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D dieser Eifer unsers Herrn, diese wach, sende Wirksamkeit desselben bey aller Aussicht auf ein sehreckliches Soifal, wie beschåmend sind sie für uns, M. Br. Von euch, die ihr gar nichts Gutes schaffet, die ikr eure Zeit mit Nichtsthun verso wendet, oder sie wohl gar zu Vergehungen mißbrauchet, fann hier Hernando ich rede, zu euch, die ihr euch eines gaten Wilens bewußt fend, die ihr euch bestrebet, in euern Verhältnissen eine nůžliche Thätigkeit zu beweisen. Könnet ifrs läugnen, daß fie ofe unterbrochen wird; daß ihr zuweilen in eine Trägheit versinket, von der ihr euch nicht lose reissen fónnet; daß euch zuweilen ein Edel, ein Widerwille ergreift, bey dem ihr alles von euch werfen, euch von allem losmaden, euch der menschlichen Gesellschaft auf immer ents ziehen möchtet? Und woher diese Ermattung, dieses Nadlassen im Wirfen, dieser oft lange, oft hódsi tadelnswürdige Stilleftand? Lasset uns gestehen, håuffig ist es nichts weiter, als üble Saune, als ein gewisses Mißbehagen, als ein kleiner Verdruß, als eine Beleidigung uns. rer Eitelkeit, als ein vermeintliches Verfen. nen unsrer Verdienste, was uns so niedersdplågt, was uns bewegen fann, nachlässig in der Er. fúling unsrer Pflichten zu werden. Und wir folleen uns nicht soảmen? Wir sollten es nicht fühlen, wie unendlich der über uns erhaben

ist, den tein Widersprechen der Sünder, tein Undank der Welt, keine Wuth erbittertet Feinde, den felbst der Tod am Kreuß nicht Þindern konnte, mit raftlosem Eifer bis zum lezten Hauche des Lebens zu wirken? Mic Tolten nicht unsre Kråfte sammeln und ihm auch in dieser Hinsicht nach streben?

Bemerfet node, daß der hohe Sinn, mit weldem der Herr seine lezten Shicksale er. wartete, ficb endlich noch durch eine Hoff. nung å urierte, die des er wúnsotestent Ausgangs gewiß voar. Getroft zu seyn, wenn man alles zu fürdten fat; einen glúd. lichen Erfolg zu erwarten, wenn alles aus zu Teyn scheint; fich sogar im Angesichte des Too des neues Leben und einer unermeßlichen Einfluß zu versprechen: welchen Muth, welche Srårfe des Geistes rezt dieß voraus! Aber so dadite, To handelte, ro hofte der Herr. Allerdings sagte er seinen Jüngern in unserm Tepte, er músre gen Jerusalem geben und viel leiden, und gerödtet werden; aber ausdrücklich Teze er hinzu, und am dritten Tage auf. er stehen. So war es ißm denn ents&ieden, mit dem glorreichsten Siege, der femals errun. gen worden ist, werde fein trauriges Soicffal fich endigen; der Tod werde ihn nicht zu fero feln im Stande seyn; neu belebt und unsterb. lid werde er aus dem Grabe zurück fegren, und nun erst werde des Herrn Wert durch Teine Hand fortgehen. Wie fie fic geredt.

fece

fertigt und beståtigt hat, diese Boffnung, 'misfet ihr. Der Hatte redt, wenn er seinen Tod als den Hingang zum Water, wenn er ihn als seine Verflårung, wenn er ihn als seine Erhebung zur Herrlichkeit, wenn er ihn als seinen Triumph über den Fürsten der Welt und über alles Böse beschrieb; er þarte redt, wenn er in den Augenblicken des Sdbeidens und seiner tiefften Erniedrigung vol bober zu. versicht rief: Water, ide will, daß wo i do bin, a um die ben mir seyen, die du mic gegeben hast, daß sie meine Herrlidhe teit sehen, die du mir gegeben faft; denn du haft mid geliebet, eße denn die Welt gegründet ward.

Diefe Bitte, M. Br., die Verwendung unsers Herrn für unser Heil, die ewige Er. Idjung, die er erfunden hat, maden es auch uns möglich, stets fröhlich in Hoffnung, und felbft im Tode getroft zu reyn. Halten wir uns an ihn; willigen wir ein in die Ordnung des Heils und der Gnade, die durch ihn fests Sefezt ist; folgen wir mit freudiger Dankbar. keit und mit herzlider Liebe den Fußstapfea, - die er uns gelassen hat, und werden ihm im. mer ähnlicer : was gåtten wir dann zu fürch ten? Dann fann weder 100, noda leben, weder Engel, no do Fúrftenthum, node Gewalt; weder Gegenwärtiges, no do Butúnftiges, weder Hobes, nod Ties

fes,

224 Zehnte Predigt, am Sonntage Eso mihi. fes, no de feine andre Creatur und fcheiden von der Liebe Gottes, die in Cbrifto Jeruift, unserm Herrn. Wel. cher Muth wahrer Chriften, M. Br.! Welche Erhebung ihres Geiftes über alles Irdische ! Welche lebendige fiegréiche Hoffnung ! Moge fie in uns allen erwachen und uns ein Vors gefühl fünftiger Herrlichkeit werden! - Denn das ist je gewißlich w abr, fterben wir mit, so werden wir mit leven; dulden wir mit, so werden wir mit herrschen; Amen.

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XI.
Am Sonntage Invocavit.

Text: 1 Petr. IV. 0. 1. 2.

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Hat

at man irgend ein Bedürfniß zu allen Zei. ten auf das lebhafteste empfunden und auf das eifrigfte zu befriedigen gesucht, M. 3., fo ift 88 das Bedürfniß des Troftes und der Berukigung im Leiden. Wie mannid faltig und zahlreich, wie schmerzhaft und zum Theit grausam die Leiden der Menschen find, ist du bekannt, als daß es einer Erwähnung bedürfte; man sagt doch wahrlich nicht zu viel, wenn man behauptet, es gebe: eben so viele Leidende, als Jebende. Denn auch der

Glück. lidste bleibt nicht fren von allen Uebeln der Erde, und tråge wenigstens zuweilen feine Saft. Nun ist es jedem Leidenden natürlich, Erleich. terung zu suchen; er sieht sich um so sehnsuchts. voller nach Gründen der Berubigung um, je mebr seine Leiden zunehmen. Was kann also in einer Welt, wo mehr und weniger alles leis det, allgemeiner gefühlt werden, als der Wunido, Beruhigung, und Troft zu erhalten, und über D. Reinh. Pred. ifter Band 16te Samml. P das,

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