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ligt uns darf sich ihm någern; alle haben, wie Paulus e$ ausdrůdt, durch Chris ftum einen Zugang zu Gott und jur Gnade 6 001ed; darum follen fie aber auch alle perfundigen, die I ugenden deße der sie berufen hat zu seinem wun. derbaren lichte. Solche Mensden sollten niebe fühlen, was ihnen ihre Kinder find? Sie follten nicht erkennen, daß fie Gott gegóren? Sie sollten nicht wahrnehmen, auch ihre Kleis nen senen bestimmt, einst Priefter Gottes zu feyn, und ein heiliges Volt zu wer. den? Sie sollten nicht darauf bedacht seyn, fie ben Zeiten Gott zu weihen, und zu ihrer grossen Beftimmung vorzubereiten? Aber was wird mehr verkannt, ich sage es mit rowerem, blutenden Herzen, was wird mehr vertadolássigt, nicht blos von denen, die kinderlos find, sons dern auch von Eltern felbft vernachläffige, als diese grosse Berbindlichkeit; wie wenig wird daran gedadt, daß alle, wer fie auch fenn mó. gen, dazu beytragen können und rollen, die Kleinen unter uns fo bald als möglich Gott ju heiligen! : Wir werden dieses Feft nicht beffer feiern, werden der Bestimmung desselben nicht gemåßer handeln fónnen, M. Br., als wenn wir uns ben dieser Betraditung verweis len, als wenn wir uns eine Verbindlichkeit vor, . halten, die im ftrengften Sinne des Ausdrucks von unendlicher Wichtigkeit ist. Móge Er, der die Kinder so gern zu sich kommen ließ und fie

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regnete, i moge der Herr felbft mit uns fenn und unser Vorhaber beglücken! Wir fleben um diese Gnade in stiller Andacht.

Sert: Matth. XIX. v. 13 - 15.

Ihre Kinder von dem groffen Propheter gesegnet, fie durdo rein Geber Gott empfohlen und gleichsam geweiht zu sehen, das war der Wunsch der Mutter, M. Z., welde nach dem. vorgelesenen Tere igre Kinder zu Jesu brach. ten. Sie richteten fic fieben nach einer Sit. te, die unter ihrem Polfe seit den ältesten Zeis ten vorhanden war; man fielt es für ein große ses' Glüc, wenn ehrwürdige Greise, wenn bes rühmte Lehrer, wenn Propheter Gottes einem Kinde die Hand auflegten und einen Segea über dasselbe aussprachen; man war überzeugt, der Wunsch, das Gebet folder Männer bleibe nicht ohne Wirkung 'und Folge; und wie Geweibete Gottes betrachtete man Kinder, auf welden ein folder Segen ruhte. Der Hauptsache nad irrte man sich aus nicht; daher war der Herr in unserm Defte nicht das mit zufrieden, daß seine Apostel die Kinder, welche ihm in dieser frommen Absicht gebracht wurden, zurüdweisen wolten; laffet die Kindlein, ruft er seinen Jüngern zu, und wefret ignen nicht, zu mir zu fom.

Er erfüllt sodann den Wunsch der bit. tenden Mütter, und regnet igre Kleinen durch Auflegung der Hånde.

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Es mag anfangs auffallen, M. 3., wenn ich behaupte, was der Herr bier that, das fons ne und folle in gerisser Hinsicht von uns allen an Kindern geschehen; nicht durch Auflegung der Hånde; dieß war ohnehin blos das aussere willführlich gewählte Merkmal dessen, was man eigentlich wollte; sondern durch Mittel, die wir alle in unsrer Gewalt haben, die wir sogar an. wenden můjren, wenn wir nicht Pflichten von der größten Wichrigkeit aus den Augen feßen wollen. Ja, M. Br., daß wir alle dazu ben tragen können und sollen, die Kleinen unter uns bey Zeiten Gott zu weiben, das will ich jezt dari thun; eine Pflicht will ich euch vorhalten,' wel dhe nicht blos, von denen, die selbst keine Kin. der haben, sondern fogar von Mensden, denen Kinder ausdrücklich anvertraut find, von leh. rern und Erziehern, von Verwandten und Freun, den, von Eltern und Pflegern, auf das unver, antworrlichste vernaclássige wird. Röret mich unbefangen und mit ruhiger Sammlung.*

Der Ausdruck, dessen ich mich bey mei. ner Behauptung bedient gabe, fann nicht un. verständlich seyn, M. 3. Kinder werden ben Zeiten Gott geweibt, wenn man fie als Gescópfel betrachtet, die igm angehören und ihm werth und theuer sind; wenn man fie aus Ehrfurcht vor Gott so behandelt, wie e8 der Würde ihres vernünftigen Wefens geo más ift; wenn man ihr Erwaden zum Gefühl

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dieser Würde nicht nur nicht kindert, sondern es auch auf alle Weise befördert; wenn man ihr Religionsgefühl ro frühzeitig als 'möglich weqft, und sein ganzes Verhalten gegen Kin. der' so einrichtet, daß fie fich leicht und glücks lich zu wahren Verehrern Gottes bilden und Muster einer ådten Frömmigkeit werden för.

Daß die, welde enrideber durch Bande der Matur, oder durch die Pflicten ihres Be. rufs mit Kindern zusammenhången, fo auf fie wirken können, bedarf feiner Bestätigung. Das dieß aber auf mehr als eine Art auch euch möglich ist, die ihr unmittelbar in feiner Ver. bindung mit Kindern ftehet, das will ido iezt flar zu maden suchen; ich will den Beweis führen, daß wir alle, wer wir auch fenn mogen, fu einer solden Weihe unsrer Kinder das Unsrige bentras gen sollen.

Dieß kann nåmlid nicht blos, es roll fogar zuerft dur de 2 d tung gegen sie ges fdehen. Gar nicht benfalen kann 18 ans, beyin Anblick unsrer Kleinen an Gott zu den, fen, oder fie als Wesen zu betrachten, die ihm geweiht werden sollen, wenn wir fie nidi adren, wenn sie uns gleichgültige, oder wohl gar verådtliche und verhafte Ger scópfe find. . Und welche Spuren, welche traurige Merkmale, welche unwiderlegliche Be. weise einer soloben Gleichgültigkeit und Ver. adrung kommen hier und da auch unter uns

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zum Vorschein! Bon euch, die ihr es gar nicht über euch erhalten fónnet, eud freundlid mit Kindern abzugeben, die ihr sie feiner Auf. merksamkeit würdiget, die ihr sie wohl gar-mit Ungeftum und Hårte-behandeln und grausam gegen sie wüten fónnet, von eudo will ich jeft gar nicht reden; rey es leichtfinn und Uns besonnenheit, oder Füßlosigkeit und Robheit, was euch so verfahren låßt, genug, daß euch Kinder nichts find, daß ihr von der Wichtig. Feit und Würde dieser fleinen Geschópfe feinen Begriff babt, das ist am Tage. Die Achtung, von der ich 'rede, durch die wir erwas beytra. gen sollen, unsre Kleinen Gott zu weißen, fehlt uns fdon, M. 3., wenn die Kinder fein Ges genstand unsrer Aufmerksamkeit sind, wenn wir fie nicht mit einer Art von stiller Ehrfurcht betrachten, wenn ihre Gegenwart feinen Ein. fluß auf unser Verhalten' hat, wenn wir nicht mit vernünftiger Hinsicht auf sie kandeln, wenn uns nicht alles wichtig ist, was ihre Erhaltung und Erziehung berrift, wenn wir nicht inson, derheit denen, die Gott uns selbst geschenkt hat, alle die Sorgfalt widmen, die wir ihnen wide men fónnen. Soll ich euch aber erst beweis fin, wie pflichtwidrig, wie ftrafbar dieser Mans gel an Achtung ist? Werfet einmal einen Blick in unsern Deft. Muß es euc nidt fdon beo schåmen, wenn ihr fehet, wie freundlich der Herr die Kleinen aufnahm, die man ihm brach, te; wie unwillig er wurde, als man sie nicht

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