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316 r4te Predigt, am Sonntage Låtare. Leiden zu einer gånzlichen Sinnesånderung vera anlassen! Wie leicht kann Gott, der nidors umjonft berhångt, der alles zum Besten des Ganzen zu lenken weiß, aus unsern Leiden Seg. nungen entspringen lassen, von welden wir node Teine Vorfellung haben! Gerroft lasset uns also fern, was Gott auch über uns beschlossen has ben mag. Aufrehen lasset uns auf Je fum,' den Anfånger und Vollender unsere Glaubens, der, da'er moft Håtte mogen Freude Baben, erdaldes te er das Kreuß, und adtete der S dande nidt, und ift geressen zur Redten auf dem Stuhle Gortes. Ge. denfet an den, der ein foldes Widere fpreden von den Sündern wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem Muthe matt werdet und ablasset. Denn selig ist der Mann, der die an. fed tung erduldet; denn nad dem er be wå ret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen; Amen.

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qualvol auch die lezten Leiben unsers Herrn waren, M. 3., so sehr fide aud unfre Sinnlichkeit vor dem Martertod entsext, welden er zu erdulden Gatte: noc weit empfindlicher, als alle Schmerzen des Körpers und recht eigents liche Berzzerreissend, mußte für ifn die Somado und Sdande seyn, die mit seinem traurigen Schicksale verknüpft war. Denn nicht genug, daß er sich, wie die Schrift es ausdrückt, un. ter die uebelthäter gerednet sa 6: als ein ganz verworfner Missethåter wurde er bee ħandelt; eine Lebensftrafe, die nur die verådt. lichsten Sclaven traf, war der Kreußestod, der ihm zuerkannt wurde; und nad jüdischen Site ten wurde er durch denselben ein Gegenstand des öffentlichen Abscheu's; denn verfluche war, nach dem Ausspruce des Mosaisden Gesekes, Jedermann, der am Holze hieng. Und so sah fide der entehrt, welder keine Súnde gethan batte und in dessen Munde fein Betrug erfunden wurde. So fab fich der verabscbeut, der die gerechten

ften sten Ansprüche auf die Werthichåßung und Bul. digung der ganzen Menschheit machen konnte. So fab fid der herabgewürdigt, der fichs beo wußt war, er fer vom Himmel und aus dem Sooose des Vaters berabgekommen und be ftimmt, der Herr über alles zu werden. Konnte das Zartgefühl, mit welchem der Herr seine Unschuld und Würde, mit weldem er das brie lige Redot empfand, das er auf die Berehrung und Unterwerfung aller Menschen hatte, schmerz. lider angegriffen werden, als fo? Darf mak fid wundern, wenn ißm die Somadh das Herz brade, wenn fie unter allem, was er zu dulden hatte, das Sdrecflichte und Zermalmendste war?

Verdient unter den mannidfaltigen Leiden, die Jesum unsern Herrn getroffen Gaben, irgend eins unsre vorzügliche Aufmerksamfrit, M. Br., fo ift es diese Somad. Die übrigen Miße Handlungen, welcbe der Herr erfuhr, hatten, wenn ich fo fagen darf, etwas Persönliches und Vorübergebendes, das nur ben ihm und nur einmal Statt finden, fide aber nicht vero breiten und mittheilen konnte. Mit der Samach Chrifti hingegen derpåle fichs anders. Sie ift etwas Bleibendes und Immermåprendes; fie ift unter allen feinen Leiden das, was fid unab. låffig fortpflanzt und mehr und weniger auf alle übergeht, die sich zu ihm bekennen. Dens ift gleich Er felbft aus der Angst und dem Gerid te genommen, ist gleich Er ourd Triden des Todes mit Preis und' Ebre

gefront: seine Befenner fåmpfen noch; fie leben noch unter Menschen, welde von eben den Leidenschaften getrieben werden, die in den Feinden Jesu wirksam waren; auch fie haben mit Gegnern der Wahrheit, mit Sclaven des {afters und mit Werådoreen alles Guten und Heiligen zu thun. Wird sie also das Sdice sal, wird sie die Somach ifres Herrn nicht in eben dem Grade treffen, in welchem sie ihm åbno lich werden, in weldem sie denken und handeln, streben und wirten, wie Er? Der Geist der Zeiten kann jene Rohkeit, jene Unmenschlichkeit mildern, mit der man die Zeugen Jesu sonst an Leib und Leben ftrafte, mit der man sie durch Martern hinrichtete, die nicht weniger schrecklich waren, als der Kreußestod. Aber dabin, daß man die Belenner Jesu nicht mehr anfeindete, daß man sie nicht mehr mit Verachtung ansåbe und ferabzuwürdigen suchte, daß man ihrer nicht mehr bitter spottete und sie zurüdsezte, dahin wird und kann es nie kommen; Wahrbeit und Jrrthum, Tugend und Laster, Frömmigkeit und Gottesvergessenheit mußten aufhören, einander entgegengesezt zu feyn, mußten ifre Natur und ihr Wesen verlieren, wenn es keine S d mad Chrifti weiter geben sollte.

Der Tert, welchen ich jezt erklåren soll, M. Z., erwähnt sie nicht bloß, diese Somad: er macht es wahren Bekennern Jesu sogar zur Pridt, freiwillig und muthvoll an derselben Theil zu nehmen und sie mit Standhaftigkeit und

Gedulo

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Geduld zu tragen. Und nichts ist gerechter, M. Br., nichts unerläßlicher, als diese For. derung; man kann unmöglich ein wahrer Chrift seyn, wenn man nicht willig und bereit ist, um des Namens Jefu willen Somad zu leiden. Sasset uns verweilen, M. Br., einer Betradtung, die in mehr als einer Hins ficht so wichtig für uns ist; die uns úber unsre Gesinnungen, úber unsre Pflichten und über das Verhältniß, in weldem wir mit Jesu ftehen, ein unerwartetes Licht geben wird.' Móge er mit uns regn und uns redhe lebendig erfennen lassen, wie gefährlich es sen, die Ehre ben Mens rden lieber zu haben, denn die Ebre ben Gott. Wir fleben um diese Gnade in 1 ler Andacht.

Text: Sebr. XIII. 8. 12. 13.

Mit einem Sündopfer, das nicht in das Heiligthum gebracht, nicht auf dem Altar anges júndet werden durfte, sondern als etwas-Unreis nes, als etwas mit dem Fluche belasteres, aulo ferhalb der Stadt verbrannt und vernichter werden mußte, vergleicht der Apostel in den vor. gelesenen Worten Jesum, unsern Herrn, M. 3. Er sollte das Volk durch sein eignes Blüt feilis gen; er sollte das wahre, unser Geschlecht durch seinen Tod ganz und auf immer reinigende Sünds opfer senn; auch Er mußte also aussen vor dem Thore leiden, mußte als ein Verworfner eines schmachvollen Todes sterben; oder, wie

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