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Freuden der Sinne nichts sind? I do rete
meine Zuversiot auf den Herrn Herrn,
fábrt unser Dichter fort. Und welder Genuß,
welche Wonke liegt in dieser Zuversicht! Meina
im Himmel und auf Erden giebt es nichts,
worauf sich mit Sicherheit rechnen liesse; und
webe Jedem, der seine Hoffnung auf etwas
Endliches gründet. Aber was hat der zu fürch.
ten, der fich unter dem Souke des Admådhrigen
erblicft, der der. Hülfe und des Beyfandes
Gottes gewiß ist, der darauf redonen
Gott werde es ihm nie fehlen lassen an irgend

in, einem Gute? O man muß fie aus Erfahrung fennen, muß fie felbft gefühlt haben, jene Furchts losigkeit, jenen freudigen Muth, jenen hohen Sinn, jene fiegreiche Hoffnung, die in der Brust des Frommen ist, womit ihn fein Ver. frauen auf Gott erfült, wenn man wissen will, wie glüdlich ihn dieses Vertrauen macht, welche Seligkeit es ift, seine Zuversidet auf den Herrn zu feßen. Wenn endlich der Dichter die Worte benfügt: daß ido vers fúndige alle sein Thun: auf welde Quelle von Freuden, die alle dem Frommen beschieden sind, zeigt er noch hin! Jenes stille Betrachten der unzähligeir Werke Gottes; jenes froße Bewundern seiner Anstalten und Bege; jenes lebhafte Anschauen seiner Herrlichkeit in der fichtbaren und fittlichen Welt; jenes tiefe Anbeten seiner unendlichen Grosse ; jenes Hin. ftromen lebhafter Gefühle ; jener Drang, fich

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209 gte Predigt, am Sonntage Sexagefima.
zu åussern, dem Herrn zu danken und ihn laut
vor der ganzen Welt zu preisen: welchen Ges
nuß gewähren alle diese Dinge dem Geiste des
Frommen, wie selig fühlt er lich bey dem Ge.
Topåft, das Thun des Herrn zu verkündigen,
was ift es ihm anders, dieses Geschäft, als
ein Vorsomack des Hiinmele! Siein Begriffe
kein Gefüßl, keine Ahnung von dem, was ico
hier sage, hat das glúdliche Easter; ißm mans
geln gerade die reinsten, besten und seligsten
Freuden. Und es könnte dem, der diese Freu.
den fennt, der fie tåglid empfindet, der“ fich
durch fie úber añes Jrdische erhoben fühlt, noch
beneidenswerth vorkommen; er fodte es nicht
mit der innigsten Dankbarkeit erkennen, wie
weit glücklicher sein Schicksal jezt schon ist,
und wie unendlich mehrer in der Zukunft
erwarten darf?. So rey es denn, was uns auch
begegnen, wie fred fich auch das Cafter um
uns her brúften mag, unser beiliges unabånders
liches Gelübde, M. Br. Den nod bleib
id ftets an dir, denn du baltft mida
ben meiner redeten Hand. Mit melder
Freude, mit welchem Vorgefühl bimmlischer
Wonne werden wir dann scheidend "rufen fén.
nen: du hast mich nach deinem Rathe
geleitet, und nimmst mida mun mig
Efren an; Amen,

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Ihm, der gemacht hat die Reinigung unserer
Sünden durch sich felbft, und nun fiket zur
Rechten der Majeftår in der Höhe, fey Ehre,
Preis und Dank von Ewigkeit zu Ewigkrit ;
Amen.

Sol die Geschichte der Leiben und des Tor des Jesu, auf welche die dristliche Kirche in dem Zeitraume, den wir heute anfangen, igre Aufmerksamkeit zu richten pflegt, mehr für uns feyn, M. 3., als eine unfruchtbare, bloß die Eins bildungskraft fülende und die Sinnli feit růb. řende Erzählang: fo müssen wir uns bestreben, den Geist und Sinn zu fassen, mit weldem der Herr feine lezten Sdicffale übernahm und er. trug; ehrfurchtsvolle Blicke in das Heiligthum feiner Seele zu werfen und ihn überall ridrig verstehen zu lernen, das muß das Ziel unsrer Bemühungen feyn. Verweist fich unsre Xufo merksamkeit bloß bey der Aussenseite dieser große fen Begebenheit; vergegenwärtigen wir uns nur das von derselben, was in die Sinne fiel: so wird es uns zwar nicht an Bejdpåfrigung feh.

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sen; sie ist zu merkwürdig, diese grosse Geschichte, die Veränderungen, aus welchen sie besteht, find zu auffallend und wunderbar, als daß unser Herz nidr in Bewegung gerathen und den lebhaftesten Antheil daran nehmen sollte. Aber vorúber, gebende Rührungen, Regungen, die bald wies der verschwinden, ein Wechsel von Empfindun, gen, der feine bleibende Spur zurücklåßt und der Seele keinen wahren Vortheil gewátrt, das' ist dann alles, was aus unsern Betrachtungen über die Gesdichte der Leiden Jesu entspringt; wir ħaben von dem, was sie uns seyn fann und foil, nod gar keine Ahnung.

Was der Herr von seiner ganzen Lehre zu sagen pflegte: der Geist ists, der da les bendig macht, das Fleiros ist kein núte; die Worte, die ich rede, die sind Geist und find Leben: das gilt auch von seiner Geschichte, M. 3., gilt ganz besonders von der Gesdichre reines Leidens und Sterbens. Warum war Jesus der Gefre. Bigte gleich ans fangs den Juden ein A ergerniß und den Grieden eine Thorheit? Bloß fleischlich betrachteten sie die lezten traurigen Schicksale Jesu; nur das Somachvolle und Unftdflige derselben faßten sie ins Auge; dem Eindruck gaben fie fich hin, den die Sache auf ihre Sinnlichkeit machte; von der Bedeutung derselben, von ifrer grossen Abzwedung, von dem hohen Sinne des Seidenden, von der fitt. ļigen Grösse, die er enthülte und durch die

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er

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er das vollendete Mufter aller wahren Tugend und Frömmigkeit wurde, empfanden sie nichts. Muß etwas Aehnliches nicht allen widerfahren, die sich bloß an das Reußre dieser grossen Ge. foichte gången? Macht fie gleich auf sie nicht so widrige Eindrücke, wie einst auf die Juden. | und Heyden: gewonnen, für den grossen, heili. gen Endzweck, auf welden sich alles bey dere felben bezieht, gewonnen, ist doch wahrlic node nichts, wenn man sich die beiden unsers Herrn bloß durch die Einbildungskraft vorstellt; wenn man sich den Empfindungen überlaßt, welche ben einem nicht ganz, fübflosen Herzen durch folche Auftritte geweckt werden; wenn man diese frommen Rührungen, diese lebhafte innre Be. wegung wohl gar für die Bauptsache hålt, auf die hier alles ankomme.

So rey es denn gleich das erste Mal, wo wir uns mit dieser Geschichte besmåftigen, unser ernstliches Bestreben, M. Br., dafür zu forgen, daß fie Geift und Leben für uns werde; daß fie nicht sowohl unsre Empfindung anrege, als uns erhebe und beßre, uns zur Nachah, mung dessen begeistre, der uns ein Bora bilo gelassen hat, daß wir rollen iad. folgen-reinen Fußtapfen. Und wahrlic ftårker Fönnen wir - zu einer solchen Benußung der lezten Schicksale Jesu nicht veranlaßt were den, als durch den Teft, welchen ich jezt er. klåren soll. Wie sehen wir einen grossen Apos ftel, wie sehen wir Petrum in demselben vort

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