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Rus aufrid tenn nicht blos das Ver wabre lorete in Ifrael sollte er wieder brin gen; auch das licht der Heydea follte er werden, und das Heil Gottes bis an das Ende der Welt reyn. Noch giebt es unzählige Henden, deren Licht er noch nicht ist; es giebt' ausgebreitete, unser kleines Europa durch ihre Grosse weit übertreffende Lånder, wo man von seinem Heile noch nichts weiß. Was sollen wir sagen, M. Br., daß sein große fes Wert eine so unerwartete Richtung nahm; daß es so mächrig nach Europa drang, und fich hier so wunderbar ausbreitete; daß es. fico auch in unsern Gegenden festsezte, und so viele öde und traurige. Sånder in Paradiese verwan. delte, daß es hier fortdauernde und immer Herrlichere Wirkungen hervorbrachte, während es aus so vielen andern, von Natur weit glúcii. dern Gegenden wieder verschwand; daß es das kleine Europa zu dem gebildeteften, måchtigsten und glücklicosten Theile der Welt umsouf, und ihm die Ueberlegenheit gab, die es behauptet: woßer dieß alles, wem sind wir diese Auszeichs nung, dieses glückliche Loos fouldig? Waren unsre Voreltern etwa beffer, als audre Hen. den? Verdienten sie es mehr, als so viele weit zahlreichere Vólfer der Erde, durch Chriftum erleuchtet und beglúdt zu werden? Oder wob. ten wir thöricht genug reyn, uns für würdiger, als andre Mensden zu halten, und die Aus, zeichnung, die uns durch Christum widerfahren

ifte

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६.

ift, als etwas anzusehen, das Gott uns raput. dig war? Doch nein, nein, so können wir uns nicht vergessen; wir können es nicht unbemerkt lassen, na dem Wollgefallen reines Willens, ohne alles Derdienft auf unsrer Seite, bat Gott uns erwåblet in Efri fto Jesu; aus Gnaden sind wir relig worden, nicht aus uns, Gottes Gabe ift es, nidt aus den Werfen, auf daß side nid Jemand růkme. Und das sollte uns nicht rühren, M. Br.? Wir sollten uns nicht zur innigsten Dankbarkeit verpflichtet fühlen? , Wir sollten es nicht mit froßem Erstaunen er. kennen, was uns durdo Chriftum zu Theil wor, den ist, welder finsterniß e uns entrissen, aus welchem Elend er uns errettet, zu welchem Glúd er uns erhoben þat? Wir sollten nicht rufen mit dem Apostel: gelobet ren Gott und der Vater unsers Herra Jesu Chrifti, der uns nad reiner grossen Barmger. zigkeit wieder geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung; zu einem unvere g

ånglichen und unbe fledten und un. verwelfliden Erbe, das befalten wird im Himmel!

Doch ben Empfindungen des Dants und der Freude darf es sein Bewenden nicht fao ben; die Bestimmung unsers Herrn verpflichtet uns vielmehr durch ihren End; weď zur géo wissenbaftefter Benukung. Unfre Ecs

leud.

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leudtung, unsre Besserung, unsre ewige Beo glückung ist dieser Endzwed, das hat fich vor. hin gezeigt. Uber kann er bey uns erreidt werden, wenn wir nidt das Unsrige thun, wenn wir von den Vortheilen, die uns durch Chris ftum erworben sind, nicht Gebrauch machen wola len! Freilich ist Christus unser licht; aber leben nicht unzählige, die fide Chriften nennen, bey allem Glanze des Evangelii, in Unwissens Beit und fast heydnischer Finsterniß; müssen wir uns nicht dem Lichte öffnen, müssen wir den Unterricht des Evangelii nicht benußen, müssen wir nicht unaufbórlick zu wachsen suchen in der Erkenntniß, wenn wir Kinder des lidts werden wollen? Freilich ist Christus unser Wersohner und das Opfer für unsre Sünde. Aber versomåfen nicht Un. zählige, die sich Chriften nennen, ben alem 34. ruf: larret eu do versohnen mit Gott, die dargebotene Gnade; müssen wir nicht unser Elend fühlen lernen, müssen wir nicht allem Stolz auf eignes Berdienft entsagen, müssen wir nicht glaubig einwilligen, ohne Verdienst geredt zu werden aus seiner Gnade, durde die Erlösunge so ourd Jesum Ekriftum geroeben ist, wenn uns gehole fen werden foll? Freilich ist Chriftus unser Befrener von der Sünde relofte und unser Retter von allem fittlichen Verderben; aber beharren nidt unzäßlige, die fico Egriften nennen, bey allen Ermunterungen, der Peilia

gung

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gung nachzuiagen, in hendnisden Saftern, und in Ausschweiffungen aller Art; müssen wir nicht von neuem geboren werden durch das Mort der Wahrheit; muß es uns nicht ein Ernst mit unsrer Besserung werden; můso fen wir die Ermunterungen zum Guten, die Mittel der Tugend, die neuen himmlisden Sträfte, die uns das Evangelium fchenft, nicht anwenden, wenn es anders mit uns werden roll? Freilich ist Christus das Heil Gois tes, und will auch uns erlösen von allem Uebel; aber bleiben unzählige, die sich Christen nennen, ben allen Mitteln der Wohlfahrt, nicht im tiefsten Jammer, geben sie nicht einem ewi. gen Verderben entgegen? Nur wenn wir den Evangelio gehorsam werden, M. Br., nur wenn wir denken und Handeln, leben und wirken, empfinden und geniessen lernen, wie es wahren Christen geziemt, nur dann werden wir inne werden, in weldem unaussprechlich hohen Sinne Christus das Heil Gotres ift; nur dann wers den wirs erfahren, daß er den Seinen Leben und volle Genúge giebt; nur dann wec. den wir hier soon selig seyn, und noch weit mehr in der Ewigkeit erwarten. Was wåren wir, M. Br., welches Gericht würden wir uns zuziehen, wenn wir von den Vortheilen, die uns durch die Bestimmung unsers Herrn, die uns durch so ausserordentliche Veranstaltungen verschafft worden find, krinen Gebrauch machen, penn wir nicht dafür sorgen wollten, daß der

groffe

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groffe Endzweck jener Beftimmung an uns ers reidt werde!

Und wahrlic, je mehr wir aus eigner Er, fahrung wissen, daß. Eşriftus das licht der Hey, den, und das Heil der Welt ist: desto mehr wird uns endlich der Ausgang, seiner Be. ftimmung zur tiefsten Verehrung seiner Person verpflidten. Denn wie ihn Gott erhöht, welchen Namen er ihm gegeben, mela che Anstalten er getroffen hat, daß fich vor Chrifto beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel, auf Erden und unter der Erden sind, das wisset ihr; allé 3 ungen sollen befennen, daßges sus Christus der Herr Teos zur' Ebre Gottes des Vaters. O diese Huldigung, M. Br., diese Huldigung, wer ift fie dem Herrn mehr sõhuldig, als wir? Hat er fich nicht für uns erniedrigt und Knechtsgestalt angenommen? Ist er nicht für uns gehorsam worden bis zum Tod? Hat er nicht für uns das grosse Werf vollendet, das ißm der Vater gegeben hatte? Und wir folten uns nicht anbetend vor ihm nies derwerfen? Wir sollten nicht rufen mit allen feinen Geretteten: du bist würdig zu neho men Lob und Ehre und Preis und e. walt von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn du haft uns Gott erkauft mit deinem Blute aus allerley Gerdledt und Zungen und Volt und Heyden? Und wie willig werden wir uns vor ihm beugen,

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