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Max Stirner und Friedrich Nietzsche,

Erscheinungen des modernen Geistes,

und

das Wesen des Menschen.

Von

Robert Schell wien.

Hermann Haacke
Verlags-Buchhandlung

Leipzig

Phil 3018.6

Soc 1150.17.9

HARVARD COLLEGE

OCT 4 1904
LIBRARY,

Denny fund

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Einleitung

Was ist das Wesen des modernen Geistes? Wollte man, um diese Frage zu beantworten, die fast unübersehbare Aufeinanderfolge von Meinungen und Weltanschauungen, die der moderne Geist hervorgebracht hat, durchforschen, so würde man in ein Labyrinth gerathen, aus dem man ohne einen Leitfaden den Ausgang schwerlich wieder fände. Es giebt aber einen Leitfaden, der durch die mannigfaltigen und wechselnden Erscheinungen der Kulturgeschichte sicher hindurchführt, und das ist der Mensch selber, der selbst- und weltbewusste Mensch, die fortschreitende Stellung, die er sich selbst zur Welt und der Welt zu sich beimisst, kraft eines unendlichen Triebes zum Selbstsein, zur Befreiung von allem Andern und Fremden. Dieser rastlose Trieb regt sich immer von neuem aus sich selbst, er beruhigt sich bei keiner erreichten Stufe, er widerspricht ihr, um Höheres zu erreichen, mehr Selbstsein oder Freiheit, was durchaus dasselbe bedeutet. Die Freiheit des Menschen ist kein perfecter Zustand, sondern ein Vermögen zur fortschreitenden Selbstbefreiung, und das Wesen dieser Bewegung ist gerade die Unendlichkeit des Fortschrittes, keineswegs aber ein Endziel, in dem das Selbstsein vollkommen wäre, denn dieses hat Schellwien, Max Stirner und Friedrich Nietzsche etc.

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