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was in der Körperwelt geschieht, alles, was fich im Himmel und auf Erden ereignet, der Wille, die Veranstaltung und das Werk Goto tes; in der ganzen leblosen Natur erblickt er das allmächtige Wirken desselben.

Je babe es schon bemerkt, M. Ž., der Vernunft nicht bloß gemåß ist die religiøre Anficht der Körperwelt: will die Vernunft eina stimmig mit sich selbst seyn und das Geschäft ihres Forsens vollenden, so muß fie fich 'noth, wendig zu dem Standpunkt erheben, wo ihr die ganze Natur als ein Werf Gottes erscheint; wo sie Gott in allem gewahr wird, was im Himmel und · auf Erden geschieht. Es fannt also feinem Zweifel unterworfen seyn, auch wir müssen uns zu dieser Ansicht der Körperwelt gewöhnen, wenn wir vernünftig handeln; wenut wir, wie es Christen geziemt, alles im Geist und Sinne der Sdrift und unsers Herret selbst betrachten wollen.

Und wie vortheilhaft für unsre Befferung und Beruhigung ist diese Ansicht! Welche Ermunterung wird uns vont alen Seiten her zu Theil werden, wenn uns die Körperwelt ein Heiligthum Gottes ift, woo er herrscht and wirkt, wo er fich verherrlicht, und seinen vernünftigen Geschopfen fich gleich sam enthüllet. Dod dieß euch klar zu machen, ist eben diesmal mein Endzwecf; wie wir das Walten Gottes in der lebroren Natur ansehen und gebrau den [ollerte,

das

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das wollte ich nach Anleitung unsers Tertes eud jezt zeigen.

Nicht ohne Bedacht spreche ich von einem Walten Gottes in der leblosen Natur. Ein freges, ungestörtes, durch nichts beschränktes Handeln und Wirken zeigt negmlich dieser Ausdruck an, M. 3., ein Handeln und Wirken, das nichts anders erfolgen läßt, als was mit den einmal gefaßren Absichten und Entschließ fungen übereinftimmt. So waltet Gott and in der Körperwelt, auch in der leblosen Nas tur; fie ist eben so, wie die fittliche Welt, der Schauplaß seiner freyen, unabhängigen Thå. tigkeit; sie ist ein Werkzeug, welches er zur Erreichung seiner Absichten gebraucht; nichts im Himmel und auf Erden kann sich seinem Ein. fluß entziehen. Daß unendlich viel darauf ankommt, dieses Walten Gotres in der leblo. sen Natur überall wahrzuneħmen und anzuer. tennen, låßt fich leicht beweisen.' Es fod ung nehmlich als eine all måd tige Wirka samfeit mit der tiefsten Ehrfurot vor Gott erfüllen; als eine an una båno' derliche Gefeße fido bindende Wirts famkeit zum pünktlichsten Gehorsam gegen Gott bewegen; als eine im Gror ren wie im Kleinen sichtbare Wirte sam feit zum freudigsten Vertrauen auf Gott ermuntern; als eine auf das Wohl der führenden Gerd Opfe bere dnete Wirksamkeit enolid qur

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innigften Dankbarkeit und liebe gea gen Gort beseelen. Seher hier die Haupt. punkte unsrer heutigen Betradtung.

Eine allmå d tige Wirksamkeit ist das Walten Gottes in der leblofen Natur, dieß fált fogleich in die Augen. Daß uner. meßlide Kräfte in der Körperwelt liegen, Kråfte, die von einander verschieden und ein. ahder entgegengesezt find, die eben daher leicht in Aufruhr und Kampf gerathen, und dann Zerstörung und Untergang ausbreiten, wer weiß das nidot; wer hat nicht schon felbft erfahren, was die empórte Natur vermag, wie fürchters lido, wie scoredlich fie werden kann, wenn sich nur einige Kråfte derselben entfesselt zu haben Tdeinen. zu die Made Gottes diese gewaltigen Kräfte; in welchem Gleichgewicht erhålt sie ihr unablássiges feindseliges Ringen; zu welcher Uebereinstim. mung måsligt sie die inimer drohenden Ausbrüche derselben! In labende Quellen, in rieselnde Bådhe, in starfe, ganze Lånder' beglückende Strø. me vertheilt sie die ungeheure Masse des Wassers, die sonst alles verheeren, und mit ihren Flurgen den Erdfreis bedecken wurde, und versiegen låßt fie diese Stróme, wie unser Left sagt, fo. bald sie es rathram findet. Alle Vorstellungen übersteigt die Menge der leblosen Materie, welche den unermeßlichen Weltraum erfúlt. Aber wie har fie die Almadr Gottes vertheilt und geord, net; welche Sonnen und Welten hat sie aus

der,

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derfelben gebildet; wie gat fie die zahllosen Kór. per des Himmels gegen einander abgewogen und mit einander verknüpft; in welchen unabs seblichen Kreisen bewegen fie fich, und wie uns aufhaltsam ift ihr Umschwung; Tag und Nadt ist dein, ruft der Dichter in unserm Teft, du ma deft, daß beyde Sonn und Gestirn ihren gewissen {auf aben. Wie nahe ist uns die allmächtige Wirksamkeit Gotres auf unserm Erdkreis felber. Du regeft einem jeglichen Land seine Grånze, beißt es in unserm Tefte. Und wie waht ist dieß, M. Br.

M. Br. Es sind die Fluthen des Meeres, es find gewaltige Stróme, es sind Ketten groffer, oft himmelhofer Gebirge, es find ode unwirt bare Sandwüsten, was die Lånder der Erde trentit, was die Grosse und Gestalt derselben bézeichnet; und das ist offerte bar, nur eine allmachtige Hand konnte solche Grånzsteine reßen, nur fie to unabånderlich den Umfang der Lånder bestimmen. Und wenn der Didter endlich hinzufejr: Sommer unð Winter mad eft du: hat er nicht recht, tåßt fich der Ärm des Admådrigen in diesem Bedrel werfeninen? Mein, fie fonnte nicht Statt haben, diese Veränderung; Sommer und Winter konnten nicht so regelmåslig, nicht auf eine für die Gescópfe so wohlthårige Art auf einander folgen, wenn Gott unsern Erdkreis nicht mit der Sonne in Verbindung gesezt, tenu er die Babn, in der er sich um fie bes

wegt,

wegt, nidot fo genau bestimmt, wenn er uns der Sonne nåber gebracht, oder uns weiter von derselben entfernt gåtte. Ridhtet eure Blicke in der leblosen Natur wohint ihr wola let: - úberal findet ihr Anstalten. Verhältnisse, Verknüpfungen in derselben, die das Maas endlie der Kräfte weit übersteigen, die das unverfenna bare' Wert einer almachtigen Wirksamfeit' find.

Und: dieser Anblick follte uns nicht 'mic Der tiefften Ehrfurcht vor Gott eru fúllen? Warum ist die Verehrung Gottes gewöhnlid fo kalt; warum beugen wir uns so

selten tigen?

Warum ift es uns so wenig eigen, unser Nichts vor ihm zu fühlen, und demůchig por ißm niederzufinken in den Staub!

Wir können es nidor läugnen, etwas Adrágliches ift uns das Walten Gottes in der Natur ger worden; wir þaben seine wundervolle, allmåde. rige Wirksamkeit in derselben vor Augen, ohne auf sie zu achten; wie viel, wie unendlid viel dazu gehört, daß Brunnen quellen und Strome verstegen; daß Tag und Nacht wed feln, und die Körper des Himmels ihre Bahnen berfolgen; daß jedes {and seine Grånze. har, und Winter und Sommer regelmåffig einan. der verdrången, daran denken wir gewöhnlich nicht. Aber ist sie zu verkennen, die gránjai lofe, ales, ordnende Macht Gortes, ro bald wir die teblose Natur mit ihren Veränderungen nåber betrachten? If es am Tage, aud nur

eine

Reinh. Pr, ifter Band 16te Samnil.

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