Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

Blieben wir gleichgültig und ungerührt beym Andenken an unsre vollendeten Wohlthåter und Freunde; fonnten wir von dem, was fie gewesen sind und gethan faben, mit Unempfinds lichkeit und Kålte, wohl gar mit einer durch scheinenden Geringsdåßung sprechen: fo würden wir weniger fie, als uns selbst entegren, wir würden ungeredet gegen fie renn und uns als Undankbare brandmarken. So falle es denn in die Augen, daß wir fühlen, was wir au un fern vollendeten Wohlthåtern und Freundén gee habt haben; man erkenne es aus der Achtung, mit der wir sie erwähnen, aus der Wärme, mit der wir von ignen sprechen, aus dem Ernst, mit weldem wir ihre Ehre vertheidigen, aus dem Eifer, mit welchem wir ihre Verdienste rühmen, aus den Thråpen, die wir ißrem Ans denken widmen, wie theuer fie uns gewesen sind. Und wahrlich, sind wir nicht ganz unwürdig ges wesen, von guten Menschen gefannt und geliebt zu werden; ist ihr Einfluß auf uns nicht ohne ale bessernde Folge geblieben: so wird sie sich von felbft finden, wird sich unsers Herzens gleich. fam unwillkürlich bemadrigen, die Rührung, von der ich spreche; sie werden nicht vor unsrer Seele erscheinen fønnen, die ehrwürdigen Bilder unsrer vollendeten Wohlthäter und Freunde, ohne daß unser Jnares in Bewegung geriethe. Verge. genwärtigen wir uns volends die einzelnen Fålle, wo fie fido unsrer ganz besonders annahmen, wo fie uns mit Güte- zuvorkamen, wo sie uns dur

igre

DO 3

ihre Nadolicet beschåmren, wo fie uns mit un. verdienten Wobligaten übergåuften, wo fie wohl gar unsre Ritter vom Verderben wurden; erwå. gen wir fugleid, wie pe dieß ales thaten; mit welder Schonung, mit welcher freundlid teit, mit 'welder himmlischen Großmutg und Uneigen. nútzigkeit: würde da ein menschliches Herz in uns ferm Busen schlagen, wenn nicht Gefühle der Udrung und Bewunderung, des Wohlwolens und der Liebe, der Dankbarfeit und Sehnsucht in uns erwachten; wenn wir durdo folche Erin. nerungen nicht ergriffen und erschüttert würden?

Dann werden wir unsre Vollendeten auch dur do frey můrkiges Gefteben derren ehren, was wir ihnen zu verdanken Haben. Es ist vorhin don bemerkt worden, das meiste Gute, welches wir besigen, ist durdo den Einfluß wobsthåriger Menschen entweder in uns geweckt, entwidelt und gepflegt, oder uns von ihnen gegeben und mitgetheilt worden. Sind wir aufmerksam auf den Gang unsrer Bildung gewesen, tönnen wir uns zurüderin. nern, mie alles ben uns entstanden ist, wie es fide nach und nach gebildet und vermehrt gat, wie wir von einer Wolfоmmenheit zur andern fortgesdritten find: so werden wir sogar anges ben und nachweisen können, woher jeder unsrer Vorzüge rührt, wem wir jeden Theil unsrec Bildung zu verdanken haben, wer uns ben jedem Fortsdritte behúfflich gewesen ist, weldes Verdienft jeder Wohlthåter und Freund fich

-: um uns erworben hat. Und das lasset uns

nicht verhehlen, M. Br., das lasset uns zum Ruhm unsrer Volendeten vor aller Welt ge. fteben; laut lasset es uns rühmen, ro bald mic eine Gelegenheit dazu finden, was wir durdo fie und unter ihrem Beystande geworden sind. Dean wåren wir gerecht, wåren wir dankbar, wären wir aufrichtig und wahr, wenn wir nicht To handeln wollten? Und dürfen wir uns (dåmen, die Schuldner unsrer Vollendeten zu fenn und so viel von ihnen empfangen zu has ben? Ist es nicht die Ordnung Gottes, daß die Menschen einander weden und ermuntern, einander belehren und bilden, einander forthels fen und weiter führen sollen; und würde man uns nicht mit Verachtung ansehen müssen, wenn wirs läugnen wollten, diese Einrichtung habę auch ben uns Statt gefunden? Die redlichen Geständnisse endlich, wie viel wir unsern. Dola lendeten fduldig find; die rúfrenden Dank. sagungen, in die fich unsre vollen Herzen zu. weilen ergiessen; die augenscheinlichen Beweise, weldbe wir hiemit geben, wie viel fide durdo gemeinnütiges Wirken ben empfänglichen Men. sden ausrichten lasse, wie man durch dasselbe aud nach dem Abschied von der Erde node immer auf derselben thårig feya fónne : welde Eindrúde werden fie auf die Mitlebenden ma. den; wie Manchen werden fie. zu dem Eifer begeistern, auch in seinem Kreise etwas Gutes zu sobaffen; wie viel werden fie beytragen, den

Geist

DO 4

[ocr errors]

Geist einer gemeinnütigen Geldäftigkeit auf Erden zu erhalten und zu verbreiten !

Doch diese Wirkung muß das Andenken an unsre im Herrn vollendeten Wohltpåter und Freunde vornehmlich ben uns selber hervorbringen.

Muthige Entsolierungen find nehmlido das lezte, was zu einem feiernden Un. denken an fie gehört; wir follen den unver. brüdlichen Voriaß fassen, uns nach ihnen jubilden und andern zu werden, was sie uns waren.

Welder Ende fca u et'an, ruft der Apostel in unserm Tefte, und folget ihrem Glauben nach: Reißen und verpflichten soll uns also das Vorbild unsrer im Herrn vollena deten Wohlthåter und Freunde, ihren Geist und Sinn anzunehmen und den Glauben zu bes weisen, durch welden fie so ehrwürdig gewesen find, durch welchen, fie gesiegt haben. Und fordert uns nidht alles zu diesem Entschluß

Glauber ihr, Gott fabe solche Muster umsonst vor unsern Augen aufgestellt; muß es nicht seine Absicht seyn, uns durch sie zu wecken und zur Nachahmung'ju reißen? Und womit tónnten wir uns entschuldigen, wenn wir uns weigern wollten, ihnen nachzustreben? Sft ise Benspiel nicht der klare Beweis, es ist móg. lido, es ist sogar leidt, unter dem Benfiande Gottes den Glauben zu fassen, der so wirksam in ihnen war und durch diesen Glauben christa {idhe Tugenden aller Art darzureiden? Kann

auf?

[ocr errors]

es uns endlich anschaulicher und einleuchtender werden, welche Würde dieser Glaube giebt, welche Vorzuge er unsrer Narúr verschafft, wele chen Trost er unter allen Umftånden gewahrt, zu welchem Frieden der Seele er schon auf Erden führt, wie machtig er den Geist über alles Troisde erhebt, wie empfänglich er ihn für die Sesigkeiten des Himmels madt, als wir es an den Mustern unsrer Vollendeten gewahr werden? Müften wir nicht gleichgül. tig gegen alles feon, was unsre Udrung und unser Bestreben verdient, und alles menschliche Gefühl verloren haben, wenn dieser Unblic uns nicht rühren, wenn er uns nicht zur Nach, ahmung begeistern sollte ? Versprechen, theure Vollendete, vor dem Angesichte Gottes ver, sprechen wollen wir es also: nicht umsonst sol euch unser Auge erblickt, nicht umsonst foll unser Herz euern wohlthårigen Einfluß empfun. den, nicht umsonst roll unser Geist euern Glaua ben, euern Siampf, euern Sieg beobachtet has ben. Wir wollen uns ermannen; wir wollen den Fußstapfen folgen, die ihr uns gelassen habt; wir wollen Gott bitten, daß er es uns gelingen lasse, euch immer åhnlicher zu werden, und uns einst, wenn unser çauf zu Ende iste in eure siegreichen Kreise führe.

Nur lasset uns nicht vergessen, M. Br., daß wir uns noch ganz vorzüglich entsdlieffen müssen, andern zu werden, was Jene uns waren. Denn zu núßen, alles um fic

ber

DOS

« ͹˹Թõ
 »