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seyn kan. Ach, ich will mich bestreben, so gut zu werden, als ich nur werden kan, und wie süss ist mir, dass Du solst mich so gut machen! Wie glückselig bin ich! Young sagt: es ist niemand eher glücklich, als bis er glaubt, dass niemand glücklicher ist, als er. Young hat recht, aber welch eine Empfindung ist es, das von sich zu glauben, wer hat es mehr Ursach zu glauben, als ich! Wer ist glücklicher? Lass Dich hier nur nicht mit mir in eine Vergleichung ein. Du liebst so sehr als ich, das gebe ich nun ganz und gar zu, aber so glücklich, als ich, bist Du nicht; denn ich bin nicht Du. Ach, Klopstock! Deine Geliebte! Deine Braut und bald Deine Frau! Deiner Söhne Mutter! Wie unaussprechlich ist das! Wie unaussprechlich! Nein, Klopstock! Nein! Das kanst Du mir nicht nachempfinden, das nicht

Wertvoller freilich als dieses Schreiben ist für uns ein anderes Klopstockianum, welches dieselbe kleine Zürichische Gelehrte dem jungen Schöngeiste am 6. Februar 1754 zum Abschreiben übergab, nämlich jenes Stück aus der damals noch unvollendeten Messiade, welches die Begnadigung des Abbadona enthält und erst 1773, also rund 20 Jahre später, im Drucke erschien. Das grosse Interesse, welches gerade den Schicksalen dieser Gestalt in dem Klopstockschen Heldengedicht von den verschiedensten Seiten entgegengebracht wurde, bestimmte Ring das umfangreiche Fragment *) unverkürzt seinem Journale einzuverleiben.

Karlsruhe.

Ein afrikanisches Märchen.

Von

Robert W. Felkin.

u den „Fabeln und Sagen aus dem Innern Afrikas“, die ich

Bande der Zeitschrift für vergleichende Litteraturgeschichte“ mitgeteilt habe, möchte ich noch ein, bisher unbekanntes Märchen fügen, das besondere Aufmerksamkeit verdient.

Die Züge, welche an unsere europäischen Märchen erinnern, treten von selbst, ohne dass es besonderer Hinweise bedarf, hervor.

Das Uganda-Märchen lautet:

Es ist schon lange, lange her, da lebte in einem Dorfe ein blinder Mann, und der Mann hatte drei junge Söhne. So oft Leute auf die Jagd auszogen, sandte der blinde Mann seine Söhne mit aus, damit

*) Veröffentlicht 1887 in Schnorr's Archiv für Litteraturgesch. XV, 337 – 344.

„Vater,

sie etwas erjagten. Sie trafen aber niemals ein Wild und kehrten, nachdem sie fortgewesen, abends immer mit leeren Händen zu ihrem Vater zurück. Wenn sie so abends zurückkehrten, sagte ihr blinder Vater jedesmal zu ihnen: „Nun Kinder, was habt ihr heute nach Hause gebracht?“ und die ständige Antwort war: „Oh Vater, wir haben viel Wild erlegt; wir sind aber nur kleine Kinder und da haben die starken Leute unsere Beute uns genommen. Zuletzt wurde der Vater ärgerlich über seine Söhne, so dass er ihnen eines schönen Tages sagte, sie müssten ihn mitnehmen, damit er sich von der Wahrheit ihrer Geschichte überzeugen könne. Da waren sie gezwungen, ihn mitgehen zu lassen. Den ganzen Tag gingen sie immer weiter, weiter in den Wald hinein und weiter von zu Hause fort und während der ganzen Zeit glückte es ihnen nicht, ein Wild aufzubringen. Als zuletzt die Sonne anfing, lange Schatten zu werfen, da kehrten alle Jäger, die mit ihnen ausgezogen und vom Jagdglück begünstigt waren, heim, der Vater und seine Söhne aber blieben allein. Die Söhne fürchteten sich nun, als die Nacht hereinbrach und sagten zum Vater: lass uns umkehren, sonst überfällt uns die Nacht im Walde, alle unsere Genossen sind schon heimgegangen.“ Aber der Vater sagte: „Nein, nein, meine Kinder, ich kann nicht mit euch umkehren, bis ihr etwas erlegt habt.“ So mussten sie weitergehen, bis zuletzt die Dunkelheit sie überfiel und es unmöglich war, einen Pfad zu finden, Aber so müde sie auch waren, wollten sie doch nicht im Walde ühernachten und schleppten sich weiter, bis sie nach einiger Zeit auf eine Lichtung und in ihr auf eine kleine Hütte trafen. In dieser Hütte wohnte eine alte Frau mit ihren Söhnen. Die Söhne waren auf der Jagd fort und die Frau sagte, sie würden erst sehr spät nach Hause kommen. Der Blinde und seine Söhne baten die alte Frau um Erlaubnis, die Nacht in ihrer Hütte zubringen zu dürfen. Sie gewährte ihr Ansuchen mit den Worten: „Oh, ihr seid hier recht willkommen und willkommen seid ihr allem, allem was mir gehört.“ Darauf setzte sie ihnen Dhurra-Brei und Gebratnes vor und hiess sie zulangen. Das Gebratne war aber Menschenfleisch. Dies wussten sie indessen nicht, bis der jüngste Sohn zuletzt einen Menschenfinger aus der Schüssel langte. Er zeigte ihn seinen Brüdern, und die sagten es ihrem Vater und alle gerieten in die äusserste Bestürzung, Bald hernach kamen die Söhne des alten Weibes von ihrer Jagd zurück. Der eine trug den Leichnam eines Mannes, der andere einen Eselskopf, der dritte die Füsse des Esels. Bei dem Anblick erschracken die Söhne des Blinden noch mehr und flüsterten ihrem Vater zu, sie müssten zu entwischen suchen. Die Neuangekommenen hörten aber ihr Geflüster und liessen sie nicht fort. Trotzdem verstanden es die Söhne, sich aus dem Staube zu machen und waren bald im Wald in Sicherheit, während ihr Vater allein zurückblieb. Bald nachdem die Söhne so geflohen waren und es Schlafenszeit wurde, kam das alte Weib und sagte zum Blinden: „Wo willst Du schlafen, in meiner Hütte oder in der Hütte mit meinen Söhnen?“ Wo Ihr mich unterbringen wollt,“ antwortete er. Da nahm sie ihn mit sich und schloss die Aussentüre mit starken Riegeln ab, denn am nächsten Tage wollte sie den Blinden auffressen. Sie und ihre Söhne waren Ungeheuer (monsters). In der Nacht nun verwandelte sich die Alte in einen Löwen und kam zu dem blinden Manne.

Sie weckte ihn auf und befahl ihm, seine Hand auf ihr Haupt zu legen. Als er dies tat, fühlte er einen Löwenkopf. Furcht und Entsetzen machten es ihm möglich, trotz seiner Blindheit aus der Hütte auszubrechen und in den Wald zu entkommen. Auf seiner Flucht rannte er aber schliesslich mit aller Gewalt seinen Kopf an einen Baum an. Plötzlich öffneten sich da seine Augen und er konnte wieder sehen. Hocherfreut ging er nach Hause und versammelte alle blinden Leute, die er nur auftreiben konnte, um ihnen von dem Wunder, das sich mit ihm zugetragen, zu erzählen. Er führte den ganzen Haufen zu demselben Baume und hiess die Leute gegen den Stamm anzurennen. Allein so oft sie sich auch die Köpfe blutig stiessen, ihre Augen wollten sich nicht öffnen. Der alte Mann ermunterte sie und meinte, sie stiefsen ihre Köpfe nicht hart genug an den Stamm, er wolle selbst es ihnen vormachen. So ging er etwas von dem Baume weg und rannte drauf mit aller Macht gegen den Stamm. Da war er zu seiner grossen Bestürzung wieder blind geworden und so kam es, dass alle diese blinden Leute sich nicht mehr aus dem Walde herausfinden konnten.

Edinburgh.

Eine lateinische Rede über die Schlacht bei

Pavia 1525.

Von

Ludwig Geiger.

D

ass Deutsche und Franzosen die Schlacht bei Pavia, die erste im

Entscheidungskampfe der beiden rivalisierenden Nationen, vielfach in Prosa und Vers behandelten, ist nicht wunderbar; seltener, wenn auch nicht ganz vereinzelt, ist der Fall, dass ein Italiener dem Ereignis seine Aufmerksamkeit zuwendet. In dieser Hinsicht hat eine Rede des Franc. Testa einige Bedeutung. Francisci Testae in Victoriam Divi Caroli Quinti Caes. Aug. apud Ticinum patam Oratio. (Paris, Bbl. nat. L. 300 126 8 Bll. in 40). Der Autor, von dem die zugänglichen

bio- und bibliographischen Hilfsmittel nicht einmal den Namen mitteilen, ist selbst dabei gewesen: me in eo bello sub signo Caesaris militasse; eben darum habe ihn Franciscus Gubernatus e secretis Caesaris aufgefordert, zum Jahrestage der Schlacht die Rede zu halten. Auch sonst bekundet der Redner Kenntnis des Details und Bekanntschaft mit den leitenden Persönlichkeiten; er giebt am Schlusse einen Brief an die kaiserlichen Feldherren, den Marchese von Pescara und Antonio de Leyva; der Erstere wird auch sonst sehr gerühmt. Besonders gelobt wird Reverendus abbas de Nazara Fernandus Marinus Caesareus Generalis Commissarius und ein Alfons (II von Ferrara?) empfängt hohen Preis und einen Versicherungsschein auf die Zukunft: Tua ergo illa Alphonse prima belli virtutisque rudimenta fuere quae te merito ad summum rerum calmen non ambitione sed discrimine atque virtute evehent.“ Als charakteristisches Merkmal der Rede ist zunächst das humanistische hervorzuheben. Dahin ist die Einführung der alten Götter zu rechnen: Mars, Bellona und Pallas werden genannt und als Schutzgötter der Kriegführenden gerühmt; ferner die Lust an Übertreibungen: was seien die Taten des Themistokles, Leonidas, Hannibal gegen diese Heldenübungen; eine solche Schlacht sei von keiner Zeit noch erwähnt worden. Sodann der speziell italienische Standpunkt des Verfassers. Er beginnt gleich mit der Bemerkung: Irgrati essemus, si eam victoriam quam Romano Imperio hodierna dies dedit annua laude non prosequeremur und freut sich, dass ihm dieses Amt zu Teil geworden sei; er freut sich vornämlich, dass die Feinde, hier die Franzosen, Italien verlassen müssen und kann bei dieser Gelegenheit sich und uns den historischen Exkurs bis auf Karl d. Gr. und Desiderius nicht ersparen. Er billigt nicht aller Italiener Verfahren, sondern ist gegen die Venetianer sehr aufgebracht: Veneti semper ambigui et versipelles qui nec in pace constantes nec in bello fideles esse consueverunt. Endlich kann er die Bemerkung nicht unterdrücken, es wäre ruhmreicher gewesen, wenn der Kaiser Gallos in Gallia non in Italia debellasset; d. h. wohl trotz alles kaiserlichen Standpunkts: es wäre nicht übel, wenn auch die deutschen Truppen Italien räumten. — Über den Re Franc. Testa vermag ich nichts Näheres anzugeben.

Berlin.

Ztschr, f. vgl. Litt.-Gesch, u. Ren..Litt. N. F. I.

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Di

I. „Ihr Brüder, wenn ich nicht mehr trinke“ etc. ieses Studentenlied hat ein südfranzösisches Volkslied benutzt, wie

das folgende gascognische Liedchen zeigt:*) Quant lou boè s'en ba laura (bis) 1. Wenn der Ochsentreiber ackern

geht, Planto l'agullado,

Braucht er den Stachel,
Ha!
bis

Ha!
Planto l'agullado.)

Braucht er den Stachel.
Trobo la Jano proche lou hoèc, 2. Er findet Jeanne dicht beim Feuer
Tristo, descounsoulado.

Traurig, trostlos.
„Jano, s'ès malauso, ditz- 3. — » Jeanne, wenn du krank bist,
m'oc,

sage mir es, Te harèi un poutatge,

Ich werde dir eine Suppe machen,
Dambe uo hocillo de caulet, 4. Mit einem Kohlblatte
E uo lauseto magro.“

Und einer magern Lerche.“
Quant sio morto, enterro-me, 5. – Wenn ich tot bin, begrabt mich
Tout au houn de la cauo:

Ganz im Grund des Kellers: Lous pès de cap a **) la paret, 6. Die Füsse gegen die Wand ge

richtet, Lou cap a la canèro.

Den Kopf beim Hahnen.
Lous capuchis que passeran 7. Die Kapuziner, die vorbeigehen

werden, Prendran aigo segnado,

Werden Weihwasser nehmen
E diran: „Qui est morto aci? 8. Und sagen: „Wer ist hier ge-

gestorben? Acò es la praubo Jano.“

Es ist die arme Jeanne.“

*) Bladé, Poésies populaires de la Gascogne, im VI. Bande der Littératures populaires, S. 254. (Paris, Maisonneuve.)

**) cap bedeutete im Altfranzösischen sowohl Kopf, als auch Anfang oder Ende.

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