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Ein Brief Metas an Klopstock. Von Heinrich Funck

441 Ein afrikanisches Märchen. Von Robert W. Felkin .

442 Eine lateinische Rede über die Schlacht bei Pavia 1525. Von Ludwig Geiger 444

Vermischtes.
Zur Frage der Übersetzungs- Litteratur. Von J. Kirste

89 Ein Deutscher als vermeintlicher Verfasser einer Voltaireschen Schrift. Von Theodor Süpfle

91 Die Legende von der Abbeesse grosse. Von Hermann Schnell

255 Zur Geschichte des Romantischen Von Alfred Biese

259 Zum Wunderhorn. Von Fridrich Pfaff.

264 Tierhochzeiten. Von Marcus Landau

372 Die chinesische Quelle von Goethes Elpenor. Von Freiherr Woldemar von Biedermann

373 Parallelen zu dem Dialoge von Lollius und Theodericus. Von Johannes Bolte 375 Zwei Entlehnungen. Von Reinhold Spiller .

446 Zu Antonius von Pfore. Von Friedrich Pfaff

453

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102

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II2

Besprechungen. Wilhelm Storck: Aufsätze und Abhandlungen, vornehmlich zur Litteraturgeschichte, von Karl von Reinhardstoettner

93 Alexander von Weilen: Contes populaires de Lorraine comparés avec les

contes des autres provinces de France et des pays étrangers et précédés
d'un essai sur l'origine et la propagation des contes populaires Européens,

par Emmanuel Cosquin
Ludwig Proescholdt: Die Tragödie „Der bestrafte Brudermord oder Prinz

Hamlet aus Dänemark“ und ihre Bedeutung für die Kritik des Shakespeare-
schen Hamlet, von W. Creizenach

107 Max Koch: Historisches und systematisches Verzeichnis sämtlicher Tonwerke

zu den Dramen Schillers, Goethes, Shakespeares, Kleists und Körners, von
Albert Schaefer

109
A. Würzner: Geoffrey Chaucers Werke. Übersetzt von A. von Düring .
Ludwig Geiger: Neue Schriften zur Litteraturgeschichte der italienischen
Renaissance. I. II.

114; 476 Veit Valentin: Grundlage des mittelhochdeutschen Strophenbaus, von Richard M. Meyer

265 A. Bezzenberger: Melodieen litauischer Volkslieder gesammelt und mit Text

übersetzung, Anmerkungen und Einleitung im Auftrage der Litauischen Litte-
rarischen Gesellschaft herausgegeben von Christian Bartsch .

268 R. M. Werner: Ein deutsches Handwerker-Spiel, nach einer handschriftlichen Über

lieferung aus dem königlichen Staatsarchiv zu Posen, herausgegeben von
Professor Dr. Richard Jonas .

280 Max Koch: Lebensbilder deutscher Dichterinnen

282 Otto Henne am Rhyn: Die deutschen und französischen Heldengedichte des

Mittelalters als Quelle für die Kulturgeschichte. Aus dem handschriftlichen
Nachlass von Julius von Moerner

286 378

378

382

Wilhelm Greif: 1) Das Streitgedicht in der altprovenzalischen Lyrik und sein

Verhältnis zu ähnlichen Dichtungen anderer Litteraturen, von L. Selbach.

2) Die Streitgedichte im Provenzalischen und Altfranzösischen, von H. Knobloch 289 Gregor Sarrazin: William Dunbar. Sein Leben und seine Gedichte in Analysen

und ausgewählten Übersetzungen nebst einem Abriss der altschottischen
Poesie, von J. Schipper

295 Ludwig Geiger: Erasme ou Salignac. Etude sur la lettre de Franç. Rabelais

avec un fac-simile de l'original de la bibliothèque de Zurich. Par Théodore
Ziesing, agrégé à l'université de Zurich ...

377 Ludwig Geiger: Johann Eberlin von Günzburg und sein Vetter Hans Jakob Wehe v.

Leipheim. Zugleich mit einem Überblick über die Bauernbewegung in Ober-
schwaben im Februar und März 1525 bis zum Ausbruch des Krieges und

einer Geschichte des Leipheimer Haufens. Von Max Radlkofer
Ludwig Geiger: Erasme en Italie. Étude sur un épisode de la Renaissance

accompagnée de douze lettres inédites d'Erasme par Pierre de Nolhac, maître

de conférences à l'école des hautes études . Ludwig Geiger: Die antike Quelle der Staatslehre Machiavellis. Von Georg Ellinger. 380 Georg Ellinger: Die Quellen des Dekameron. Von Marcus Landau .

381 Carl Weyman: Eine Sammlung byzantinischer Sprichwörter, herausgegeben

und erläutert von Karl Krumbacher Hugo Holstein: Der ägyptische Joseph im Drama des XVI. Jahrhunderts. Ein

Beitrag zur vergleichenden Litteraturgeschichte. Von Alexander von Weilen 384 K. von Reinhardstoettner: Klassische Bühnendichtungen der Spanier, heraus

gegeben und erklärt von Max Krenkel. III. Calderon, Der Richter von

Zalamea. Nebst dem gleichnamigen Stücke des Lope de Vega K. von Reinhardstoettner: Grundriss der Geschichte der englischen Litteratur von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Von Gustav Körting .

390 Job. von Antoniewicz: Mlodość Bohdana Zaleskiego. (Bohdan Zaleskis Jugendjahre) 1802 - 1830. Von Hugo Zathey

393 Franz Muncker: Geschichte des Grotesk - Komischen. Von Floegel-Ebeling 454 Max Koch: Dramaturgie der Oper. Von Heinrich Bulthaupt

457 Anton E. Schönbach: Longfellows Dichtungen. Von Alexander Baumgartner 463 Reinhold Bechstein: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. Von Wolfgang Golther

465 Karl Borinski: Diederich von dem Werder. Von Georg Witkowski Max Koch: Über Sophonisbe - Tragödien. Von Paul Feit, Karl Vollmöller, Ludwig Fries

471 Johannes Crueger: Italienische Schauspieler am bayrischen Hofe. Von Karl Trautmann

475 Nachrichten

128, 298, 396, 501

388

468

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Goethe als Denker.

Von

Moriz Carriere.

ie vergleichende Litteraturgeschichte kennt grosse Dichter aller

Zeiten, welche sich durch Umfang und Tiefe der Idee den Kulturträgern der Menschheit gesellen; Jesaias und Jeremias, aber nicht minder Aschylos und Shakespeare sind grosse Propheten, Verkünder der sittlichen Weltordnung; ebenso Dante, der im Vollbesitz des Wissens seines Jahrhunderts war. Aber als Eigentümlichheit der Genien der neueren deutschen Poesie wird man es anerkennen, dass die Lessing und Herder, Goethe, Schiller und Jean Paul auch auf wissenschaftlichen Gebieten bahnbrechend und massgebend gearbeitet haben, ein Zeichen dafür, dass wir in ein Weltalter des Geistes eintreten, wo die Wissenschaft tonangebend wird, nachdem die Ideale der Natur und des Gemüts im Altertum und dann im Mittelalter und der Renaissance ihre Ausprägung gefunden haben. So erklärte ein Mann, der sein Leben lang für die richtige Würdigung von Goethes Dichtungen gearbeitet, Varnhagen von Ense, dass doch der Lehrer, der Weise es sei, den er am höchsten in ihm verehre; so ist auch ein Franzose, Caro, mit einem Buch über Goethes Philosophie hervor gekommen, und so steht in der Schrift Otto Harnacks: ,,Goethe in der Epoche seiner Vollendung (1805–1832)“ *) nicht der Dichter im Vordergrund, sondern es handelt sich vornehmlich um Goethes Denkweise und das Ergebnis seiner Weltbetrachtung.

Wir begrüssen es als ein Zeichen fortschreitender Erkenntnis Goethes, dass hier die Reife seines Alters als die Epoche seiner Vollendung bezeichnet wird, die früher wohl als Nachlass der poetischen

*) Versuch einer Darstellung seiner Denkweise und Weltbetrachtung. Leipzig J. C. Hinrich'sche Buchhandlung, 1887. XLVI, u. 249 S. 8°. M. 5.Ztschr. f. vgl. Litt.-Gesch, u. Ren..Litt. N. F. I,

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Kraft, als absinkende Lebenswelle betrachtet wurde; der ganze Goethe wird endlich die Losung unserer Zeit, wir suchen dem Jüngling, Mann und Greis gerecht zu werden.

Harnack giebt einleitend eine kurze Entwicklungsgeschichte des Goetheschen Geistes. Hier möchte ich die Behauptung berichtigen: dass Goethes persönliche Annäherung an religiöse Vorstellungsweisen, eine Hinwendung zum Theismus, sich erst mit Aneignung mittelalterlicher und orientalischer Kulturelemente vollzogen habe, also vornehmlich im zweiten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts, wie er denn seitdem seine Weltanschauung von da an gern als Gottergebenheit, als vernünftigen Islam bezeichnet habe. Allein schon in seiner Jugend nimmt er die an die Bibel sich anschliessende Gemütsreligion gegen den landläufigen Rationalismus in Schutz, und schon im Werther ist ihm die Natur, die alles aus sich hervorbringende und in sich zurücknehmende Substanz des Pantheismus, ein grauenerregendes, kindergebärendes, kinderverschlingendes Ungeheuer, dem er das Seligkeitsgefühl des Unendlichen entgegenstellt, und in dem früh gedichteten Glaubensbekenntnis des Faust fasst und hält der Allumfasser auch sich selbst, und so drängt der Genius Goethes wie der Lessings und Herders zu der Idee von Hegels Jugend: die Substanz als Subjekt zu fassen,

- Gott, den Unendlichen auch als bei sich selbstseienden Einen, als allgegenwärtige Naturmacht und zugleich als Vernunft und Willen, als Geist zu begreifen. „Ihm ziemts, die Welt im Innern zu bewegen, sich in Natur, Natur in sich zu hegen,“ sagt er im Anschluss an Giordano Bruno; so offenbart sich sein Gott im All und lebt in uns, aber beruht auch in sich selbst. Ich habe wiederholt darauf hingewiesen und meinerseits die Pantheismus und Deismus überwindende und versöhnende Gottesidee in meinen religiösen Reden und der sittlichen Weltordnung wissenschaftlich entwickelt; Harnack streift daran, ohne recht darauf einzugehn; er lässt lieber Goethe vor dem Unerforschlichen still stehen; doch wenn der Dichter ein Recht haben mag zu sagen: „Gefühl ist alles!“ so darf und soll die Philosophie von der Anschauung und dem Gefühl zum Gedanken vorangehen, und von dem Erforschlichen, von der Natur und Geschichte, von der Wirklichkeit der Welt aus ihre Schlüsse auf den allgemeinen Lebensgrund ziehen, die Frage aufwerfen und beantworten: wie solcher beschaffen sein müsse, um diese Wirklichkeit der Freiheit und der Ordnung, des Naturmechanismus und der sittlichen Selbstbestimmung begründen und in Einklnag bringen zu können.

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