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dung, auf unsre Uebung im Guten, auf unsre Ermunterung und Wohlfahre abzweden, fåne nen wir das läugnen; sind wir nicht so aus, gezeichnet, mit Gürern umgeben, mit Woltha: ten überhäuft, daß es nur unsre Schuld ist

, wenn wir uns elend fühlen? Ist es uns nicht leicht gemacht, bey den Segnungen einer Güte, die jeden Morgen über uns neu wird, bey den Leitungen einer Vaterhand, die uns zu bdgerer Volfоmmenfeit führt, ben der Ausficht in eine Schöpfung, die fich unermeßlich vor uns auf. shut, nicht nur schon segt zufrieden und glück, lich zu seyn, sondern auch noch weit mehr, noch unendlich mehr, in der Zukunft zu erwar, ten?

Was wåren wir, M. Br., wenn wir begm Unblick foldger Wunder und bey dem alles um. fassenden, alles beglüdenden Walten Gottes in der Natur glejdgültig blieben, wenn wir uns nicht gleichsam hingerissen fühlten zum feurig, ften Dank und zur berzlido ften Liebe? Haltet es euch nur råglich vor, was ihr dieser Wirksamfeit Gottes [duldig ferd; laffet es nur nicht unbemerkt, wie unermeßlido viel Gutes fie über euch und alle eure Mitgeschöpfe vers breitet; und vergeblet 88 euch nicht, wie wenig Ansprüche ihr auf alle diese Wohltkaten habt, wie fehr fie das Werk einer frenan, unverdiens ten Huld und Gnade find: und ihr werdet euch mådrig ergriffen fühlen; euer Mund, wiro fich gleidfam" von selbst zum Preise deslea dffaen,

der

der sich aller reiner Werfe erbarmt; und uns widerstehlich werdet ihr empfinden, daß ihn zu lieben, seine Gnade zu suchen, reinen Millen zu erfüllen und nach seiner Gemeinschaft zu stres. ben, eure Heiligfte Pflidt und. eure hådste Se. ligkeit ist; immer richriger verftehen und im, mer treuer befolgen werder ißr dann die Er. mahnung unsers Herrn lernen: rradtet' am erften nach dem Reiche Gortes uno nach seiner Gerechtigkeit, so wird eud alles Andre jufallen. Möge dieß ims mer mehr unser Sinn werden, M. Br. Nod im Tode wird uns dann das Walten Sortes erquiden; undermerkt wird es die Fesseln der Erde toren und uns neuen Wundern, uns tó, þern Seligkeiten entgegen führen ; . Amen.

VII. Xin

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o auffallend und merkwurdig áud die Veë. . ånderungen und Erfolge find, M..3, die wie in der Geschichte finden und im täglichen Lee ben gewaßr werden: für Menschen von ver, núnftiger Besonnenheit und lebendigem Gefühl giebt es-doch nichts, was fie machtiger an sido zoge und ihr Nachdenken mehr beschäftigte, als der traurige, überall sichtbare und nie rus

hende Kampf des Guten und Borett. 'Wahrheit und Fröthum finiš imti Stréité géwé. fen, seitdem Mensden auf Erden leben, und find es noch; alle Einsichten, alle Anstrengun. gen, alle Aufopferungen der weisefter Männet find nicht im Stande gewesen, die Voruriheile und Thorheiten der grossen Menge zu befiegen; vielmehr hat sich die Wahrheit, um nicht ganz unterdrückt zu werden, håuffig fogar verbergen und in den ftilen Schoos geheimnißvoller Verbindungen retten müssen. In welchen Kampf Zugend und Laster von jeher verwickelt gewesen

find, wer weiß das nicht? Die Tugend kann fich nicht aussern, ohne fico sogleich als die un. versöhnliche Feindin des Lasters anzufündigen; und dieses fühlt sich von seiner Gegnerin viel zu sehr beschåmt, gedemüthigt und bedroht, als daß es nicht alles wider dieseibe - aufbieten follo te; und wie foredlich es zuweilen siegt, wie traurig die Tugend oft unterliegen muß, das ist bekannt. Glück und Unglück endlich, Wohl. feyn und Elend wie entgegengesezt find fie: eins ander, und wie unablássig feinden sie einander an!. Was hat man nicht erdacht, gewagt und un. ternommen, um der Moth und dem Jammer der Menschen abzuhelfen und den Zustand der. felben zu verbessern? Aber ihr wissst, wie we, nig diese Unstrengungen gelingen, wie häuffig das Glud der Menschen durch Unfälle aller Art gestórt zu werden pflegt; und wie wahr. fcheinlich es ist, daß die meisten Menschen weit mehr leiden, als geniessen, weit mehr Schmerz, als Vergnügen empfinden.

Der Kampf des Gaten und Bösen könns te jedodo, wie es scheint, weder fo allgemein und unabláffig, nod To traurig und für Jenes so 'nachtheilig werden, wenn dem tafter nide to grofre Freyheit gestattet w år e, wenn es in den Einrichtungen, welche Gott der Welt, gegeben hat, mehr Hindernisse und Beschränkungen fånde. Die Wahrheit wur. de bald einen grössern Einfluß erhalten und den Jerchum glücklich besiegen, wenn das faster! nidhr ben dem Seztern seinen Vortheil' fåte, und ihn daber mit aller Macht, die es befijt, zu erfalten und zu raugen suchte. Daß dem Wohlsenn der Menschen, Daß der Verbesserung ihrer Umstände, 'nichts kinderlider ist, als das Lafter; daß es Elend verbreitet, wo es nur þinfommt, bedarf feines Beweises, Wåre és weniger mådtig, fónnte es feinen verderblichen Einfluß nicht mit so grosser Leichtigkeit erweis tern, so mußte es nothwendig beffer auf Erden stehen; unser Geschlecht müßte fide in weit glúd, lidern Umständen befinden. Daß endlich die Tugend felbft so wenig vermag und fast im, mer unterliegt: rührt. es nicht davon ber, weil das Cafter schon eine Art von natürlider Ueber, legenheit behauptet, weil ihm weit weniger Hins dernisse in den Weg gelegt sind, als der Tui gend; weil es munter und mit ungeftorter Leichtigkeit wirft, während die Tugend ficb Zwang anthut und mit unzähligen Sowierigkeiten

ringt?

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Aber, wober diese auffallende Einrichtung ? Warum sehen wir das Lafter mehr begúnftigt, als die Tugend ? Wie kann die Frenheit, die es genießt, wie kann der leidte, beneidenswertke Einfluß, den es sich zu verschaffen weiß, mit der Weisheit, mit der Gerederigteit, mit der Heiligkeit Gottes bestehen? Solte man, wenn man es mit Augen fiebt, was dem Lafter alles gelingt, wie fren und ungeftórt es wirken kann, und wie ungeftraft 8 oft nach den schrecklich.

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