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Lobet

obet den Herrn in seinem Heiligthume; lobet ihn in der Beste seiner Macht; lobec ibn in seinen Thaten; lobet ihn in seiner grossen Herre lidkeit! Alles, was Odem gat, lobe den Herrn; Amen.

Einen höhern Standpuntt zu nehmen, als der gewöhnliche ist, und dadurch eine fregere, Umficht zu verschaffen, und insonderheit unser irdisches Leben im Ganzen zu überso auen, dazu fühlen wir uns nie naddrůdlicher verans laßt, M. 3., als am Morgen eines neuen Jah,

Wer einen grossen Zeitraum so eben volo lendet hat, und einen eben so grossen vor fich fieht, der kann sich fast nicht enthalten, fide vom Besondern zu etwas Algemeinern zu erhea ben, und alles mehr im Ganzen zu betracten. Denn soll er nicht růc w arts blicken, uti zu untersuchen, was in der verflossenen Zeit von ihm geschehen ist, wie weit er es in derselben gebracht hat, was er für vollendet, für errun. D. Reing. Pr, ister Band. 16te Sammi.

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gen, für reinen Gewinn seiner bisherigen Ans ftrengungen halten kann? Soll er seinen Bild nicht eben so begierig auf die Zukunft rich. ten, um zu überlegen, wie viel Zeit ihm node vergónnt seyn dürfte; um zu bestimmen, was er in derselben zu thun habe; um einen Plan für dieselbe zu entwerfen, und sein shun im Ganzen anzuordnin? Der schnelle Wechsel unso rer Jahre endlich, ihr unaufhaltsames Hinftró, men, ihre fast unbegreifliche Flüchtigkeit, wann wird sie uns fühlbarer, als am Morgen eines neuen Jahres ? Aber ist uns die Vorstellung unsere gangen irdischen Seyns hiemit nicht gleichsam aufgenöthigt? Müssen wirs nicht ges wahr werden, wie kurz die Zeit desselben ist, wie es sich in dem Abgrunde der Jahrhunderte vera liehrt, wie es in Nichts verschwindet, fo bald wir es mit dem Dajeyn dessen Vergleiden, der ewig bleibet, wie er ist, und deß Fabre fein Ende nehmen?

Geneigt einen höhern Standpunkt zu bes treten, euern gewöhnlichen, auf das Altágliche beschränkten Gesichtskreis nach allen Seiten hin zu erweitern, und euch zu grossen, allgemeinen, das Ganze umfassenden Vorstellungen zu erkes ben, habt ihr euch also dießmal hier versam. melt, M. 3., mit einer Art von Gewißheit darf ich dieß annehmen. Und wie wünsche ich eude Glück zu dieser Stimmung! Wollet ihr das neue Jahr mit Betrachtungen, mit Gefühlen, init Entschliessungen antreten, die vernünftiger

Gejdos

Geschopfe, die wahrer Christen würdig find: so muß fich euer Geist den Søranfen, die ihn gewöhnlich beengen, entreissen; so muß er nacha. denkend und fren über Jahren und Jahrhunder. ten schweben; 10 muß er sich einer Bestimmung und Würde bewußt werden, die ihn über alles Yrdische erhebt; so'muß er Maasregeln ergreife fen, die dieser Bestimmung und Würde gemås find; so muß er, wenn ich es kurz fagen roll, die wahre Stellung bemerfen, die ihm in dem unermeßlichen Nriche Gottes angewiesen ist, und sein ganzes Verhalten darnach einrichten und bestimmen.

Unsre Stellung in dem unerme ß. liden Keide Gottes! Welch ein Gedan. ke, M. Br.! Daß wir in einem Ganzen leben, weldes fich nad allen Seiten hin ohne Grån. zen erweitert; daß dieses Ganze das Werf, der Wirkungsfreis und das unvergånglide Reich des Unendlichen ist; daß uns den Plaß, welden wir in demselben einnehmen, fein Zufall, fons dern die Weisheit dessen angewiesen hat, der alles ordnet und regiert; daß wir dadurch in eine Berührung mit dem Ganzen, in eine Ver. bindung mit allem, was ég enthält, und in mannidfaltige Verhåltnisse mit demselben gee bracht find; daß aus diesen Verhältnissen Pfli ten, für uns entspringen, die wir erfüllen müssen, wenn wir den Abfichi ten Gottes entsprechen, wenn wir uns nicht entetren, wenn wir nicht in einen Widerspruch

mit

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mit dem Ganzen kommen, und uns ins Uns
glück stürzen wollen: das muß uns flar wers
deu, das muß unser ganzes Nachdenken beschaf
tigen, das muß alle' unsre Vorfäße und Ent.
würfe bestimmen, wenn wir das neue Jahr mit
vernünftiger Besonnenheit antreten, wenn wir
P8 zum Segen für uns und Andre durdleben
wollen. So erhebet denn euern Blick, 'geliebe
se Brüder ; fehet zu, wo ifr euch befindet;
und überleget, auf welchen Schauplaß seiner
Herrlichkeit, in welchen Theil seiner unermeß.
lichen Schöpfung, auf welchen Posten in feie
nem Reiche euch Gott gestellt hat. Wie wird
fico eure Bruft erweitern und heben bey dieser
Umsicht; wie wichtig wird euch durch fie, der
Zeitraum werden, den wir heute anfangen;
und mit welchem Vertrauen, mit welchen Ents
schliessungen, mit welden Hoffnungen werdet
ißr in denselben hinübertreten! Und so sinken
wir denn anbetend nieder vor dir, Unendlider,
defien Kleid lidt ift, der du den Hims
mel ausbreitest wie einen Teppich,
der du das Erdreid gründeft auf reis
nen Boden, daß es bleibet immer und
e wiglich. Laß uns erkennen, mit Erhebung
und Freude laß uns fühlen, wozu du uns bea
stimmt hast, und mache diese Stunde zum Ans.
fang deiner Segnungen in diesem Jahre. Wir
flehen zu dir in ftiller Andacht.

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Dept:

22.

1

Tert: Pralm CIIT. 0. 15

Wie wunderbar thut sich in dem vorgeles fenen Tert die Schöpfung Gottes vor uns auf, M. 3., wie unermeßlich stellt fie fich uns dar! Don Ewigkeit zu Ewigkeit wå bret die Gnade des Herrn, wie der Dichter ruft. Soon in ihrer Dauer ist also die Schöpfung Gottes unermeßlich; fie wird nie wieder aufgóren, der glückliche Sohauplaß seiner Huld, seiner alles regnenden Liebe zu feyn. Und wer kann ihren Umfang fassen? Der Herr bat seinen Stuhl im Himmel bereia tet, fåhrt der Dichter fort, und sein Reid herr sdot über alles. So weit das Gebies te des Wirklichen reicht, (und ist dieses Gebiete für uns nicht grånzenlos, finden wir nicht die allerentferntesten Råume des Himmels mit Son. nen und Welten erfüllt) so weit also das Ger biete des Wirklichen reicht, reidot aud die Macht des Unendlichen; ihm ist alles unterworfen, was da ist. Weiche Gefd opfe, welche Gattuns gen füblender Weren, welde Heere ers Þabner, må driger Geifter 'leben und wir. fen in dieser unermeßlichen Welt. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, fezt der Dichter noch hinzu, ifr ftarken Helden, die ihr seinen Befehl ausridtet; lobet den Herrn alle seine Heerschaaren; lobet den Herrn alle reine Werke. Und dem Dichter felbft wie ist ihm bey diesem Anblick, bey diesem Schauen ins Unermeßliche,

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