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könntet, wenn ißr gewohnt reyd, eure Augen zum Himmel zu erheben. Wie wird sich euer Geist sammeln ben dieser Aussicht, welche Em. pfindungen werden fich in ihm regen, welche Ahnungen werden in ihm erwachen; und wie, ermuntert, wie gestårft wird er fich zu allem füglen, was ebel und groß ist!

Doch dieß ist eben der vierte Umstand, der benm Anblick des unermeßlichen Weltalls unsre Aufmerksamkeit verdient; dieser Ane blic ift' aud ein må driger Antrieb zu allem Gusen. Vernachlässigen, M. Br., versámåhen dürfen wir nichts, was unsre Beso serung erleichtern, was gute Regungen in uns þetvorbringen, was uns zur Erfüllung unsrer Pflichten stårken, was uns ermuntern kann, nach höherer Vollkommenheit zu streben. Wie wilkommen, wie wichtig muß uns also der Anblick des unermeßlichen Weltalls reyn! Denn hebet nur eure Augen in die Höhe und febet. Da erinnert eud alles an eure Pflicht; da mecft euch alles zum Gefühl eurer Würde; da ift euch das Bild der Tugend und Voll. kommenheit, nach der ißr ftreben follet, mit himmlisden Flammenzugen vorgezeichnet. Welde Drdnung Herrfot in dem unermeßlichen Weltall: und ifr wolltet unordentlich seyn, und euch wilden Nussdweiffungen überlassen?

rlassen? Mit wels der Regelmässigkeit vollenden alle Körper des Weltalls ihre Saufbaßn; und ihr wolltet ohne Règel und Plan zu Werte gehen, und euch

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dem Zufalle Preis geben? Jn welcher Uebereins stimmung find alle Theile des unermeßlichen Weltalls, wie rollen alle Gestirne in ihren Bagnen, ohne einander in den Weg zu foins men, ohne feindselig zu fåmpfen: 'und ißr wolle tet euch gegen alles empóren, mas euch um. giebt; wolltet Streit und Uneinigkeit ftiften, wo ihr nur wirken könnet; wolltet etwas darin fuden, euch euern Mitmenschen feindlich zu widerseken, und ihren Frieden zu unterbrechen? Mit welcher Reinbeit, mit welcher Schönheit, mit welder immer neuen, ewig jugendlichen Klarheit glångt euch in dem unermeßlider Weltall alles entgegen: und ihr wolltet die Unschuld eures Herzens durdo Fehler veruns reinigen; wolltet die Würde eures Geistes durch Thorheiten und Laster verbunkeln; wolltet euch

, entehrende Schandfleden verwandeln? Mit welcher Pünktlichkeit gefordt alles in dem una ermeßlichen Weltall dem Willen Gottes; wie folgen die ungeheuern' Körper des Himmels, als ob fie mit Namen geruffen wåren; wie eilen fie unaufhaltsam dafin, um es nie an fich fehlen zu lassen: und ihr wolltet es wagen, dem Willen Gotres entgegen zu handeln; woll. tet die Gefeße dessen veradten, der folde Dinge geschaffen hat, und ihr Beer bey der Zahl berausfúhrt; wollter eud unbesonnen dem widerseken, dessen Vermo gen, dessen ftarke Kraft fo viele Soni

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nen und Welten lenkt? Edlere Gefiðle, einen höhern Sinn, erwas Ueberirdisches, dem Him. mel Verwandtes wedfe der Anblic des uner, meßlichen Weltalls in der Seele des Betrachtens den, M. Br.

Wie groß, wie nothwendig, wie unerläßlich scheint ihm da alles, was gut und recht und wohlgefädig vor Gott ift! Wie fühlt er fidh da gedrungen, fich mit dem Himinel, wo alles zusammenstimmt und den Willen Gottes erfült, in Einklang zu regen! Und welche bes geisternde Bilder von Hoheit und Grösse, von Harmonie und Regelmässigkeit, von Ehrfurcht und Liebe gegen den Schöpfer bringt er von dies fem Ansdauen ins tägliche Leben zurúck ! lasset ein Mittel der Besserung nicht ungenůzt, M. Br., das so wirksam ist, dessen sich alle edle Seelen mit so grosser Vorliebe bedienen, das euch unvermerkt eine höhere Richtung geben, und eud über euch selbst erheben wird.

Und wie wichtig ist der Anblick des uners meßlichen Weltalls als. Ermunterung zum Vertraŭ en auf Gott! Nein, das Vers mogen, die starke Kraft des Unendlichen ist nir: gends, anschaulicher, nirgends herrlicher, als in der Höhe; als in den unermeßlichen Räumen, wo 'seine Schöpferhand Sonnen wie Staub ausgestreut hat; als da, wo zaklore Welten feinem Wilen gehorchen, und es keine an fich fehlen låßt. Ist aber seine Güte, ift jene. Huld, mit der er fich aller seiner Werke erbarmt, ist jene Liebe, mit der er infonderheit vernünftigen

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Geschöpfen ihr Dasenn giebt, und sie mit seinem Bilde bezeichnet, in jenen Höhen, und an jener Welten nicht eben so sichtbar,? Könnet ihr fie fúr leere Behältnisse, für traurige Wüstenenen, für unermeßliche Einóden halten, jene zahllosen Welten, 'die am Himinel ylånzen; für Einóden, wo nichts füblet und lebt, wo nichts denkt und feinen Scópfer erkennt, wo nichts geschieht, und die Endzwecke Gottes befördert, wo sich nie eine Stimme des Danks und der Freude zu ihm erhebt? Welche Vorstellung, M. Br.! Wie unvereinbar ist sie mit allem, was wir von Gott wissen; wie widersprechend jener Weiss heit, die nichts umsonst thut, jener Güte, die fich so reichlich als möglich mittheilte, jener Heio ligkeit, die Welten nur' um vernünftiger, freger, der Heiligung fähiger Wesen willen das Das seyn geben kann! Ist aber alles belebt in dem unermeßlichen Weltall, sind es Wohnsite glúc. lider Geschöpfe, was uns am Himmel ents gegenglångt; ist es ein grosses, mit denfenden Wesen aller Art erfülltes, alle Gattungen vers nünftiger Geschöpfe umfassendes Reich Gorres, dieses unermeßliche Weltal : was dürfen wir hoffen, M. Br., welches Vertrauen dürfen wir zu einer Made fassen, die so grånzenlos ist, zu einer Gúte, die lide über alle Welten verbreitet! Fürchtet nicht, übersehen zu werden in diesem Gewúhl, in dieser Mannigfaltigkeit zahlloser Wes fen, in diesen immer höher steigenden Ordnun. gen und Reihen von Gescópfen aller Art.

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Nicht bloß die Sterne, wo sie wohnen, nicht
bloß die Welten, wo sie leben, ruft er mit Nas
men; sie selbst sind ihm bekannt; ein Gedanke
seines unendlichen Verstandes, ein Wert seiner
unendlichen Macht, ein Gegenstand seiner une
endlichen Liebe ist jedes Wesen, dem er das Das
seyn geldenft bat; und das sind auch wir; er
mußte, fid felbft vergessen, mußte aufhören der
Alwissende und adgütige zu seyn, wenn er uns
übersehen, wenn er uns vernachlässigen könnte.
So heben wir denn unser Haupt mit Freuden
zu eud empor, Gestirne des Himmels, die ihr
uns aus allen Fernen entgegenleuchtet. Zeus
gen' einer Macht send ißr ung, auf die aude
wir rednen, Verkündiger einer Huld, der auch
wir uns tróften fönnen; uns umfaßt, uns sobújt,
uns regnet dieselbe Hand, welde die Wage der
Welten hålt, und euch allmåchtig in euern Krei.
fen herumführt; und fie pórt nicht auf zu wir.
ten und zu regnen, diese almachtige Hand, fie
kann, sie wird uns ewig erhalten.

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Id fage nicht zu viel, M. Br. Der Ans blic des unermeßlichen Weltalls fol uns endo lid auch als Vorgefühl ewig er fort, dauer wichtig regn. Mag es uns doch zu. weilen demüthigen, niedersdlagen, gleichsam ver. nichten, wenn sich alle Räume der Søópfung vor uns öffnen, wenn unser Blick im Sternen gefild þerumirrt, ohne an eine Grånze zu tom. men, wenn er sich unter ungåkligen Sonnen

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