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por ihn lassen wollte; wie gern er fich selbst in einem wichtigen Gespråde mit seinen Apo. stela' durch fie unterbrechen ließ; wie huldvoll er die Hände auf sie legte uno 'fie' regnere?

Dürfet ihr euch, wer ihr auch fenn möger, /«mit dem Herrn večgleiden? Dürfet ihr für

unwúrbig und klein ansehen, was Er nicht un, ter seiner Würde fand ? Dúrfet ißr euch mit euern Gesdåsten entschuldigen, und fie für widriger erklären, als die reinigen waren? Ift euch sein Muster nicht der flare Beweis, wab. re Bildung, ådte fittliche Grösse, .ein vollens detes tugendhaftes Verhalten sen ohne Achtung gegen die jüngern Mitglieder unsers Geschledors gar nicht möglich? Das kann auch nicht an. ders senn, M. 3. Der Herr rechtfertigt in uns serm Defte die Uotung, die er gegen Kinder bewies. Solder ist das Himmelreich, ruft er. Welda ein Aussprud), M. Br.! Alle Fähigkeiten, einst Bürger des Reiches Gottes zu werden, einst jede Art der Volfоmmenheit zu erlangen, fido einst für den Himmel und eine höhere Welt zu bilden, liegen also in unsern Kleinen verborgen; ifre Bestimmung ist die er. habenste, welche fich denken fåßt. Und solche Gescópfe sollten wir nicht achten, sollten sie nidt mit .frommer Scheu -betrachten, sollten uns nicht sagen, daß fie uns einst übertreffen und besser werden können, als wir felbft find ? Doch der Herr geht noch weiter. Schon jezt ftellt er sie den Erwachsenen zum Mufter vor,

fogar

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fogar lernen rol man von den Stindern. Soli der, sagt er, das heißt, derer, die gesinnt find und handeln, wie die Kinder, ist das Him. melreid. Und hat' er nicht recht? Was fehlt uns mehr, als jene Unbefangenheit, mit der Kinder zu Werke gehen? Was ist uns fremder, als fene Offenheit, mit der fie fico åussern? Was besigen wir weniger, als jene Gurmúrhigkeit, die rich in allen ihren Handluns gen ausdrúdt?

Was zeigen wir seltner, als jene Gelebrigkeit, mit welcher fie Unterricht an. nehmen? Was vermißt man mehr an uns, als jenen unverdorbenen geraden Sinn, den sie ben jeder Gelegenheit zu Tage legen? Und jer ne rührende Treugerzigkeit, jene berzliche Ano hånglichkeit, jene aufrichtige Liebe gegen die, die ihnen Gutes' erzeigen, wo ist fie ben uns zu finden? Ist es aber ohne diese Vorzüge möglich, ein gebesserter Mensch, ein Bürger des Reiches Gottes zu feyn? Und rollen Geschó. pfe, denen diese Vorzüge natürlich find, nicht unsere Udtung verdienen? Sind mir "billig, M. 3., betrachten wir unsre Kleinen mit Aufs merksamkeit und Ueberlegung : so fann es nicht fehlen, Wesen, in denen viel Widriges und Grosses verborgen liegt, ber weldben sich Be. ziehungen auf etwas Hóteres 'und Ueberirdijches unmöglich verfennen lassen, erbliden wir in ignen; 'es fann uns unmöglich entgehen, daß fie fåhig und wurdig sind, Gott ges weibet f u werden. Diese Weibe, fónnen

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wir aber nicht anders anfangen, können nicht anders dazu mitwirfen, als wenn wir ihnen vor allen Dingen Gerechtigkeit widerfahren lar, sen; als wenn wir sie für das erkennen, was fie find, und itnen die gebührende Adtung beweisen.

Diese Adrung muß fide aber mit Liebe verbinden. Mehr als eine Spur, welche liebe der Herr selbst gegen die Kinder empfand, finden wir in der evangelischen Geschichte, M. 3. Nie wies er sie von fide, wenn sie ihm gebracht wurden; immer nahm er sie mit der Huld und dem segnenden Wohlwollen auf, das er in unserm Tefte äusserte, und mit welcher Billigung, mit welcher Freude betrachtete er jes de liebenswürdige Eigenschaft derselben; wie ge. läufig war ißm der Ausspruch: wahrlich ich fage eud, e$ rey denn, daß ihr euch um kebret, und werdet wie die Kini der, so werdet ihr nicht in das Himo melreid kommen. Ihr lebet zugleich aus die. fem Beyspiel unsers Herrn, die Liebe, durch welche wir dazu beytragen sollen, unsre Kleinen Gott zu weißen, ist nidt jener blinde Trieb der Natur, welden selbst die Thiere empfin. den; sie ist nicht jenes blog sinnlide Wohlgefallen an der Soonheit und d'e'm lieblichen Reiß, womit die Knospe der Jugend fich öffnet; fie ist nicht jenes un'w úrdige I åndeln, welches die Kinder zu einem elenden, die Zeit vertreibenden Spiele

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werf erniedrigt; sie iftam alerwenigsten jene unverstandige, kein Maas haltende Empfindelen, welche die Kinder verzårtelt und, statt fie Gott zu weißen, sie der Thora heit und dem. Laster widmet. Das lebendige, jarte, tiefe Gefúhl, daß unsre Kleinen wegen ihrer Hülfsbedürftigkeit nicht nur die gerechtes ften Ansprüde an unser Wohlwollen haben, sons dern es auch als verwandte, ans åbnliche, mit Vorzügen aller Art begabte Geschöpfe verdies nen; das daraus entspringende åmsige Beftres ben, sie zu fchútzen, ihnen zu helfen, für ihr Bestes zu sorgen, wo wir nur fónnen; die damit verknüpfte, mit Ernst gemischte Freunde lichkeit endlid, ben der den Kindern so wohl ift, ben der fich ißr natürlicher Frohsinn so un. gestórtånssert, bey der fie fich alles erlauben dürfen, 'nur keine Unart: das ist die Liebe, mit der wir alle Kleinen umfassen müssen, wenn wir dazu beytragen wollen, fię Gore zu weis hen. Nur dann, wenn eine solche Liebe alle Erwachsene beseelt, wenn sie über alle Kleinen wacht und für sie sorgt, nur dann wird sich alles glücklich entwickeln; nur dann werden überall unverdorbene, muntere, kraftvolle Ges fqópfe empor blühen; nur dann wird jedes einzelne fábig werden, mit jeder Gabe, die es empfangen hat, fich einst Gott zu heiligen. Aber nimmermehr werdet ifr mich bereden, daß ihr diese Liebe habt, Våter, die ihr ben eu. trn Geschåften, ben cuern Zerstreuungen, und

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im Taumel eurer Vergnügungen, eure Kinder
kaum zuweilen eines flúdrigen Blickes würdi:
get, und igre Erziehung dem nächsten beften
Miethling úberlasset. Nimmermehr werdet ihe
mich bereden, daß ihr diese Liebe empfindet, '
M útter, die ihr és láftig findet, eure Kinder
um euch zu haben, die ihr sie forglos einem
roßen Gefinde Preis gebet, und tåglich von
ihnen wegeilet, um euch in Gesellschaften und
Justbarkeiten herumzutreiben. Nimmermehr wers
det ihr 'mich bereden, daß ihr von dieser liebe
beseelt fend, Verwandte und Freunde,
die ihr euch húlfloser Kinder mit Widerwillen
annehmet; die ihr nirgends farger send, als
wenn ihr etwas für sie aufwenden sollet; die
ihr sie als eine last betrachtet, von der man
fich bald möglichst befrenen muß. Nimmers
mehr werdet ihr mich bereden, daß nur ein
Funke dieser Liebe in euch glimmt, lehrer
#nd Erzieher, die ihr euer Geschäft ohne
Eifer und mit Verdroffenheit treibet, die ihr
gar nicht begriffen zu haben scheinet, wie viel
euch anvertraut ist; die ihr die Kleinen, welche
ihr freundlich bildeu follet, eure üble Laune füh.
ten lasset, und sie mißhandelt. Nimmermer
werdet ihr mich bereden, daß euer Herz je von
liebe gegen die Kinder ermårmt gewesen ist,
Erwadi fene, die ihr euch um das Schicksal
der Kleinen gar nicht bekümmert; die ihr an
dem, was zu ihrem Besten oder Schaden ge.
schieht, gar keinen Antheil nehmet, die ihr euch

weigert;

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