Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

Wohlwollen, welcher Eifer für das Wohl unsa rer Brüder wurde fich in uns regen; wie fånig würden wir '

werden, selbft das Leben für fie zu lassen! Doch euch dieß klar zu machen, eude zu zeigen, welche Verpflidtungen zu herzo licher Bruderliebe unserm Herzen zu entflammen, in den leiden und dem Tod unsers Herrn verborgen liegen, dieß ift es, wozu der Teft, pelchen ich iezt erflåren soll, eudo veranlaßt und verbindet. Der Herr sey felbft mit uns und erfülle uns alle mit seinem Sinn. Wir fleben um diese Gnade in stiller Andacht.

Text: 1. Joh. III. v. 16. Der Zweck des Apostels bey den Worten, die ich euch jezt vorgelesen habe, M. 3., fåde so start in die Augen, daß er fich unmöglido verfennen läßt. Von der Betradrung, einen grössern Beweis seiner Liebe Şabe Chriftus uns nicht geben können, als den, daß er sein Leben für uns gelassen habe, geht dec. Apostel aus, die Liebe leistet nehmlich allesni was fié leisten kann, wenn sie sich selbst zum Dpfer" bringr. Aber bey dem blossen Anerfetta nen, bey der blossen Bewunderung dieser große müthigen, aufopfernden Liebe Chrifti follen wir es nicht bewenden lassen: daß fie uns Mu. fter feyn roll, daß fie uns zu ähnlichen Ans ftrengungen verpflichtet, daß aud wir bereit feyn müssen, unser Leben für die Brús

dec

[ocr errors]

der zu lassen, das will der Apostel von uns erwogen und zugeftanden pissen. Und wie start, M. Br., wie dringend ist die Verbinds lichkeit, auf welche der Apostel hier binzeigt. Weit mehr, als man sich anfangs vorstellt, liegt in dem Solusse verborgen, den er hier macht. Die Liebe, mit welcher der Herr fein Leben für uns gelassen hat, ist eine so grosse und ausserordentliche Erscheinung, fie låfit fich von so manderlen Seiten betrachten, fie hat für uns eine so vielfade Wichtigkeit, daß wir der Verbindlichkeit, sie nachzuahmen und in unserm Wohlwollen gegen die Brüder gleich falls bis zur Aufopferung zu gehen, unmög. lide ausweiden können. Dieß wollen wir uns jezt flar zu machen suchen, M. Z.; auf wie vielfade Weise die aufopfernde liebe Christi uns fur edeim út higsten Brus derliebe verpflichte, wollen wir jezt uns tersuchen. Und da dürfen wir denn nur die versdiednen Standpunkte betreter, M.

3., aus welchen die aufopfernde Liebe Ehrifti betrach, tet werden kann: auf jedem derselben wird uns die Verbindlichkeit, die Brüder zu lieben, wie der Herr uns geliebt bat, von neuem in die Xus gen fallen; der Soluß des Apostels, weil Ehriftus rein Leben für uns gelassert hat, ro follen auch wir es für die Brů. der lassen, wird immer unwiderleglicher were den und sich mit verstärkter Kraft unserm Her. zen aufdringen.

Eine Veranstaltung Gottes, ein þeiliger Ratb des Vaters war es, daß Christus seine Liebe gegen uns auf eine so auf, fallende Aci åussern, daß er sein Leben für uns laffen follte; dieß ist der erste Gesichtspunft, aus weldem wir das Opfer Christi fassen fanp nen. Nein, für fein eigenmächtiges Unterneh. men dürfen wir die Wufopferung unsers Herrn halten; für feinen seltsamen, bloß menschlichen Entschluß; für Prine Wirkung einer gutgemern. sen mensderfreundlichen Schwärmeren. Das ihn der Vater gesendet habe; daß alles, was er thue, das Werk und der Wille des Da. ters fen; daß ihn dieser Wille ganz besonders dazu verbinde, sein Blut für das menschliche Geschlecht zu vergiessen: das bezeugte der Herr, wie ihr wisset, bey jeder Gelegenheit. Darum lieber mich mein Vater, rief er, daß id mein Leben lasse, auf daß ichs wies der nehme; foldes Gebot babe i de empfangen von meinem Vater. Auf daß die Welt erkenne, sagte er, als er den Weg zum Tode wirklic antrat, daß ide den Warer liebe und ich allo ihue, wie mir der Vater geboren bat: ftehet auf und lasset uns von hinnen geben. Uns' er dem Tod entgegengeführt wurde, sprad er zu Petro, der ihn noch retten wollte, mit dem

ico den Keld nidt trinken, den mir mein

Water

Batér gegeben bat? Und wie richtig er. tannte Petrus in der Folge dieß selber. Wir ret, sõprieb er den Chriften, daß ibr nicht mit vergånglidem Silber oder Solo eridret rend von eurem eitlen Wans del nad våterlicher Weise; fondern mit dem theuern Blute Jesú als eines uns duldigen und unbeflecten lammes, das j war zuvor verreben ift, ehe der Welt Grund geleget war, aber offen, baret ju den lezten Zeiten um eúrent, willen. Ein erhabner, schon von Ewigkeit her gefaßter Rathsoluß Gottes ist also dem Apostel die Aufopferung Chrifti; eine Verano ftaltung des Vaters erblickt er in derselben. Daher rühmt auch Paulus das, was Johan. nes in unserm Terte der Liebe Christi zusoreibt, als eine Liebe Gottes; darum preiset Gott seine liebe gegen uns, ruft er, daß Chriftus für uns gestorben ift, da wir noc Sủnder waren. Und you Hannes selbst sagt: darin ist erschiener die liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingebornen Sohn gefandt bat in die Welt, daß wir durch ihn leben foller. Nach vorbedad tem Rath und Borsehung Gottes, wie es in der Apostel. geschichte ausgedrückt wird, war Ebriftus an das Kreuß geheftet und er würgt worden. Aber. fúblet ihr nicht, was in dies fer Veranstaltung Gostes verborgen liegt; wel.

der

[ocr errors]

)

[ocr errors]

der Wille Gottes, welche Grundråke, seiner Regierung, welche Forderungen an uns ale in derselben ausgesprochen find?. Mit brúderlicher Theilnehmung sollen die Menschen einander beo trachten; Beystand und Hülfe rollen sie einander leiften; für die Ordnung und den Widen ihres Schöpfers rollen fie es erkennen, daß fie für einander leben, einander retten, fich einander beglüden sollen; es soll pie, nicht befremden, daß . Fålle kommen können, wo sie mit Gut und Blut einander beystehen, wo sie sich für einander aufopfern müssen. Ansdaulicher fat uns Gott dieß nicht machen, nachdrüdlicher hat er uns diefen Theil seiner Geseke nider einsvårfen fónnen, als dadurch, daß er seinen Sohn selbst zu einem folchen Opfer für uns bestimmt, daß er seinen Vielgeliebten für uns alle dahin gegeben þat. Dieß ist der flare Beweis, der Ordnung Gottes, seinem Willen, der Einrichtung, welche er der Welt gegeben hat, und nach der wir uns als verwandt und zusammengehörig betrachten sollen, handelt Jee der entgegen, der nichts für seine Brüder thun, der fid nicht für sie anstrengen, der nichts für fie aufopfern will.

Wer darf sich weigern zu thun, was nach dem Wilen des Vaters der Sohn Gottes gethan hat? Wer darf Schwie. rigkeiten machen, seinen Brüdern zu dienen, da der Sohn Gottes gekommen ist, nidot daß er ihm dienen lasse, sondern daß er rein leben gebe zu eiper Erlösung für

« ͹˹Թõ
 »