Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub
[ocr errors]

wenn es ein neues Herz, ein neuer, beßrer Sinn ift, was ihr aus demselben zurüdbringet. Doch auch igr, die ihr diefen bessern Sinn fdon habt, sollet eure Leiden nidt ungenůzt für denselben lassen. Vergleichet euch nur mit eurem Herrn; betrachtet nur den Geist und Sinn, welchen Er bey seinem Leiden ent. þúlt hat: welde Mångel werdet ihr bey dem eurigen finden; wie klar wird es euch werden, wie viel eud noch zu seinem Gehorsam, ju seiner Liebe, zu feinem Edelmuthe, zu seinem Pertrauen, zu seinem Heldensinne fehlt. Nur vernünftig gebrauchen dúrfet ihr das Leiden, das euch getroffen hat, dúrfer nur úben, wojú es euch Gelegenheit giebt und auffordert: und ife werdet ergången fónnen, was euch noch abgehr; euer Sinn wird immer reiner, immer vollfomm, ner, dem Sinn eures Herrn immer åbnlicher werden; ihr werdet immer mehr denken, wols len und wirken lernen, wie er; Gott wird euch, wie ihn, der an dem, das er litt, felbft Geborsam lernte, durch Leiden vollkommner maden.

Denn ist ein beßrer Sinn in uns ents standen, M. 3., so werden wir unsre Leiden a u do zur Entwöhnung von allem B8. ren anwenden fónnen. Aufzug dren von Sünden, und hinfort, was node Hinterstelliger Zeit im Fleisde if, nicht mehr der Menschen Iúften zu les ben, das ist ja das redliche Bestreben eines D. Reinb. pr. ifter Band 1686 Samms.

befe

bessern Sinnes; wer die Sünde für das er, Eennt, was fie ist, wer fie im Herzen verab. fbeut und faßt, kann ißr nicht mehr dienen; er wird mit jedem Tage freyer von derselben zu werden suchen. Und da bemerket es denn, ihr alle, die ihr euch ernftlich bessern woler, welchen Vortheil cudo eure Leiden bieber gen währen, wie sehr fie eud dieses were Gerdaft erleichtern. Nicht fortfeßen könnet ihr eure Unmaffigkeit, eure Sdwelgeren, eure Ausschweif. fungen, wenn ihr am Fleische leidet; ihr send gezwungen, fie wenigstens eine Zeit lang zu unters lassen: o febret nie wieder zu ihnen zurück; ifr sebet, man kann sie entbehren, diese scháds lichen, diese entebrenden Vergnúgungen; lernet allo, was ihr jeze nicht geniessen könnet und dürfet, túnfrig nicht mehr geniessen zu wollen. Midt unterhalten könnet ihr eine Zeit lang den gefährlichen Umgang, den ihr mit andern pfleget; ein Unglück hat euch von denen geo trennt, mit welchen ihr sonst zu fündigen gee wohnt rend, und die Bande, die euch an fie fesselte, aufgelöst:.o knüpfet sie nie wieder an; laffet eud nie wieder in die Falftrice permis deln, von welchen euer Leiden euda so glúd, lice befrent bat; fast ohne Mühe fónnet ihr jest einer Sclaverey " entrinnen, pon der ihr euch felbit mahl nie losgeriffen fåttet. Heftig an. gegriffen ist euer Eigennuk, euer Ehrgeik, eure Herrschsucht; denn ein l?nglück hat euch euer Wermogen entrissen, hat euern Stolz gedemú.

[ocr errors]

thigt, hat eure Entwürfe vereitelt; es ist eudo ježe nicht möglich, Neigungen zu befriedigen, die sonst so mådyrig in eud wirken: o lasser fie nie wieder die Herrschaft erlangen; erhaltet fie auch fünftig in den Soranken, die ihnen fegt der Unfal gelezt hat, und bleiber ifrer måd. tig; föret auf, euer Glüc in Dingen 34 suchen, die nié ganz in eurer Gewalt find Ihr fühlet eudo start an die Hintåligteit und Kürze des mensdliden Lebens erinnert; dead cure Gesundheit wanft, ihr schwebet in Gefabri und könnet soledrerdings nicht wissen, wie viel Zeit such noch vergonnt seyn wird: o überfaffet euch nie der Sicherheit wieder, in der ihr bis her leichtfinnig dagin gelebt ħabt; bedenken (er. net vielmebr, daß ihr sterben musset, euf daß ift flug werdet; und entsaget son nun an allem, womit ihr eure Zeit verfdwendet, wozu ifr fie gemißbraucht þabr. In weldem hohen Sinne können wir wahr machen, M. Br., was unfec Dert sagt: wer am Fleische leidet, der båret auf von Súnden? Rein, es giebt fein Ungemach, es giebt fein Uebel des Lebens, woben wir nicht etwas Böses verlernen, wobeg wir uns nicht von irgend einer Unart entwóque nen, woben wir nicht leichter, als fonft, und von der Umständen felbft unterftúzt, einen Feh. ler ablegen fónnten. Saffet uns weife renn; lara fet uns faffen, was Gott von uns gerhan wiss fer will, wenn er leider über uns verhånge; lasser une dafür sorgen, daß wir, was no de

22 fintece

1

finterftelliger Zeit im Fleifde ift, , nicht der Mensden luften, sondern dem Willen Gottes reben.

Denn- dieß ist eben der dritte und lezte Gebrauch, zu weldem uns die leiden unsere

Herrn bey unsern beiden ermuntern; wir role len sie sur 2 usú bung jeder Gort wohlgefälliger Tugend anwenden. Daß es feinen åten Vorzug, keine Art der fittlichen Grösse, keine Gattung waßrer Voll. kommenheit giebt, die der Herr nicht bey seis nem legten Leiden geåussert håtte: wer weiß das nicht? Da hat er alles geübt, alles in seiner Vollendung gezeigt, was Gehorsam gegen Shul, digkeit und Pflicht Entidloßnes, was Edelmuth und Selbstbeherrsdung Grosses, was Liebe ger gen Gott und Menschen Aufopferndes, was Hels denfinn mit Menschlichkeit verknüpft Erhabnes, was Vertrauen auf Gott und lebendige Hoffs nung Siegreiches haben; da hat er eine Tü, gend bewiesen, die selbft vor dem Richterstuhle Gorres die Probe pielt und würdig erfunder wurde, mit Preis und Ehre géfront zu werden. Ihr sebet hier, was aude uns obliegt, wenn Gott Seiden über uns verhångt. Kann er uns nachdrúdlider an sich und an das, was wir ihm souldig find, erinnern, als durch Widerwårtigkeiten ? An ihn lasser

laffer uns also denken, fo bald wir seine gewaltige Hand fühlen; den Entsluß lasset uns faffen, nicht mehr unsern Lüften, sondern seinem Willen zu

leben.

feben. Kann er uns mehr Gelegenheit geben, und in jeder ihm wohlgefådligen : Tugend zu . üben, als ben Widervårtigkeiten ?; Beauger lasset uns also diesen Anlaß, und alles beweiser lernen, was er durch die Umstände von uns fordert. Kann er uns tårfer: antreiben, an unsrer Besserung zu arbeiten und alle unsee Kråfte aufzubieten, als durch Widerwårrigkeis ten? Folgen lasset uns also seiner Erinnerung, und um ro mehr Anstrengung beweisen, je mehr jezt geschehen rol, je mehr sich jezt er. ringen läßt. Kann er uns endlich mehr An. . sprüche auf seinen Benftand geben und uns feine Hülfe mehr zufichern, als wenn er Wie derwärtigkeiten über uns verhångt? Muth lafo set uns also fassen, und darauf rechnen, seine Kraft werde in unsrer Sowadheit måchtig Teon und uns mehr gelingen lassen, als wir uns vorstellen. Und fo mag denn die 3 ud. tigung, wenn sie da ift, uns nicht Freude, fondern eitel Traurigleit Dúnken; wir wollen nicht zagen, M. Br., an den wollen wir denfen, der a u de gelitten hat und versudt ifte und in den Tagen Feines Fleird es Gebete und fleben, mit starkem Gerdoren und Ihránen geopfert hat; aber nun jur Redten Gottes fizt. Wel do e friedrame Frudt der Geredtigteit wird au do uns die 3ů do tigung geben, wenn wir dadur do geübt sind? Der Gott aber aller Gna.

2 3

« ͹˹Թõ
 »