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let ihr nicht um fo ftrenger auf Ordnung und Zucht, auf Recht und Gerechtigkeit halten, je mehr fich das' 'Easter allen Unordnungen über, låßt? Sollet ihr nicht um so muthiger und standhafter Widerftand leiften, je freder und unverídámter die Unternehmungen des {afters werden? Soler ihr die Heiligkeit der Religion durch euern Wandel nicht uin so mehr vergerr, liden, je frecher das Cafter die Religion mißbraudt; je mehr es die Verwågenheit het, die Redote Gottes zu verfündigen und den Bund Gottes in seinen Mund zu nehmen? Als eine Aufforderung zum Guren, als eine Gelegenheit, euch im Glauben und in der Tugend zu üben, als einen Kampf, wo sich grosse Dinge leisten und die schönsten Siege erringen lassen, bes trachter die Frenheit, M. Br., womit Gott das Lafter wirken láßt. Wie wenig wird fie euch dann anståssig reyn, in welchen Segen wird fie fide für euch verwandeln!

Und nun aud an euch zwey Worte, Unglüdlidbe, die ihr eu do dieser Freybeit bedient, die iỹr es fühler, mit euch rede Gott in unserm Tepte. Nicht bloß warnen foll euch die Nachfidhr, die ihr jezt geniesset; fie fol euch auch antreiben, one I ufroub an eure Befrerung zu denken.

Das thuft du, fagt Gott einem Jeden von euch, und ich so weige; da meyneft du, ich werde seyn, gleich wie Du. Aber id will did ftrafen, und will dirs

unter

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unter Augen ftellen. Welche Erklärung! So irret ihr euch denn gewaltig, ihr alle, die ihr sorglos und sicher dahin lebet, die ihr ims mer frecher iu euern Vergehungen werdet, weil fie ungestraft bleiben; ihr irret euch gewal. tig, wenn iør euch vorstellet, der Regierer der Welt rey mit euch zufriedett, et befúmnice fich wenigstens nicht um eudo Wie, ihr könntet im Ernste glauben, ef fety gleich wie ihr, et könne Wohlgefallen an euern Saftern finden? Dder ihr wolret daraus, weil er euch noch kein fühlbares Zeiden feines Mißfallens gegeben hat, den Spluß ziehent, euer Tfun fen ihm gleicha gültig? Kann es nicht ganz andre Ursachent haben, dieses scheinbare Soweigen, und fid einst desto fürdhterlicher endigen? Doch darant kann fein Zweifel fest. will did ftras fen, dieß ist die bestimmte Erklärung eures

Richters, und dies unter Aygen ffeilen. - So hat es dent fein Maas und Ziel, das Schweigen Gottes bei euern Vergehungen, und ihr werdet sie nicht immer geniessen, die gee fährliche Frenheit, in der ihr euch jezt befindet: Michte es euch warnen, das Soweigen Gota tes; módote es euch gerade darum, weil es so stil ift, mit Furcht und Sorecfeti erfüllen! Möchtet ifrs doch wahrnehmen, von welchert Strafen, von welchen Quebrüchen einer ahn. denden Geredtigkeit, es bald ber diesem, bald bey Jenem eurer Mitgenossen unterbrochen wird. Modret ißrs zu Herzen nehmen, daß es fich um fo D. Rejnb. Pr, after Band i6te Sanimi.

strede

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fchrecklicher endigt, je långer es gedauert fat. Merfet doch das, die ihr Gottes ver's gerret; das ist feine warnende Stimme an euch, daß ich nicht einmal finreiffe, und rey fein Rétter mehr.

Eben darum muß euch die Frenkeit, die ihr jezt geniesset, a ud antreiben, ohne a ufichub an eure Besserung zu den. fen. Denn fónnet ihr wissen, wie lange die Madsidot, unter der ihr jezt stehet, noch wåt. ren wird? Ist es nicht ungewiß, ob ißr fie morgen noch empfinden werdet ?

Wird sie sich nicht vielmehr um so fchneller ihrem Ende nå. pern, je långer sie schon gedauert hat? Oder veradtet ihr den Reichthum der Güte, Geduld und langmuth Gottes? Wir Tet, ihr nicht, daß euch Gottes Gú te fur Burre leitet? Wollet ihr na d eurem Derfodren und unbußfertige'n Hero jen euch felbft den Zorn, båuffen auf den Tag des Zorns und der Offers barung des geredten Gerichts Go to tes? Und erwäget ißr nicht, daß, wenn er einmal hinreißt, fein Reiter mer da ift? 2ch ihr habt um so mehr zu eilen, andres Sinnes zu werden, da so viel von euch geschehen muß, wenn ihr eud gründlich bessern wollet; da die Sowierigkeit, ich möchte sagen, die Unmöglichkeit eurer Retrung mit jedem 2u. genblick, den ihr dem Safter zu widmen forta

fahret,

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fahret, zunimmt. Mége Gott Jeder, der es füğlt, er sen noch auf dem Wege des Lafters, mádtig anregen! Moge Jeder, der die Stims me Gottes kört, sein Herz nicht verstocken! Möge er, weil es noch heute heißt, die Gnade Gottes in Christo suchen und seine Seele ret.

teu; Amen.

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IX. Am Sonntage Sexagesimå.

Text: Pf. LXXIII. v. 23 – 28.

Die Gnade un fers Herrn, Jesu Chrifti

, fery mit euch allen; Amen.

Die grofre, faft unbero rånfte Freyheit, mit welcher Gott das la. ster' wirken låßt, ist am vorigen Sonntage der Gegenstand unsers Dachdenkens gewesen, M. 3. Sie fådt auf, diese Frenheit, fållt uin so mehr auf, da das Iafter, wie wir neulich gesehen haben, nicht nur ungeftórt alles, was es will, wagen und seine. Missethaten oft lange fortreten darf; fondern auch mit heuchlerischer Frechheit Wandeln, und die Religion felbft mißbrauchen kann. Inzwischen ist diese Frenkeit des las fters in unsrer vernünftigen, zur Sitt. lidh feit geld affenen Natur fo tief gegründet; sie wird so nothwendig vora u so gerezt, wenn der Ends we of unsers its disden Dareyns erreidet werden soll; fie ist endlich den Eigenschaften und der

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