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es Paulus an einem andern Orte ausdrůdt, er mußte ein Fluo fúr uns werden: Hier. aus sieht der Apostel die Folge, wer es mit Christo halten, wer ein wahrer Unhånger Chrifti fenn wolle, der múffe fich nicht scheuen, fico mit ihm augstossen und entfernen, fich um feia nerwillen verachren und berabwürdigen zu lassen; so laffet uns denn zu ihm hinaus. geben, ruft er, a üfler dem Lager und Reine Soma c tragen.

Weber die Somad Chrifti weiter nadazudenken, sehen wir uns also hier so start, und natürlich veranlaßt, daß wir fast nicht ausweidhen fónnen. Jn der That bietet uns auch mehr als eine Frage dar, welche diere Somad betrift, und an deren Beant, wortung uns gelegen Teyn muß. worinn besteht die Somad Ehrifti? Dieß ift das Erfte, was wir zu untersuchen haben. Warum sind Ekriften verpflichtet, diere Somad su tragen? Dies ist das Zweyte. Wie soll sie endlich getragen werden, und welches Benehmen haben Christen daben zu beobachten? Dieß ist das Dritte. kasset uns über jede dieser Fra.. gen. die nöthige Auskunft suchen.

Nidt wa bre, nidt gerechte und vero diente Unehre war die Schmach Christi ben ihm selber, M. 3. Wie hårre den, der seis lige unduldig, unbefledt und von den Sündern abgesondert war, irgend

D. Reinh. Pred, after Band 1616 Sammle 2 eine

eine rechtmåffige Schande treffen fånnen? Aber weil man ihn verfannte; weil er unter Menschen lebte, die feine Unsould nidt emo pfinden und seine Graffe nicht fassen konnten; weil man ihm aus Mißverstand und Bosheit zum Verbrechen madote, 'was sein köchftes Ver. dienft war: darum mußte er, wie unser Tert sagt; aufren vor dem Tbore leiden;. darym wurde er wie ein verworfner Misse. thåter behandelt. · Bey wahren Christen bat die Somad Christi teine andre Beschaffenheit. Je mehr Nehnlichkeit fie mit ißrem Herrn er. Halten, desto unbegreiflicher und råchselhafter werden sie für gewöhnliche Menschen. Man fångt also an, aud fie. zu verfennen, wie ihren

Herrn, und gerade das an ihnen zu tadeln, ihnen gerade das zur Schande, anzurechnen, was der Wahrheit nach die größte Ehre für sie ift. Die Somado Efristi besteht nehmlich, wenn ich es bestimmter fagen soll, darinn, daß fichs wahre Christen gefallen lassen müssen, wegen ihres Glaubens als Sawade, wegen ihrer Tugend als Sonderlinge, wegen ihrer Entsagungen als Toren, und wegen ihrer Hoffnungen als So wåre : mer verad tet zu werden.

Daß fchon der GT a ube wabrer Cbriften den Unglåubigen anftsslig seyn, daß er diese geneigt machen müsse, die Christen dieses Glaubens wegen als Sdowa dhidpfe ju vera do ten, fåde sogleich in die Augen.

Unsicht.

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Unfichtbare, über alles Sinnliche weit erhabne Dinge find nehmlich der Gegenftand des Glau. bens, der wahren Christen eigen ist; werden fie also rohen und finaliden Menschen, die für solde Dinge gać fein Gefühl haben, nicht tåcherlich vorkommen, nicht als Träumer ersdei, nen, die nicht wissen, was fie wollen? Ernst þafte,' die größte Aufmerksamkeit und die ges wissenhafteste Behandlung verdienende Wahr. beiten machen den Inşalt' des Glaubens aus, zu welchem fich wahre Christen bekennen; wer. den fie also leichtsinnigen, bloß ifrem Vergnů. gen lebenden Menschen, denen:' alles Ernsthafte vergaßt ist, nicht alø armselige Grübler vor. kommen, die sich mit leeren Grillen plagen, die es verdienen, daß man ihrer spotte? Auf Gründen, die zivar nicht ohne hinreichende Bee weisfraft sind,' aber die Macht und Klarheit Zwingender Beweise weder haben, nod haben können, beruht der Glaube wahrer Christen. Werden fie also von scharfsinnigen Zweiflern, die nichts wollen gelten lassen, als was ignen über alle Einwendungen erhaben zu seyn seeint, nicht für arme Betrogne erflårt werden, die ein eitler Wahn bethórt, die Schein und Wahr. Heit nicht gehörig zu sondern wissen? Aus, sprüche Gottes insonderheit, ausserordentlidbe, wundervolle Offenbarungen Gottes find es, worauf fich der Glaube wahrer Eşriften stúzt; werden also die Weisen der Vernunft, die nichts für richtig falten, als was sie begreifen und

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vermittelft ihrer Vernunft erweisen können, nicht jeden wahren Christen als einen Sowad. Fopf betrachten, , der nicht selbst denkt,' fondern fich einem. 'fremden Zeugniß unterwirft, der nicht auf eignen Füssen steht, sondern durch hlosses Ansehen sich leiten läßt? Nicht um. sonst sagt der Apostel, der natürliche Mensch bernehme nichts vom Geifte Gottes, es ren ihm eine Thor feit, er fónne es nicht begreifen. Es liegt im Wesen des Glaubens, der wahren Efristen eigen ist, daß er denen, die itn nicht selbst haben, als etwas Widersinniges ersdeint. Mußte doch auch der Herr rufen: wir reden, was wir wissen, und geugen

, was wir gereben haben, und iħr nehmet unser Zeugniß nicht an. Es gehört folglid zur Somad Chrifti, daß die adren Anhänger desselben ihres Glau. bens wegen als Sohnache, veradotet werden

Nicht weniger anstóllig ist die Tugend Wabrer Chriften; es ist nichts gewókn. lidher, als daß man sie dieser Tugend wegen als Sonderlinge verspottet. Wenn dieß von rohen, leichtsinnigen und lafterhaften Mensden geschieht, so kann es nicht auffallen; dem {afterhaften ist der beßre Mensch enorme. der unbeareiflide und lächerlid, oder verdåchtig. und verhaßt, und in beyden fåđen wird er nicht unterlassen, ihn mit Verachtung und Somach zu überhauffen. Aber wird es nide aud der feine, geschmeidige Hofling sonderbar

finden,

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finden, daß tugendhafte Chriften in tausend Dingen, die ihnen gleichgültig scheinen, wo man seiner Meynung nach gefålig seyn und nach, geben muß, so strenge und ungesellig find? Wird es nicht aus der Fluge, überall seinen Vortheil verfolgende Weltmann für übertriebene Gewis, fenhaftigkeit, für eigensinnige . Hartnäckigkeit ers Flåren, daß tugendhafte Chriften tausend Maas, regeln und Kuuftgriffe verwerfen, und sich einer Menge von Mitteln nicht bedienen wollen, die ihm sehr zulässig febeinen und durch die er sich überall zu helfen weiß? Wird der luftige, nur Genus und Vergnügen suchende Wolúft

. ling nicht im Herzen darüber sporten, daß tu. gendhafte Christen tausend Dinge nicht mit, machen, ohne die ihm das Leben zur {aft seyn würde; daß fie in Freuden, die ihm eben so unsduldig, als natürlich zu fenn deinen, etwas Unredtmåssiges und Anftosliges finden? Wer. den nicht sogar finstre Selbstpeiniger und schein. beilige Heuchler zu låstern anfangen, wenn sie fehen, daß tugendhafte Christen weit heitrer, weit ungezwungener, und benm Genuß der Wohl, thaten Gottes weit frölicher sind, als sie es für rathsam Halten; mußte fidos nicht der Herr felbft gefallen lassen, daß die Pharisäer, weil er nicht finster und ein siedlerisch, wie Johan. nes der Tåuffer lebte, von ihm fagten: siehe, Wie ist der Mensch ein Freffer und Weinså uffer, der 30llner und Sån, der Geselle! Je reiner die Tugend wab.

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