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rer Chriften ist; ie weniger fie weder zur Reche ten, noch Linken abweicht, sondern unaufhórlid die ridtige Bahn verfolge: defto weiter ento fernt fie fich von denen, die sich auf Abwegen befinden; defto fonderbarer fommt fie allen Feh. lenden vor; desto gewisser trift fie ein allges. meiner Tadel.

Es fommen nod besonders dié Entras gungen wahrer Chriften hinzu, bey wels dhën fie nothwendig als Thoren er seinen müssen. Dieß war es, was den Herrn selbst Yo råchselhaft in den Augen seiner Mitbúrger, und zulezt so verádrlich machte. Daß er side Feinen Vortheil' entgehen lassen, daß er fich der grossen Menge bemådrigen, daß er Vorfebrun gen zu einer grossen Staatsveränderung tref. . fen, daß er das Römisde Jodh'zerbrechen, daß er sein Vaterland in Freyheit seßen, daß er den Thron Davide besteigen und seine Nation auf den hódften Gipfel der Macht und Glúd, seligkeit erheben müsse, das fezten seine Mita' búrgeć, die ihn für den Messias hielten, vor. aus, dieß waren die Grundfäße und Entwárfe; die fie ihm beylegten. Mußten sie nicht ers ftaunen über sein Benehmen, mußten sie ihn nicht für einen Thoren Halten, der feine Plane nicht auszuführen verstehe, als sie ihn jeder irdischen Vortheil verso iåben, als sie ißn recht gefliessentlich in Dürftigkeit und Armuch, leben, als' fie ihn allen, unruhigen Bewegungen ques weichen, als sie ihn fließen sahen, wenn ihn

die begeisterte Menge zum König maden wolle se; als fie sogar hörten, er ren nidt gea tommen, sic dienen zu lassen, sondern selbst zu dienen und sein Leben zu geo ben zu einer Erlösung für Viele; ift es zu verwundern, daß fie seiner als eines Elen. den, der alle seine Endzwecke verfehlt und wie dersinnig gehandelt habe, noch am Kreuße sputa teten? Auf seine ådoren Befenner muß diese Somad mehr und weniger unausbleiblich fala lea, M. 3. Sie haben die Endzwecke, die ihr Herr und Meister gatte; das heißt, Endywede, von welden der finalidbe und ungebesserte Menso teine Vorstellung hat. Ihnen ist nicht um Vergnügen, Reichtum und Made, sondern um Wahrheit, Tugend und Beförderung alles Gus. ten zu thun. Wenn sie also der Waßrheit ihr Vergnügen und tausend finnliche Vortheile; wenn sie der Tugend ihre Bequemlidfeit und jede Art eines irdischen Glüds; wenn sie dem allgemeinen Beften ifre Zeit, ihre Kräfte und ihr Leben zum Opfer bringen: wird man sie, wos fern man noda gelinde mit ihnen verfährt, nidot bedauern; oder wenn man leichtsinniger urtheilt, ifrer lachen? Wird sie nicht eben die Veracha tung treffen, die man dem Herrn, seiner Ente fagungen wegen, selbst bewies?

Was foll ich endlid von den Hoff. nungen.: wahrer Chriften sagen; wird man fie ißrentwegen nicht für Sd wår mer erflåren? Wie wider finnig tam es nicht

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bloß den Gegnern" unsers Herrn, sondern felbft seinen Freunden und Vertrauten vor, als er von seiner Toomachvollen Hinrichtung seine Ver. Herrlidung, von seiner Unterdrůdung den Sieg feiner Sade, von ihrem Verschwinden ben reis nem. Tode ifre Verbreitung auf der ganzen Erde erwartete! Darf man fick wundern, daß feine Gegner folcher Hoffnungen porteren und fie für schwarmerische Träume hielien ? Und dodh find fie auch seinen ådren Bekennern ger mein. Sie erwarten noch immer eine weit großre Verherrlichung Jesu auf Erden; einen noch weit algemeinern Sieg der guten Sade; einen noch weit glücklichern Zustand unsèrs Ges foledors; und alle ihre Anstrengungen sind daro auf gerichtet, zur Erfüllung dieser Hoffnungen benzutragen. Und 'wie getroft sind sie im Tode! Mit welcher Gewißheit feßen sie einem bessern Leben entgegen! Wie freuen sie sich darauf, dafeim zu feyn bey dem Herrn, und an seiner Hirrlichkeit Theil zu nehmen. : Lauter Aussichten, für die der finnliche Mensch fein Gefühl hat, die der vernünfteinde Zweiffer für Blendwerfe einer erhißten Eiribildungsfraft ers tiårr. Zu schwårmen, aller Erfaþrung, aller Vernunft troken zu wollen scheinen wahre Chris, ften der grossen Menge, wenn sie lidt folde Hoffnungen anmerken lassen: fie müssen auch hier die Veracrung theilen, die den Herrn felbst wegen dieser Erwartungen traf, und seine Somado tragen.

Und

Und nun lassen fich die Gründe, war, um fid wahre Cbriften nido t'weigern fönnen, diere Samach auf jido ju nego men, leidt entwickeln.

Es ift nehmlich zuerst foon an rich ser'n únftig und recht, die zu thun.

, ist hier die Rede nicht, das habt ihr gesehen; die Somach Christi ist die Wirkung und Folge eines vernünftigen Glaubens, einer strengen Tu. gend, eines aufopfernden Edelmuthes, einer großfen, würdigen Hoffnung; fie ist die Wirkung und Folge solcher Vorzüge, welche der unwissende Hauffe nicht zu faffen, welche der eigennúßige Pobel nicht zu begreiffen, welde die lasterhafte Menge nicht zu ertragen vermag; fie ist der Wahrheit nach die höchste Ehre, die ein ver.

sidence nünftiges Gefchópf fide erwerben fann. Und dieser dürfte man entsagen, um denen, die alles unrichtig und verfehrt beurtheilen, die von waha rer Ehre nicht einmal einen Begriff haben, nicht auffallend und anstóssig zu werden? Es wåre recht, den Glauben an Gott und an den, den er gesandt hat, aufzugeben, weil ihn rohe Mensden und spiķfindige Zweifler für Thorbeit halten? Es wåre recht, die Ausübung einer wahren Tugend zu unterlassen, weil das Heer der Leidorfinnigen und lasterhaften über ftrenge Gewissenhaftigkeit zu spotten pflegt? Es wåre recht, der Pflicht und dem allgemeinen Besten fein Opfer zu bringen, weil die selbstsúdrige

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Menge

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Menge diesen Edelmuth als Thorgeit verlorent? Es wäre recht, den erhabensten und feligsten Hoffnungen zu entsagen, weil Sinnlichkeit und Unglaube 'nur Sdwarmeren in denselben er. blicken? Es bleibt uns hier keine Wahl, M. 3. wir müssen die gute Sache entweder geradehin verlassen und zu den Gegnern derselben über, geben; oder es nicht achten, wenn wir von dies fen ben unserm Eifer für das Gute veradret und geschmåber werden. Wahre Schmadb wúra den wir nur dann verdienen, wenn wir schwach und pflichtvergessen genug wären, das Erste zu wählen; dann würden wir die Ehre bey Mene fchen und zwar bey Menschen, die nicht einmal unsre Udtung verdienen, böher foåken, als die Ehre bey Gott. Ift dagegen die Somado Chrifti vor dem Richterfahle Gottes und aller ridtig dentenden Wesen die einzige wahre Egre: , darf man fich dann weigera, daran Theil zu nehmen; ist es nicht vielmehr Pflict, fie willig und mit Freuden zu tragen?

Die Dankbarkeit gegen unsern Herra fommt hinzu. Warum hat er als ein Verworfner ausfen vor dem Thore gelitten und den somachvolften Tod erduldet ? auf daß er beiligte das Volk duro fein eignes Blut, antwortet unser Teft; uns durch seine Aufopferung Vergebung der Súnde zu verschaffen, uns in ein glückliches Verhåltniß mit Gott zu regen, uns zu befseras und ewig selig zu machen, dieß war sein gross

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