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Aber eben so sorgfältig, Habt ihr feige Gefälligfeit und zwendeutiges Unter. Kandeln mit der Welt zu vermeiden, wenn igr die Somad Christi als seine ådten Bekennér rragen wollet. Zu ihm hin a use geben lasset uns, sagt der Apostel im Teft, ausser dem {ager. Um eine gånzliche Å6. sonderung von der Denfungsart und den Sit. ten derer, die es nicht mit Chrifto halten, ift es also hier zu thun; glaubet "nicht, daß man wahre Gemeinschaft mit ihnen haben, und dod aud Chrifto angeboren tønne : ihr müsset das Eine oder das Andre wählen; denn Nie mand kann zwegen Herren dienen; und wes nicht mit mir ift, ruft der Herr ausdrücklich, der ift wider mich. R8 eud demnach fein wahrer Ernst mit eurem Glauben an Jesum, wenn ihr Bedenken traget, ihn eude anmerken zu lassen, wenn igr nicht Muth genug Babt, ihn da zu bekennen, wo ihr ihn bekennen solltet; wenn ihr wohl gar, um da oder dort nicht anguftossen, um es nicht mit dieser oder jener Parthen zu verderben, eine Sprache füşret, die mit euern Ueberzeugungen nicht übereinstimmt. Es ist euch noch fein wako rer Ernft mit eurer Tugend, wenn ihr euch ben ihrer Ausübung nade dem Gesamaç der Zeit zu ridren suchet; wenn iþr eudo, um Nies mand mißfálig zu werden,' nach jeder fehler. baften Gewohnheit und Sitte bequemet; wenn iße wohl gar' widtige Pflichten verleget, um

So ift

mit der Welt in einem guten Vernehmen zu bleiben. Es ist euch noch fein wahrer. Ernst mit euern Entsagungen, wenn ihr an zwen. deutigen Vergnügungen Theil nehmet, um nicht als Sonderlinge zu erscheinen; wenn es euch rower wird, die Gunft und den Beyfall folder Mensden aufzugeben, die eurer Adhtung unwurs dig find; wenn ihr ben jeder Gelegenheit die Erfüllung eurer Pflichten und die Befriedigung eurer Eitelkeit mit einander zu vereinigen Tucet. Weldoe Gemeinschaft hat das lidot mit der Finsterniß? Wie ftimmt Cbrift us und Belial? Beruffet euch niot darauf, daß işr es wenigstens im Herzen redlich mit Chrifto megnet und euer Sinn aufrichtig ren. Damit fann Er fich nicht begnügen. Wer mid bekennet vor den Mensdoen, habt ihr ihn vorhin ruffen Gören, den will ido bekennen vor meinem himmlisoen Vas ter. Ganz můsset ihr ihm angehören und alo len andern Menschen ihn vorziehen, wenn er mit euch zufrieden senn foll. Wer Water oder Mutter mehr liebet, dieß ist sein flarer Ausspruch, der ist mein nicht werth. Prüfe fid doch Jeder, ob es zu dieser Ents scheidung ben ihm gekommen ist, ob er fich få. hig fühlt, die Somad Christi ogne Ausnahme und Weigerung zu tragen.

Denn so ist es, M. Br., mit der wile ligften Entschlossenheit sollen wir sie überne men, wenn wir seine ådten Befens

D. Reinh. Pred. Ifter Band 16te Samml. ♡

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338 1ste Predigt, am Sonntage Judica..

ner seyn wollen. 'lasset uns fu ihm hing ausgehen, ruft der Apostel im Terte, und seis ne S d ma dh tragen. Unser eigner freyer Entschluß soll es also regn, uns um seinetwillen an, feinden und verachten, mißhandeln und schmåten zu lassen, so bald wir unsern Glauben an ihn ause fern, so bald wir driftliche Tugend beweisen, so bald wir unserer Pflicht ein Opfer bringen, so bald wir Gutes auf Hoffnung thun rollen. Gar nicht benfallen soll es uns da, erst Auswege suchen, erst Unterhandlungen pflegen, erst auf eine Ausgleis dung zwischen uns und der Welt denken zu wollen: edelmüthig und groß, månnlich und entschlossen sole len wir handeln; follen, wie einft Mofes, viel lieber er wählen, mit dem Volte Goto tes Ungem a do ju leiden, als die feito liche Ergókung der Sünde zu haben; sollen die Soma do Cbristi für grossern Reid thum adten, als die Sd åße der Welt. Und das ist sie, diese Somad; sie ist Ehre bey Gott und allen bessern Menschen; sie ist mit den größten Vorzugen verknüpft, die unser Geist besigen kann; und wird sich einst, vor den Augen der ganzen Geisterwelt,in Herrlichkeit des Himmels verwandeln. So lassei uns nun zu ihm hinausgehen ausser dem lager, und seine Somado tragen; denn wir haben hier keine breis bende Ståtte, sondern die Zukunftige fuden wir. Wohl Jedem, der sie, nach der Pilg. rimsdaft auf Erden, im Himmel findet und das Beim fenn fann ben dem Herrn; Amen.

XVI.

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339

XVI.
Am grünen Donnerstage.

Sext: i for. X. 8. 16. 17.

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Nichts fann uns, wie wir aus Erfahrung
Nice ,
wissen, M. 3., mehr demüthigen und nieder,
schlagen, oder mehr ermuntern und emporheben,
als ein Blick auf die Verbindungen, in
welden wir stehen. Sind fie entegrend, diese
Verbindungen; habt ihr Verwandre und Freun.
de, der ihr euch schåmen müsset; send ihr wohl

gar unvorsichtig genug gewesen, euch mit Men. * sehen einzulassen, die sich durch ihre Thorgeiren,

durch igre {after, durch ihren in die Augen fal. lenden Unwerth die öffentliche Verachtung zu. gezogen haben: fo darf man euch ja nur erin, nern an eure Umgebungen; es darf sich nur die Rede auf sie lenten: und ihr werdet in Verlegenheit kommen und erróthen; ihr werder euch versucht fühlen, euern Zusammenhang mit solden Mensden abzuläugnen; und fónnet ißr dieß nidot, ist er zu bekannt, als daß er fidh verhehlen lieffe: wie wird euch dieß demúrbigen, wie wird euch die Schaam den Mund bere foliessen, wie werdet ihr die Somach, die jene ,

bededt,

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1

bedect, wenigstens zum Theil auf euch felbft
falen fehen! Wohl dagegen Jedem, der fich
seiner Verbindungen freuen kann, der sich durch
sie geehre fiebt! Es macht getroft, wenn man
das Mitglied einer geachteten Familie oder ei.
ner ehrwürdigen Gesellschaft ist. Es hebt den
Muth, wenn man mit Personen zusammenhängt,
die allgemein geschåzt werden, und fich auf fie
beruffen fann.

Und find wir die Bekannten,
die Freunde, vielleicht die Günftlinge von Mån.
nern, welche die Welt mit Ehrfurdor nennt;
welche wegen ihres Geiftes, wegen ihrer Vers
dienfte, wegen ißrer Hoheit und Macht der Geo
genstand einer allgemeinen Bewunderung find:
wie erweitert fick unsre Brust, wenn diese Ver.
bindung zur Sprache fommt; wie geneigt und
begierig find wir, fie selbft bemerklid zu machen
und uns derselben zu rühmen; mit welchem
Hochgefühle sehen wir uns vom Glanze dersel
ben beftralt und gleichsam verherrlidt!

Sen uns doch jede Gelegenheit gesegnet, M. Br., die uns zum Bewußtseyn ehrender Verhältniffe bringt, die uns gewahr werden låßt, daß wir in erwünsoren Verbindungen stehen; die uns wohl gar Bande enthudt, welche wir får heilig erkennen müssen, welche uns mit der, unfidtbaren Welt und mit dem Himmel ver. knüpfen. Was fann erquicfender, was fann ergebender fenn, als dieser Unblick, als das les bendige Gefühl folder Verbindungen! Sind uns aber Erquicfungen, find uns Erhebungen

des

7

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