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geltung Fah; weil er dem, der da rede rido tet, seine Sade überlassen konnte, weil er wußte, wie dieser seine Ehre retten, zu welder Herrlichkeit er ihn aus der Schmach erheben würde; darum ertrug der Herr fein foredliches Sdid sal so gelassen; darum machte er gar feis me Anftalten, sich selbst zu felfen; darum fans delte er nad dem Grundsak, den er schon frů. Her geäussert hatte: i co ruche nide meine Ebre; es ift aber Einer, der sie sudet und ridotet. Und darf diese Worte nicht ges der nadsprechen, der unsduldig leidet und un. terdrůdt wird ? Darf er, wenn man ihm aud alles entreißt, wodurch er fich rechrfertigen, wo. mit er fiche retten könnte, nicht getroft sagen:

es ift Einer, der meine Egre su det und 1 ridtet, der meine Unschuld ans lidot bringt,

und mir Gerechtigkeit widerfahren läßt? Nicht in einer Jammerwelt, wo der Zufall ferrsdot, wo blinde Gewalt entscheidet, wo Redt und Gerechtigkeit leere Namen find, befinden wir uns, M. Br., wir find die Bürger eines Reidos, wo ales unter strengen Gefeßen steht, wo Nie. mand ungestraft fündigen kann, wo einem Jes den früßer oder spåter, hier oder doct, vergot. ten wird nach seinen Werten. Und wir follo ten nicht getroft reyn, wenn uns ein Unredt mis derfährt; wir sollten es nicht mit Fassung und Würde ertragen; wir folten uns nicht auf die Entscheidung und Hülfe dessen verlassen, der da redor ridtet ?

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Unser Test führt uns noch besonders auf eine Setrachtung, die uns zwar 'demüthiger muß, aber uns in einer andern Hinficht zu eis ner würdigen Ertragung unverschuldeter Leis den und Mißhandlungen ermuntern und står, ken roll; auf die Betrachtung, daß wir um andrer Vergebungen willen ftrafo bar sind. Welder, fåørt der Apostel in unserm Defte von Christo fort, unsre Sún. den felbft geopfert hat an seinem Leis be' auf dem Holze daß wir der Sú ns de abgestorben der Gerechtigkeit les ben. An die leiden unsers Herrn fönnen wir also gar nicht denken, M. Br., ohne uns für Súnder zu erkennen. Denn unsre Vergebuns gen waren es, die er am Kreuße büßte; für uns, die ungerechten, litt Er, der Gerechre; und verpflichten wollte er ung durch seinen Tod, der Sünde zu entsagen und uns der Tugend zu' widmen. So mogen wir denn bey dem, was man uns zum Vorwurfe macht, worüber man uns haßt, weßwegen man uns drúcft und mißhandelt, noch so unsduldig seyn: daß wir im Ganzen strafbar sind; daß wir auf andre Art verschuldet haben, was uns jest wis derfahrt; daß wir uns nicht würden berdowe, ren dürfen, wenn uns ein noch hårteres dick, fal tråfe, das werden wir uns, wenn wir aufo richtig fenn, wollen, nicht verhehlen können. Soll uns dieses Bewußtsenn nicht gleidjant den Mund verfolieffen? Sollen wir nicht, um

so To stiler und gelaßner dulden, je weniger wir uns über andre Theile unsers Verhaltens recht, fertigen können?

Sollen wir die leiden, welche uns jezt ohne eine besondre Schuld treffen, nicht dazu anwenden, uns von andern Verschuls dungen zu reinigen, und desto eifriger der Gei rechtigkeit zu leben? Wenn der Herr, der gar keine Sünde gethan hatte, um 'fremder Verge. hungen willen litt, ro soweigend, so gelassen, ro voll Unterwerfung unter den Willen Gottes duldete: sollen wir, die wir selbst gesündigt, und in tausend andern Hinsichten Strafe vers dient faben, nicht gleichsam verstummen vor Gott, wenn er uns ein Unrecht widerfahren fåßt, und seinen Rath in Demuth egren; fol. len wir nicht ruffen: Herr, du bist gered to wir aber sind. Súnder?

Zumal, M. Br., da sich mit diesem Al. len noch eine Hoffnung verbindet, welde uns, die Ertragung unverschuldeter Leia den ungemein erleichtern muß, die Hoffnung, es fónne und werde aus unserm lei. den viel Gutes entspringen. Auf die. fen Umstand macht uns der Apostel im Terte durch die Worte aufmerksam : durd weldes Wunden ihr fend feil worden. Nicht blos den Herrn felbft haben seine Leiden zur Herrlichkeit geführt; nicht blos ign bat Gott er det, weil er geborsam worden war bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuße: ein Heilmittel für unser ganzes Geldledt find

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jene

jene Leiden geworden; die wohlthårigen Wirio tungen find unermeßlich, welche sein Tod Ber. vorgebracht gat; eine Erlösung, die ewige lid gilt, fat' er durch diesen Tod gestifter, und mit Einem Opfer in Ewigteit vollendet, die gebeiligt werden. Caso fet es seyn, daß nur Er so wirken konnte; daß kein andrer unschuldig Leidender in Abfidot auf die Art and Grosse des Verdienstes mit ihm verglichen werden kann. Aber wird nicht aud eud Gerechtigkeit widerfagren, wenn iør würdig geduldet Babt? Ist nicht auch euch Preis und Ehre und unvergångliches Wesen versprochen, wenn ihr mit Geduld in guten Werken tradtet nad dem ewigen leben? Wird Gott nicht aud eu. re Ehránen abwisoen von euern 2u. gen? Und wie wohlthårig tónnen euré un. verschuldeten Leiden für Andre werden, wenn ifr sie würdig zu ertragen wisset! Werfet nur einen Blick in die Jabrbücher der Geschichte, Ihr werdet erstaunen über die wundervollen Wirkungen, welche die Leiden und der Tod uno souldiger Menschen zu allen Zeiteu hervorge. bradot gaben. Wie oft þat der Anblic uns terdrückter Unschuld einzelne Mensben und gan. se Wölfer aus einer roimpflichen Trägheit geo wedt, und zu rühmlichen Unftrengungen ermun. tert! Wie oft ist aus dem Blut eines Uns souldigen, den Tyrannen und Grausamkeit ges opfert hatten, die Fregkeit und das Slúc gan,

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jer Nationen entsprungen! Wie oft find die Leiden und der Jammer fuldloser Menschen, die Veranlassung zu Gefeßen und Einriðtungen geworden, die von nun an Tausenden þeilsam wurden! Und die Wahrheit, die echte Ver. ehrung Gottes, das Evangelium insonderheit, find fie nicht durde die Seiden und das Blut ifrer Betenner und Zeugen erhalten, beftårige und verbreitet worden? Würde alles wahre Gute so oft und so glücklich auf Erden gesiegt haben, wenn fich nicht gerade die besten Mente soben so willig für dasselbe aufgeopfert båtten? Nein, M. Br., wir können nie riffen, was es wirfen, welche Eindrúde es machen, welde Bewegungen es um uns ber stiften wird, wena wir unversduldete Leiden und Mißhandlungen mit Würde ertragen. Und wenn wir auch nur ein Mufter für die werden, die uns beobad. ten; wenn durch das, was uns widerfahrt, aud nur in Einigen ein großrer Absdeu gegen das Böse und mehr Liebe zum Guten hervorges bracht wird; wenn wir auch nur Einigen die Ver. anlassung werden, daß fie männlicher und ent. soloßner handeln, und in den Verhältnissen des Lebens mehr Feftigkeit beweisen lernen; wenn wir durch unser Benehmen auch nur in Einigen das Vertrauen auf Gott, die Ergebung in seinen Willen, und die Hoffnung der Unsterblichkeit fårfen: ift nicht soon dadurch viel gewonnen! Und wie ander fann durdurfre Wunden gang heil werden! Wie Manden tann unser

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