines Ehrgeizes oder seiner Habsucht, von der Stillung vieler immer neu erwachenden oft unersättlichen Begierden hängt sein Frohsinn und sein Wohlsein ab. Beide vermindern sich, beide gehen in Launen, Unzufriedenheit und Trübsinn über; wenn die Wünsche seines eiteln und begehrlichen Herzens vereitelt, wenn die Hoffnungen einer reichen Zukunft ihm abgeschnitten werden. Ein solcher ist keines Menschen Freund, wenn die guten Sterne von ihm zu weichen scheinen; keinen Tag ist er Herr seiner Stimmung. Wie das leichte Fabrzeug auf offenem beweg

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tem Meere dem Spiele der Wogen Preis gegeben zittert, also ist seine Freude unsicher und seine Lust ohne Kraft; sie kann verschwunden seyn, ehe der Abend kommt, wenn sie am Morgen gross war. Immer muss der nur weltlich Frohe fürchten, sein Kleinod zu verlieren, denn abhängig ist es von den Ereignissen um ihn her und von den Veränderungen der Dinge von heute; er muss die Freude haschen, ehe sie entflieht, und er wird auch ihre Untreue erfahren. Wie ganz anders, m. Z., die Stimmung desjenigen, der in Gott durch das Wesen der christlichen Lehre sich Frohsinn errungen hat, der, mit dem heiligen Dichter zu reden, sich freuet in dem Herrn! Er kennet die Unbeständigkeit des menschlichen Glücks und wird ihm nicht sein besseres Theil anvertrauen. Er ist überzeugt von der Unsicherheit menschlicher Unternehmungen und von der Trüglichkeit menschlicher Hoffnungen, und wird ihnen nimmer die Ruhe seiner Seele aufopfern. Er schätzet das Niedere, wie das Höhere in ihren rechten Ordnungen, und wird nicht anstehen, jenes diesem nachzugeben, wenn die Macht der Umstände es gebietet, oder edle Rücksichten es erheischen. Er hänget nicht sein Herz an die Güter dieser Welt, eingedenk, dass wir zu himmlischen Schätzen berufen sind, die keine Motte frisst, und kein Dieb entwendet. Er denket nicht allein an sich und an seinen Vortheil, wie die Kinder dieser Welt, sondern auch an das Gemeinsame, als dessen Glied er sich fühlet; an ein Reich der Freiheit, der Ordnung und der Sittlichkeit, das zwar noch fern ist von den Menschen dieser Erde, aber dessen mattes oder deutliches Bild wir Alle im Herzen tragen. Die Worte seines Meisters in der bangen Stunde des Abschiedes sind auch die seinigen geworden: seyd getrost, ich habe die Welt überwunden. Om. Fr. nur die christliche Heiterkeit ist stark, denn sie ist wohlbegründet; nur sie ist bleibend, denn sie ist nicht an die Dinge dieser Welt gebunden, nur sie ist endlich siegreich über allen Widerstand, weil sie von Gott stammt und in die ewige Ordnung der Dinge greift. Darum hat die christliche Freude ein gutes Ende auf dieser Erde, denn sie ist ein Springquell des ewigen

Lebens; ein christlich Heiterer schmecket den Tod nicht, denn er fühlt in sich Kräfte der unsichtbaren Welt; und wohl kann er am Schlusse seiner Laufbahn sagen: Herr, nimm meine Seele auf in deinen Schooss und thue mit ihr nach deinem Rathe. ' Solche Freude im Leben und solchen Trost im Tode verleihe uns Allen, gnädiger Gott, die wir mit Ernste darnach trachten! Amen.

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Seite 5 Zeile Il v. 0. liess deutschen statt deutchen.
5 - 12

heilige st. beilige.
14
Kirchenverbesserung statt

Kirchenver-
besserung
11
13

protestantischer st. proletantischer.
21

4 v. u. einfacher Priester st. einfacher Laie.
22
5

Boyer st. Poyer
23
17 v. 0.

Cantiques st. Contiques.
19

katechetisches st, katholisches.
24

2 y. u. tataquismé st. cataguismé.
1

Bert st. Pert.
22

23) st. ).
74
1

liebe st. iebe.
83
3

bereits st. bereit.
119
15

unseren st. uuseren.
129
2

Summe st. mme. - 142

Rascher st. Raschen. - 145 11

bloss st. blos.
146
14

durchreisende st. Durchreisende. - 150

werden st. wurden. - 153 18 v, u.

Hochgeehrtester st. Hochegeehrtester.

42

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