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um es kurz zu sagen, ein lebendiger Gla u. be an die 'Barmferzigkeit Gottes in uns entsteht: erst dann geråth unser Innres in Bewegung; erft dann erwachen die edlern Kråfte unsers Werens und fangen an, fich zu regen; erst dann fühlen wir es ganz, wozu wir geschaffen sind und was wir werden sollen. Was kann aber diesen Glauben, dieses Ver. trauen zu der unendliden Barmherzigkeit Got. tes mehr in uns beleben und fårfen, als die Auferstehung Jesu? Einen Beweis, ein Werk, eine Versicherung der göttlichen Huld gegen uns erblickt der Apostel nach unserm Tefte in dieser grossen Begebenheit, daher ruft er eben: nad Teiner grossen Barmherzigkeit hat Gott uns wiedergeboren zu ein ner lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jefu Cbrifti von den Todten. Und hat er nicht recht? Konnte Gott mehr thun, uns Vertrauen zu seiner vå. terlichen Huld einzuflössen, als hier geschehen ist? Können wir zweifeln, ob er unser Ge. Toledoc seiner Aufmerksamkeit würdige, da er zum Heile desselben ein solches Wunder veran. ftaltet Har? Können wir zweifeln, ob'er die Schicksale der Mensohen regiere und der unter. drúdten Unschuld fich annehme, da wir sehen; wie er die Ehre Chrifti gerettet und die Un. Yerdrůder desselben beschåmt fat ? Können wir jweifeln, ob er der Natur gebiete und alles in derselben nach Göbern Endzwecfen lente, da wir

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die Ausnahme gewahr werden, welche er bey der Auferstehung Jesu von den unerbittlichsten Gefeßen derselben gemacht hat? Können wir zweifeln, ob er geneigt fen, die Sünder zu bes gnadigen und uns Verzeihung widerfahren zu lassen, da wir wissen, Ebriftus sen um unsrer Sünden willen gestorben und um unsrer Sered rigkeit willen wie der aufer wedet? Können wir zweifeln, ob er uns im Tode erhalten und uns Unsterblicos Feit denken wolle, da er uns durch die Auferstehung Jesu gezeigt hat, wie er 'vom Tode erretten kann, da wir den, welder uns' ewiges Leben schenken soll, mit Preis und Ebre gefront und zum Herrn über alles erhoben feben? Nein, einen grössern Beweis, eine ftårkere Bürgschaft, daß wir von seiner Gnade und Erbarmung alles hoffen dürfen, konnte Gott uns nicht geben, als uns durch den Tod und die Wiederbelebung seines Sohnes gegeben ist; nichts fann unsern Glauben an seine Vater. Huld mehr beleben, als diese wundervolle Be. gebenheit.

Doch aus eine all må chtige unters ftů kung müssen wir erwarten können, wenn sich unsre fókern Kräfte ermuntern und in Thårigkeit gerachen sollen. Wir fühlen es freilid, Vernunft und Gewissen sagen es uns mit einem Ernste, dem wir nichts entgegens reken 'fónnen, daß wir uns von aller Sünde reinigen und Herz und leben bessern follen;

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daß wir zu nichts Geringerem beruffen fino, als Beilig, wie Gott, und vollfommen, wie der Vater im Himmel, zu werden. Aber wahrlich bey der Swachheit unsrer eds lern Kräfte, ben der Gewalt unsrer finnlichen Neigungen, ben den Hindernissen des wahren Guten, die wir in und ausser uns finden, wers den wir es gar nicht wagen, zu unsrer Belles rung Anstalten zu treffen, wenn wir nicht ers warten dürfen, Gott werde uns dabey unter ft ú ķen. Konnte uns aber Gott zu dieser Erwartung mehr berechtigen, fonnte er uns zu einem -glaubigen Rechnen auf seinen Benstand mehr ermuntern, als durch die Auf. erstehung Jesu? Wollet ihr sehen, was unsre Natur vermag, wenn sie nur Vertrauen auf Gott hat und entschlossen ihrer Pflicht gee hordt: ihr sehet es an dem Benspiele des Wufe erstandnen; ihm war es möglich, geforsam zu werden bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuße. Wolet ihr sehen, wie Gott der fåmpfenden Tugend zu Hülfe kommt, wie er fie auch in den schrecklichsten Augenblis cen nicht verläßt und ifr endlich den Sieg schenft: ihr sehet es an dem Beyspiele des Auferfandnen; nicht umsonst hat er am Tag ge seines Fleisdes Gebet und Fles hen mit starkem Geforen und Ihrge nen geopfert ju dem, der ihn vom Dode, fonnte aus helfen; denn er ift erhöret, darum daß er Gott in Efren

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hatte. Wollet ihr euch unterrichten, wie machtig Gott das wahre Gute zu befördern und zu verbreiten weiß: ihr feber es ' an dem Einflusse des Xuferstandnen; durch seine Auferstegung ist ein neues fittliches Leben in die Menschheit gekommen; durch die Predigt von seiner Auferftehung ist seine Gemeine auf Er. den gegründet worden, und wer zählt die Ed. Ten, welche durch diese Predigt ermuntert wore den find, mit ihm, dem Auferstandnen, in einem neuen Leben zu wandeln! Wol. let ihr euch überzeugen, daß ißr felbft auf eine Hößere Stuffe hoffen dürfer, wenn es euch mit eurer Besserung ein Ernst ift: erwaget nur den Hauptzweck des Auferstandnen; darum gieng er ja durch den Tod zum Vater, weil er den Seinigen den Geist renden, weil er ihnen einen Beystand verschaffen wollte, der ihrer Schwachheit in jeder Hinsicht zu Hülfe fáme; und ihr wisset, wie er sein Wort er, füllt hat, wie er fortfågrt, durch seinen Geift mit seinem Evangelio wirksam zu fenn. Auf die Kraft, die Jesum von den Todten aufer. weder gat, auf eine allmachtige Unterstüßung dürfen wir also rechnen, M. Br., wenn wir an unsrer Besserung arbeiten. Und wir sollten nicht Muth fassen? Unsre edlern Kråfte follo sen sich nicht regen und das Ihrige thun? Wir follten nicht zu beweisen suchen, daß wir durch den, der uns måd tig mat, alles vermogen?'

Zumal

Zumal da die Auferstehung Jesu aud den Glauben an ein fidores Gelingen nod belebt. Wo fichs vorberseben lågt, man werde fic vergeblic anstrengen und nie zum Zwecke kommen: da sejt man fich nicht einmal in Bewegung; man tråge mit Redot Bedenken, seine Bemühungen zu verschwenden. Die Ueberzeugung muß man haben, man werde nicht umsouft arbeiten, man werde wenigstens etwas ausrichten und zu Stande bringen, wenn man thårig werden und seine Kräfte gebrauden soll, Solen unsre höhern und edlern Fråfte wirk, sam werden: so können wir diese Ueberzeugung vollends nicht entbehren; mit Sicherheit můso sen wir darauf rechnen können, keine Verwen. dung für das Gute, feine Anstrengung für Wahrheit und Recht, für Dugend und Relie gion, bleibe ohne Nußen und Erfolg: wenn wir etwas unterne men und wagen sollen. Aber wie wohlthårig und ermunternd wirkt die Auf erstehung Jeju auch hier! Wirksamer fann das Höhere und Göttliche, welches in der mensch. lidhen Natur verborgen liegt,“ nicht werden, mehr fann és nicht unternehmeti, größre Dinge fann es nicht wagen, als der Herr unternom. men hat. Und wie ist sein Wert gelungen! Wie viel hat er ausgerichtet! Wie unermeßlich sind die wohlthårigen Folgen seiner Anstren. gung, und wie sehen wir ihn felbft Durd leis den des Todes mit Preis und Ebre gefront! Das sollte uns nicht ermuntern ?

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