Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

endlich verliert, und zulezt fich felbft und un, sern kleinen Erdball nicht mehr findet. Sind wir nicht dennoch ein wirtlider Theil dieser unermeßliden Welt? Werden wirs nicht ewig bleiben? Kann Gott wieder untergeben, wieder in Nichts verfowinden lassen, was er einmal zum Dareyn gerufen hat? Sind wird nicht nodo überdieß ein edler Theil der Welt?' Sind wir nidt Geist, und dem Höchften Geiste vere wandt? Sind wir nicht bestimmt, den Willen unsers Søópfers zu thun, und uns zur Tehn. lichkeit mit ihm zu erheben? Und ist diese Bes stimmung nicht unendlid, können und sollen wir ihm nicht ewig áhnlicher werden? Und er folie uns nicht werden lassen, wozu er uns bestimmt hat; ec sollte uns nicht ewig erhalten und weis ter, führen; er sollte nicht mehr Wunder seiner Almadot zeigen, und uns auch in andern Ges genden seines Reiches Wirkungsfreise bestimmt Þaben? Weldbe Aussicht in das unermeßlice Weltall, M. Br.! Umsonst hat er sie uns wahr. lich nicht geöffnet; umsonst fådt es uns nicht. in die Augen, wie zahllos die Wohnungen im Hause des Vaters find, und wie grångenlos sein Reich ist. Glücklich, wenn wir jezt Treue beweisen; wenn wir jezt fákig zu etwas Großrem werden; wenn er uns bey unserm Absdied vor der Erde wurdig findet, uns mehr anzuvertrauen. Welche Bahnen wird er uns dann aufthun! In welche Verbindungen wird er uns bringen! Durd welde Stufen wird er uns emporfüh.

ren,

1

112 ste Pr., am 4. Sonnt. n. dem Seste d. Ersch.

ren, und uns immermehr seiner Seligkeit theils haftig machen! Mégé fiche machtig in uns res gen das heilige Gefühl unsrer Verwandtschaft mit dem Himmel, das Vorgefühl unsrer Uns fterblichkeit, so oft fich unser Blick zum Him, mel erhebt und höhere Welten uns gleidsam zuwinfen! Möge aber auch unser Wandel im Himmel fenn und uns sicher ins beßre Vater: land führen; Amen.

113

VI. Alm Fefte der Reinigung Mariå.

Text: Matth. XIX. 8.13--15.

Gnade,

nade, Barmherzigkeit und Friede von Gott, unserm Vater,“ und dem Herrn Jefu Christo ; Amen.

Nach dem Gefeß, welches Moses dem Ifraelitischen Volke gegeben hatte, M. Z., war jede männliche Erstgeburt von Menschen und Thieren Gott geweiht und ein Eigenthum Gottes. Nun hatte Gott zwar, ftatt der Erft. gebornen aller Ståmme, den Stamm levi ju feinem Eigenthum gewählt, und ihn zur Vers richtung aller der Dienste bestimmt, die ihm Jene zu leisten verpflichtet gewesen wären. Uber offentlich anerkannt mußte es doch wers den, daß eigentlich jeder Erstgeborne dem Herrn gehöre; er mußte daher, wenn die der Mutter vorgeschriebene Zeit der Reinigung vorüber war, in den Tempel gebracht, und Gott dargestellt werden; die Eltern mußten és gestehen, er rey ein Geweiheter des Herrn, und durch ein Opfer ihn gleichsam låsen. Dieser Fal trat bekannt, lich aud ben Jesu unserm Herrn ein. war der Erstgeborne feiner Mutter; fie-ges

bar

D. Reinh. Pr. ifter Band 16te Samml.

bar ihren ersten Sohn, fagt lucas in der Nachricht, die er uns von der Geburt Jesu giebt. Auch Er war also ein Eigenthum Got. tes; auch ihn mußten Teine Eltern in den Tem. pel bringen und dem Herrn darstellen; und Lucas bezieht sich in der Stelle, 'wo er auch dieß erzählt, ansdrúdlich auf die Verordnung des Geleges, nach wel dem allerlen Månn. lein, da s gum erften die Mutter brach, dem Herrn geheiligt war. Dem andeni Ken dieser Feierlichkeit, dieser Darstellung des Herrn in dem Tempel, ist das Feft gewidmet, M. 3., welches wir heute begeben. Schon ver. moge seiner Geburt war der Herr ein Geweihe. ter Gotses; war es in einem weit erhabenern Sinne, als irgend ein Levit und Priester; dieß wurde auch öffentlich anerkannt, ro bald ihn seine Eltern in den Tempel brachten; ehrwůc. dige, vom Geifte Gottes beseelte Perjonen bes grüßten ibn schon damals als den Heiland der Welt, und lenkten die Aufmerksamkeit ihrer Mit. búrger auf ihn hin; febet fier die Umstånde, an die uns dieses Fest erinnern, deren Anden, fen es jährlich unter uns erneuern fol.

Eine bedeutungsvolle, rührende Feierlichkeit war diere. Darftellung der Erstgebore hen unter den Israeliten, M. 3. Daß eigentlich in jeder Familie ein Geweiheter Got. tes, ein Priester desselben, senn müsse; daß zu diesem Geweiheten der Erstgeborne und mithin das vornehmste Mitglied der ganzen Familie

bestimmé

[ocr errors]
[ocr errors]

bestimmt ren; daß die ganze Nation auch in dieser Hinsicht ein auserwåltes Geschlecht, ein tonigliches Priesterthum, ein feia liges Volk heiffen fónne : das sollte jene Feierlichkeit gleichsam anidaulich machen; in einem ganz eignen und nahen Verhältniß mit Gott sollte der Ifraelite fich und die Seinigen bey dieser Gelegenheit erblichen; er sollte die Verbindlichkeit fühlen, das Beste' und Theuerste, was er habe, Gott zu heiligen; es follte ihm einleuchtend werden, wenn das erfte Mitglied seines Hauses dem Herrn, gehöre, so renen ihm auch die übrigen nicht fremde; als Geweibete

Gottes sollte er also seine - Kinder betrachten, " und sie eben darum desto mehr achten und lies ben lernen.

Durd Chriftum ift diese Feierlichkeit eben fo, wie alle übrigen Gebräude der Mosaisden Verfassung zwar aufgehoben und abgeschafft wore den:. aber die Verbindlichkeit, M. Br., die Verbindlichkeit, nicht nur unsre Erftgebors nen, sondern alle unsre Kinder Gott zu weißen, hat durch ihn eine Kraft, eine Wide tigkeit, eine Bedeutung erhalten, welche sie zus vor gar nidt batte. Nicht umsonft sagt Per trus in seinem ersten Briefe den Befennern des Evangelii: ibr rend das a user wáblte Geschlecht, das königlio e Priestere thum, das beilige Wolf, das Volk des Eigenthums. Jeder wahre Christ ist nebma lich ein Priester Gottes; jeder ift Gott geheia

H2

ligt,

1

1

« ͹˹Թõ
 »