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das, was man zu dulden hat, wenigstens einis germassen zufrieden geftellt zu werden? Bir qudo benm Umgange mit Andern irgend etwas båuffiger von uns verlangt, als Trost? Sol. len wir nicht Jedem, der fich über etwas beo rowert, der ung etwas klagt, der uns feine Sorgen und Befürchtungen merten fåßt, der uns bekannt mit seiner mißliden Lage madhe, etwas zu seiner Beruhigung sagen; gålt man uns nicht entweder für unempfindlich und falt, oder wohl gar für grausam und sdadenfroh, wenn wir fein teilnehmendes, trøftendes Wort zu sprechen wissen; muß fich nicht. Jeder, der im Umgange gefallen und die Pflichten des geselligen Lebens erfüllen will, auf die Kunst zu tróften verstehen und auch Leidende zu behans deln wissen?

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Aber wo wird håuffiger gefehlt, als ben der Art, wie man fick und Andre trsftet! Von dem Teidigen Trofte, der gar nichts hilft, der das franke Herz mehr verwundet, als heilt, will ich gar nichts sagen. Aber es giebt falide Tróstungen, durch die man sich und Andre tåusdr; Tróstungen, die nichts anders find, als eitle Vorspiegelungen, oder wohl gar Ichådliche Jrrthümer; fie darf man nur zu Hülfe nehmen, um in eine gefährliche Ruhe zu ver. finken und noch elender zu werden,

Es giebt bloß lindernde Trdstungen, die, wie schmerz-stillende Arzneyen, das Gefühl des vorhandenen

Uebels

Uebess zwar eine Zeit lang unterbrechen, das Uebel selbst aber weder mindern, nod beben. Sen die Erleichterung, welde uns auf diese Art gewährt wird, aud noch so erwunsdt: immer nur foeinbar, immer nur für den Augenblic ift uns durch fie geholfen; der Wahrheit nach bleibt unser Leiden, was es war. Und dodo behilft man fich gewöhnlich entweder mit fals foben, oder bloß lindernden Tróstungen; man ist zufrieden, wenn man seinen Somerz, oder den Somerz Andrer nur auf irgend eine Art geräuscht hat; ob er nicht bald und zwar befo tiger wiederkehren wird, darum bekümmert man fich nicht. Es ist audo regr begreifflich, warum mgn fich falscher und bloß lindernder Tröstun. gen so gern bedient; der Sinnlichkeit sind sie weit angenehmer und sdomeidelhafter, als die wahrsten, Beilsamsten und fråftigften Trostgrún. de. Denn da es bey diesen nicht auf eine vors úbergegende Erleichterung, sondern auf eine gründliche Heilung abgesehen ist: ro Baben fie, wie die wirksamsten Heilmittel des Körpers, etwas Angreiffendes und Eindringendes, das zwar auf der Stelle, nicht wohl thut, aber defto gewisser eine dauerhafte Ruhe und eine gånzliche Befrenung vorbereitet.

Der Tert, welchen ich jezé erflåren soll, zeigt auf eine Quelle des Trostes im Leiden hin, die unsre größte Aufmerksainfeit verdient, M. 3., nehmlid auf die Seiden unsere

P 2 Beren.

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Hece n. Und welche reiche, unerschöpfliche
Quelle?

des Trostes und der Beruhigung bey allen unsern Widerwårtigkeiten, ist das, was unser Herr selbst geduldet hat; auf wie viele fache Weise kann es dazu dienen, uns Erqui. dung und Hülfe zu verschaffen!" Aber freilich find die Tróftungen, welche aus dieser Quelle fliessen, nichts weniger, als schmeichelnde Linden rungsmittel, M. Br.; fie find Arzneyen, die nicht anders wirken, nicht anders helfen können, als indem fie angreiffen und manches unange. nehme Gefühl erregen. Soll uns aber eine gründliche Heilung nicht lieber seyn, als eine vorübergehende Erleichterung? Sollen wir von den Uebeln, die uns drůden, nicht lieber ganz befreyt, als nur eine Zeit lang über sie geråuscht werden? Wohlan also, was wir aus den leie den unsers Herrn über unsre eignen leiden lers nen, wie wir die Uebel, die uns treffen, gebrau. den und in Segen verwandeln sollen, das wole len wir jezt leben. Mag dodo Manches, was wir jezt finden werden, dem Fleische wehe thun, M. Br., mag es mehr zu verwunden, als zu heilen scheinen, wir wollen hören, lernen, ge. horchen; das Evangelium Jesu wird fico aud in diefer Hinsicht als eine Kraft Gottes bee weisen, selig zu machen alle, die daran glauben. Moge Er selbst mit uns seyn und uns den Šegen seiner Aufopferung für uns auch in dieser Stunde geniessen lassen! Wir flegen um diese Gnade in stiller Andacht.

Tert:

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Text: 1 Petr. IV. V. 1. 2. Der Gebrauch ist merkwürdig, M. 3., welchen der Apostel in den vorgelesenen Wor, ten von den Leiden unsers Herrn macht. Auf unsre' eignen Leiden wendet er sie an; wie wir nach Maasgab dessen, was unserm Herrn wir derfahren ist, die Beschwerden, die uns selber treffen, ansehen, erdulden und benußen sollen, das will er zeigen; er entwickelt aus dem trau. rigen Schicksale Jesu Grunde der Beruhigung für uns, die weit mehr find, als bloß lindernde Próstungen, die nichts Geringeres zum Zweck haben, als die. Uebel, welche wir tragen, in Wohlthaten und Segen für uns zu verwans deln. Lasset uns die Winke auffassent

, M. Br., die er uns giebt; (asset uns das, was er nur

mus einander reken; die Behauptung, die unserm Tert zum Grunde liegt, daß die leiden unsers Herrn der beste Unterridt úber unsre, eignen leiden sind, wollen wir zuin Gegenstand unsers heus tigen Maddenfens maden. Es kommt vor al. len Dingen sehr viel darauf an, daß wir unsre Leiden im recten lichte betradoten und für das halten lernen, was sie wirklich find. Spon in dieser Hinsiche sind die Leiden unsers Heren der beste Unterricht über die unsrigen; sie lehren uns nehmlich dieselben am ridtigften beurtheilen. Noch weit mehr ist aber daran gelegen, daß wir aus den Widerwärtigkeiten, die uns treffen, Vortheil zu ziehen verstehen. Auch

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darüber

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darüber geben uns die {eiden unsers Herrn die nöthige Auskunft; sie lebren und nehmlich unire leiden zwed måffig gebrauden. Es ist nicht lower, dieß alles in unserm Beste nachzuweisen.

Was sind die (eiden, denen wir mehr und weniger alle ausgerezt find; w of úr rollen wir sie falten? Der Apostel zeigt fie uns, mit fteter Beziehung auf das, was unserm, Herrn selbst widerfahren ist, aus einem dreyfachen Gesichtspunkt ; als“ una vermeidlich e; zum Theil verrouldete und dabey hodo ft absichtsvolle Eins ridtungen. (asset uns jede dieser Seiten besonders ins Auge fassen.

Chriftus bat gelitten; damit fångt der Apostel an. Daß ein Bekenner Jesu wiss sen müsse, was der Name Ehrift us zu bedeu. xen habe, konnte der Apostel vorausseßen. Vor feinem gewöhnlichen Menschen ist nehmlich hier die Rede; Der Sohn des lebendige u Gottes ift Chriftus, wie es der Apostel soon früher ausgedrückt hatte; er ist, wie Petrus uns mittelbar vor unserm Terte sagt, das erhabne Wesen, welches zur Bedaren Gottes in 'den Himmel gefahren ist, dem unter: than sind die Engel und die Gewal. ligen und die Kråfte; er ift der Herr vom Himmel, der almådrig mit Gott herrscht. Und diese erhabne, einzige, mit dem Wesen Gottes po innig verknüpfte Person hat gelitten, fo

lang

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