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heben wir uns ja über die Thiere um uns fer durd nicts, als durch etwas mehr Erfindsamkeit und durd unerfåttliche Begehrlichfeit. Wie ganz ans ders erscheint der Endzweck unsers Daleyns und die Würde unsers Wesens im lichte der Auferstehung

Jesu! Da fålt es in die Augen, eine sittlide, eine gemeinnüßige, eine ewig dauernde Wirksam feit ift unfr: wabre Bestimmung.

Weil Christus gestorben war, wie unser Tert sagt, nach der Sdrift; weil er fido frenwillig entschlossen hatte, nicht reinec. Neigung, sondern der Pflicht und dem Willen des Vaters zu folgen; weil er auf diese Art geforsam worden war bis zum Tode, ja zum 300 am Kreuß: darum wurde er aufer'weder von den Todten durd die Herrlid feit des Vaters,, darum sah es sich mit der höchsten Würde bekleidet, und mit Preis und Ehre gefrånet. So ist es denn aber aud uns möglich, das regen, wir aus seinem Beyfpiel, die Triebe unsrer Natur ju beherrsden und sie unter das Joch der Pflicht zu beugen; wir find fåhig gemacht, fittlid gut zu handeln.

Es ift nothig, auch das lehre uns sein Dufter, auf die Forderungen der Pflicht zu achten und sie den Wünschen der Sinnliditeit vorzuziehen; wir sind beruffen, fitts lido gut zu handeln. Es ist endlido vernünfe tig, das beweiset uns reine Verherrlichung, den Willen Gottes zu thun und der Pflicht jedes Opfer zu bringen; es tann uns nicht anders

wohl

mohl gehen, als wenn wir fittliç gut Handeln. Können wir es aber stårker* und unwidersprechs lider darthun, daß etwas Höheres und Gött. lides in uns ist, als durch ein fittliches Vers Halten, als durch die Selbstbeherrsdung, die wir da zeigen, als durch die Gewalt über alles Niedrige

und Thierische, die wir da úben, als durch die *. Regnlichkeit mit dem Auferftandnen und mit Gott,

selbst, zu der 'wir uns da erheben; und ist es fo nicht entsdieden, daß unsre eigentlide Bestim mung über alles Jrdische bingusgeht?

Die Auferstehung Jesu erinnert uns noch überdieß an die Bestimmung zu einer geo mein núßigen Wirksamkeit. Denn nicht für sich hatte. Der Auferstandne gelebt und ges wirkt; nicht. seines Vortheils wegen Vatte er den Tod.erduldet; der Retter unsers Geschlechts zu seyn, die Menschheit dem Verberben zu ents reiffen, der Welt das Leben zu geben, und zwar ein geistiges- und ewiges Leben; darum war er erschienen, darauf zweckte alles ab, was er lehrte und that, darum weigerte er sich nicht am Kreuße zu sterben. Jør fühlet es ohne mein Erinnern, edler, erhabner, göttlicher ist nichts im Himmel und auf Erden, als eine solche Großmuth, als ein foldes Verschmåben aller eigennúßigen Ruckfichten, als eine solche Aufe opferung für das Heil vernünftiger Gesc&pfe. Ift uns aber der Auferstandne nicht auch hier vorangegangen; þat er uns nicht ein Bens spiel gelassen, daß wir sollen nad follo

gen seinen Fußstapfen? Nein, wir kön nen es nicht gewahr werden, was er für uns alle gethan, wie er uns alle geliebt, wie er das Leben für uns gelassen hat, ohne es zu fühlen: so gefinnetzu senp, fo zu leben und zu wirken für die Brüder, so für sie zu dulden und zu sterben, wenn es nöthig ist, sey aud unsre Pride, rem unerläßliche Bedingung unsrer Gemeinschaft mit dem Auferstandnen und unsers Antheils an seiner Erldsung. Aber ist es nicht eine höhere Natur, die rich in uns regt, wenn wir dieß:empfinden? Würden wir auch nur den Gedanken fassen kön. nea, uns so zu erweitern, uns theilneşmend und edelmüthig der Wohlfahrt Andrer zu widmen, wenn niot etwas Göttliches in uns wäre, wena wic nicht Vehnlichkeit mit dem hätten, der sich aller seiner Werfe er barmt ?

Und wie weit, M. Br., wie über alles Erwarten weit geht diese Aehnlichkeit; fogar an die Bestimmung zu einer ewigdauernden Wirksamkeit erinnert uns die Auferstehung Jesu. Daß Er fich nach seiner Rückkehr ins Leben gerezt hat zur Redten der Mas jest åt in der Höhe und mit Gott gerrscht; daß er ewig und unablåssig Keresdhen und nie wieder aufhören wird, Heil- und Segen durch die ganze Schöpfung zu verbreiten: das ist fei. nem. Zweifel unterworfen. Aber ist er, wie der Apostel nach unserm Defte sagt, nidt der Erstling worden von denen, die da folafen? Sollen die Menschen, wie sie in Udam alle sterben, nidt in ihm alle lebendig gemacht werden? Mar DB nicht der grosse Endzmed seines Todes und seiner Auferstehung, allen, die an ihn glauben, ein ewiges Leben zu geben, und ihr Führer zur Linsterblickeit zu seyn? Sollen wir nicht so, gar Theil an der Herrlichkeit haben, die ihm der Vater gegeben hat, und so wir mit ihm leiden, a ud mit ihm herrsden? Wel. de Bestimmung, M. Br.! So haben wir denn das Daseyn erhalten, um es nie wieder zu ver, lieren. Wir haben das Leben empfangen, um es in Ewigkeit fortzuseßen. Wir sind mit Kråfo ten ausgerüstet, um sie ohne Áufhören zu üben. Wir þaben {aufbahnen angetreten, die ins Uite endliche führen, . Es ist uns ein Ziel angewie. fen, das, im Unermeßlichen liegt, dem wir uns nur durch ein ewiges Emporstreben, nur durch ein grånzenloses Fortschreiten någern können! Wie feierlich sind diese Tage, M. Br., wie machtig entrúcken sie uns den beklemmenden Schranfen des irdischen Daseyns; zu welcher freyen, herrlichen, von einem úberirdischen Glan. je beftralten Höhe geben sie uns empor !. Mit dem tiefen Gefühl unsrer geiftigen Natur, mit dem lebendigen Bewußtseyn unsrer unfichtbaren Verhältnisse, mit der wonnevollen Hinsicht auf unsre hinmlische Bestimmung, laffet uns dies felben 'feiern; und dem Auferstandnen huldigen, ibn verebren, ihn preisen, ihm. nadstreben; Amen.

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XVIII. 2 m zweyten Ofertage.

Text: 1 Petr. I. p. 35.

Kräftig geweet, zu einem lebhaften Gefüge unsrer geistigen Würde gebragt, über das ges Shnliche tråge Dafinleben, und gleidsam úber uns felbft erhoben zu werden: dieß ift eine

Wohlthat, M. 3., die wir viel zu wenig småten, und eben daher auch viel zu wenig suchen. Sind wir mit Geschäften belaftet, in allerley Verbindungen verwickelt und in immer. waprender Anstrengung; so haben wir voeder Zeit, nod Luft, eine höhere Richtung zu neh. men; wir find von unsern Sorgen und Arbeia ten so voll, daß wir faum an uns felber dens ten. Fühlen wir uns glüdlido, fónnen wir alle unsre Wünsche befriedigen und uns jeden Genuß des Lebens verschaffen: so sind wir viel zu zerstreut, haben viel zu viel mit unserm Ver. gnügen zu thun, und werden durch den Wec. fet sinnlicher Freuden viel zu febr angezogen únd þingenommen, als daß wir auch nur die Borstellung von einem andern und höhern zu. ftande fassen, gesoweige denn işn wünschen und

D. Reinb. Pred. ifter Band 16te Samml. B6 suchen

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