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waren fie gleid unsouldig an dem, was man ihnen fur last legte, so hatten fie dode in ans dern Dingen gefehlt, und fic Verschuldungen

: finden bey denen, da Keiner rein ist? Nür Er, an dessen leiden und Tod wir uns in die. fen Tagen erinnern, war heilig, unsoul, dig, unbefleckt und von den Sündern abgesondert; felbft seine Feinde fonnten ihn keiner Sünde zeifen; und sein Richter legte das Befenntniß ab: ich finde feine Schuld an ibm. In keiner Hinsicht fonnte man also das, was ifm widerfuhr,

'für vers dient erflåren; er hatte nie etwas gethan, was, einer Strafe werth nicht möglich gewesen seyn, ihn an das Kreuß zu bringen, wenn die Bosheit der Priesterschaft und der Haß der Pharifåer nicht eine Bewe. gung, nicht einen Sturm zu erregen gewußt hátten, der die grosse Menge geneigt zu gewalt. famen Soritten madre und dem Römisthen Landpfleger die Verurtheilung Jesu. zum Tode gleidhjam abnothigte.

Ihr Tócter von Jerusalem, sagte der Herr einigen theilnehmenden Israelitinnen, die ihn, gerührt von seiner Unschuld, auf seis nem Todesgange mit Thrånen begleiteten, ihr Tochter von Jerusalem, weinet nicht über mid, fondern über euch selbst, und über eure Kinder; denn so man das thus am grúnen Holje, was roll

am dúrren werden? Wie wahr, M. Br., wie ersbütternd ist dieser Ausspruch unsers Herrn! War die kódoste Unschuld, war der, dem die Bosheit selbst nichts zur Last legen konnte, in der mensdlichen Gesellschaft Mißhandlungen aus. gerezt: was fann denen widerfahren, die nichts weniger als frey bon Vergehungen sind, die man in mehr als einer Hinsicht in Anspruch nehmen fann?

Mußte der Geiligfte Mensch, der jemals auf Erden gelebt. Hat, fogar das Hódufte Unredt dulden, das einem Unschuldigen zugefügt werden fann, und wie die größten Ver, brecher am Kreuke sterben: was follen wir fa. gen, die wir so mande Schuld auf uns gela. den haben, die wir uns strafbar vor Gott und Menschen wissen? Darf es uns Wunder neh. men, dürfen wir uns beschweren, wenn ung wehe geschieht; wenn uns auch weit mehr BS. res zugefügt wird, als wir verdient zu haben glauben? Sollen wirs nicht vielmehr für bes Fannt annehmen, Unrecht zu leiden und auf mehr als eine Art gemißhandelt zu werden, ges höre so sehr, zu dem Loose der Menschheit, daß es nicht davon zu trennen rey; daß fich gerade die bessern Menschen dieser Gefahr am meisten ausgesezt fehen?

Um so nöthiger ist es, M. Br., daß man fich auf ein Sdicksal, das nun einmal nicht gang zu vermeiden ist, nicht nur ben Zeiten vorbereite, sondern fich aud zu einer würdigen Ertragung desselben ermuntere. Und

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wir es besser lernen, wie unverschuldete Leiden ertragen werden sollen, als von unferm Herrn; auch hier ift er das erhabenfte und vollfommenste Muster, das wir nachahmen ton. nen. Es war nodo úberdieß ein Endzmed seio nes Leidens, uns ein soldes Vorbild zu lassen. Der wußte es ja, er sagte es ja ausdrúdlid vorber, Miemand würde ungerechten Mißhanda fungen meşr ausgesezt fenn, als seine Betenner; daher rief er auto : ner mir na dofolgen will, der verlå ugne side reloft

, und neb me rein Kreuß auf sido, und folge mir. Daher wollte er uns aber auch an seio nem Benspiel zeigen, wie man solche Leiden auf eine würdige Art ertragen, wie man auch hier Unterwerfung unter den Willen Gottes bemeie fen, und fiegen könne. Es ist die Abfiot des Apostels in den Worten, die ich jezt ertlåten foll, die Leiden und den Tod Jesu von dieser Seite darzustellen, und es uns t'lar zu machen, wie wir uns durde die Betrachtung des Sdid. fals Jesu zu einer standhaften Ertragung un. verschuldeter Leiden stårfen sollen. Sasset uns den Apoftel hören, M. Br., lasset uns um so mehr zu Herzen nehmen, was er uns zu sagen hat, da wir ja nicht wissen können, was wir in einer Welt, wo felbft die reinfte Unsduld am Kreuße geftorben ist, nodo ju dulden haber werden. Der Herr fer felbft mit uns und er. fülle uns mit seinem Sinne. Wir flegen um diese Gnade in ftiler Andador,

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Text: 1 Petr. II. 6. 21–24.

Petrus, der Apostel Jesu, schrieb den Brief, aus weldem die vorgelesenen Worte ente legat find, zu einer Zeit, M. 3., wo die Aufa merksamkeit der beidnisden Welt auf die wacha sende Gemeine Jesu immer grösser, aber aud eben deswegen ihr Widerwille und igr Haß gea gen diese Gemeine immer wirksamer und gea maltthåriger wurde. Ben aller Unschuld ihrer Sitten, ben aller Eingezogenheit igres Wandels, ben allen ifren gåusliden und bürgerlichen Tus genden, wurden die Chriften, weil fie feinen Theil an dem Goßendienste nahmen, nidt nur mit Abideu betradret, sondern auch unerförter Verbrechen beschuldigt. Daß fie alfo Vorwürfe hören mußten, die sie nicht verdienten; daß fie für Vergehungen gestraft wurden, an die fie nicht gedaebt hatten; daß man sie wie die große ten Missethårer mißhandelte, und oft mit um menfdlider Grausamkeit hinridtete, war etwas Gewshnliches; unsouldig leiden zu müssen, ge. þórte gleid sam zu dem Beruff und Stande wahrer Chriften. Allein eben daher bietet aud der Apostel in unserm Left alles auf, die Bea tenner Jesu über dieses traurige Sobic fal zu beruhigen, und fie, zu einer ftandhaften Errra. gung desselben zu ermuntern. Und auf wen konnte er hier soidlider hinweisen, als auf den, welder feine Sünde gerhau batte, und dod am Kreuße gestorben war, von wesseur Verhalten konnte er wirtsamere Ermunterungen

zu

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zu einer weisen Erduldung unverschuldeter Leie den entlehnen, als von dem Verhalten dessen, der nicht wieder schalt, da er gerobolo ten wurde, der nid drohete, da er litt?

An unverrouldeten Leiden wird es auch unter uns wohl Keinem ganz fehlen, M. 3. Mehr und weniger wird Jeder verfannt; Je. dem geschieht zuweilen Unrecht; Jeder kann Feinde haben, die ihn ohne Ursache hassen; und ist es uns mit unsrer Frömmigkeit ein Ernst, befleissigen wir uns, ein gutes Gewissen zu beo wahren vor Gott und vor der Welt: so were den wir selbst durch unsre Tugend die Eifer. sucht und den Haß der Lasterhaften reißen; man wird uns als Sonderlinge, wohl gar als ges fährliche Menschen versdrenen; wir werden uns gleichsam in die Umstände unsrer ersten driste lidhen Brüder zurückgesezt, und unverschuldeten Leiden aller Art unterworfen reben. Auch uns sind also die Worte unsers heutigen Teftes ge. forieben; und es ist eben so vernünftig, als heilsam, daß wir uns mit dem grossen, fructe baren Inhalte derselben bekannt machen. Ers munterungen zu einer würdigen Ero tragung unverschuldet ér leiden und Mißbandlungen find dieser Inhalt. Caso set fie uns nach der Reise kennen lernen, diere Ermunterungen; und zugleich untersuchen, wele den Gebrauch wir davon machen sollen.

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