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her zu erleuchten, zu bessern und zu Gott zu führen, so viel Gutes, als möglich, auf Erden zu schaffen: dieß war der Sinn und das Streben unsrer im Herrn vollendeten Wohlt åter und Freunde; darum baben wir ißnen eben so viel zu verdanken, darum find fie uns eben so wichtig geworden. Können wir ihr Andenken würdiger fenern, ale wenn wir an ihre Stele treten, als wenn wir das Werf, welches ihnen so febr am Herzen lag, eifrig fortseken, als wenn wir dem jungern Geldledre zu werden suchen, was sie uns waren? Würden fie uns, wenn fie uns igren Willen erklären fönnten, dieß nicht aus. drúdlich zur Pflicht machen? Ist dieß nicht der einzige Dank, den wir ihnen für ihre Wobltha, ten darzubringen vermogen, der einzige, den fie

von uns erwarten? Und werden wir hoffen důrs - fen, werden wir würdig fenn, ihnen einst bengea fellt zu werden und Theil an ihrer Herrlichkeit zu nehmen, wenn wir nicht treu gewesen sind, wie sie; wenn wir uns durch gemeinnütiges Wire ten nicht fähig gemacht haben, úber mehr ges feftju werden, und au do einzugeben zu unsers Herre Freude? Solarfet uns denn Gutes tun, geliebte Brüder, und niot múde werden; larset uns wirf en, weil es Eag ist, und alles um uns ber beso fern und beglúden; lafset uns dafür sorgen, daß die dankbare Nadwelt auch unser Andenfen mit freudiger Rilrung feiere, und an dem Bilde des Glaubens und der Tugend, welches wir einft zui

rúd,

rüdlassen, fido ftårte und erwärme. Wie leicht wird uns dann der Abschied von der Erde wers den; wie getroft, mit welden Hoffnungen, unter welden Vorgefüblen einer ewigen Wiedervereini. gung werden wir uns dann zu eud emporidwin. gen, vollendete Wohlthäter und Freunde, um mit eud dageim zu feyn bey dem Herrn; um in feiner Gemeinschaft nod weit größre, um ewig dauernde, himmlische Werke zu wirken; Amen.

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XX.
Am Sonntage Jubilate.

Sert: Joh. XI. v. 25. 26.

In ,

n die Freude, mit welcher wir den Sieg unsers Herrn über den Tod betrachten und das Andenken an seine Auferstehung erneuern, misoht fido, wir fónnen es nicht hindern, M. 3., håuffig ein Gefühl der Wehmuth, das unser ganzes Herz durddringt und jene Freude nicht wenig mindert. Er hat überwunden, das ist am Tage; Tod und Grab haben ihn nicht zu fesseln vermodt; Gott hat ihn aufer wecft, wie der Apostel fagt, und aufgeld set die Somerzen des Todes, nad oem és un. möglich war, daß er rollte von ihm gehalten werden. Und welche Verherr. lichung war mit diesem Siege verknüpft; wie ist er durch leiden des Todes mit Preis und Ehre gefront; wie fat ihn Gott erhöht und ihm einen Namen gege ben, der über alle Namen ift! Bey uns gingegen, das fónnen wir uns unmöglich perbeblen, finder von diesem alen nichts State.

Ueber

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Ueber uns behauptet der Tod seine ganze fürde terliche Herrschaft; er, raubt uns das Leben, so bald unsre Stunde kommt, und begråbt'uns in den Staub der Erde; und da erscheint fein dritter Tag, der unserm leichnam Leben bråchte; die Beute einer grausenvollen Verwesung wird er vielmehr; und vollzogen, ohne alle Soos nung vollzogen '

wird an ihm der uralte use spruch: Du bist Erde und rollft zur Erde werden. Dieser Unterschied zwisden unser m Sdidfal und dem Schicksale des Auferstand. nen sollte uns nicht rúhren? Wir follten den Abftand, welcher uns von ihm trennt, nicht mit grosser Demüthigung empfinden? Es wäre zu verwundern, wenn sich unser Auge, das freudig zu seiner Herrlichkeit emporblict, all. måhlig mit Thränen der Wehmuth füllt, und Zulegt nichts weiter vermag, als unser trauriges loos zu beweinen?

Aber ist der Unterschied zwischen uns und dem Auferstandnen denn wirklich so groß, als er uns beym ersten Blick erscheint ? Hat fein Sieg über den Tod, hat seine glorreiche Rück. kehr ins Leben, für uns gar keine wohlthårige Folge gehabt? Ist unser Tod nach dieser groso sen Begebenheit noch immer, was er stets ge. wesen ist, und uns auf feine Weise erleichtert ? Erlófer in dem hohen Sinne, in welchem wir diesen Ausdruck gewöhnlich nehmen; Bes freder von allem Bisen, wie es auch Namen haben mag, fönnte der Herr doch unmöglich

reyn,

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fenn, M. 3., wenn dieß so wåre; dann wären wir ja dem größter Jammer, der ein leben. diges Wesen treffen kann, noch immer ausa gerezt; wåren nicht bloß der Mothwendigkeit unterworfen, ihn erfahren zu müssen, sondern auch eben so sehr ogne Trost und Hoffnung bey demselben, als man es ehemals war.'. Aber iţr werdet es selbst füßlen, die ift soon dar. um der Fall nicht mehr, weil wir an Christo wenigstens ein Benspiel vor uns haben, daß unfre Natur "den Tod zu besiegen vermag; weil wir nun durch eine unlåugbare Thatsache vers fichert find, unser eigentliches Selbft werde ben der Trennung vom Körper weder vernichtet, noc unfähig gemacht, in neue Verbindungen überzugeben. Und sollte dieß der einzige Vor. theil regn, den wir dem Auferstandnen in Abs ficht auf unsern Tod zu verdanten haben? Solte fich der wohlthåtige Einfluß desselben auf unsre Befreyung vom Tode nicht viel weiter erftreden?

Er, das ist unlåugbar, Er hat allerdings unendlich viel versprochen; als die Aufers fte hung und das leben hat er sich anges tündigt; er bat zu verstehen gegeben, nicht nur ihrer Unsterblichkeit gewiß fönnten alle rena, die an ihn glauben würden; sie po úrden eigentlid gar nido megr fterben; der Dod würde für fie so gut wie aufgehoben seyn. Der Tert, welchen ich jezt erklären sol, ento hält alle diese Zufiderungen, und ihr findet sie in den Reden unsers Herrn überal wiederholt

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