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und beftätigt. Aber lasset uns geftehen, diesen Einfluß des Auferstandnen auf unsern Tod machen wir uns viel zu wenig flar; wir über. legen viel zu wenig, was der Tod wahrer Chris ften denn eigentlich ist, und welche Veränder rungen duro Chriftum mit demselben vorge.

Der Eert, über welchen ich jezt sprechen foll, nöthigt uns gleichsam zu dieser Untersuchung; und wir werden unsre Betrach. tungen über die Auferstehung Jesu, wir were den die frohe Feier dieser grossen Begebenheit nicht besser fortseken können, als wenn wir uns auf jene Untersuchung einlassen, als wenn wir näher zu bestimmen tracten, was wir unsermo Herrn aud in Abfidet auf unsern Tod soul. dig find. : Móge er felbst mit uns feyn und uns das Heil, das in ihm ist, lebhaft empfins den lassen! Wir fleben um diese Gnade in ftiller Andacht.

Text: Job. XI. 0. 25. 26. Einer Schwester, welde den früßen Tod ihres geliebten Bruders betrauerte, sagte der Herr die merkwürdigen Worte, die id eudo jezt vorgelesen habe, M. 3., sagte sie in eben der Stunde, wo er diesen Bruder aus dem Grabe hervorruffen und ißn seinen beyden Schwe. ftern wiedergeben wollte. Ich brauche es eude nidot bemerklich zu maden, wie wichtig dieser Aussprude gerade durch diese Umstånde wird. Es ist so viel, was der Herr pier begauptet;

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er legt fido eine Macht bey, welche mensdo liche Kräfte weit übersteigt; er" erklärt sich ges radehin für den Geber des Lebens, für den Sodpfer eines neuen bessern Körpers, für den Urheber der Unsterblichkeit. Aber er beweiset auch auf der Stelle, daß ei nicht zu viel fage; er giebt einem Todten, der schon seit einigen Tagen im Grabe gelegen hatte, das Leben wie. der; und es ist ein blosses Machtwort, woo durch er diese Veränderung bewirft; es ist nichts weiter nöthig, als der Zuruf: lazare, komm beraus! um einen Leichnam, der schon in Ver. wesung übergegangen war, zu beseelen und mit neuer Lebenskraft zu erfüllen. Um so mehr verdienen die Worte, welche der Herr bey dier ser Gelegenheit sprach, und welche er mit einem folden Beweis unterstüzte, unfre Aufmerksam. feit; zumal, da sie uns selbst angehen, da fie bestimmen, was auch wir beym Tode von demn Herrn zu erwarten Haben.

ueber den mådtigen Einflus Chrifti auf den Tod seiner Glaubigen wollen wir also dießmal weiter nachdenken. Vor allen Dingen lasset uns von ihm selbft lernen, worinn dieser Einfluß besteft; lapset uns untersuchen, was der Herr denen, die an ihn glauben würden, in Abfidt auf ihren Tod zugesagt und versprochen hat. Sodann wollen wir sehen, worauf rice dieser Einfluß gründet, und welche Ursachen wir haben, uns desselben mit aller Gewißheit zu trösten.

Zulezt

Büleft wollen wir noch bemerken, 10038 un si diefer Einfluß verpflichtet, und uns, ju einer treuen Befolgung dieser Obliegenheiten era muntern.

Dürfen die, welde fich an Chrifum hala ten und ihn für ihren Erlöser und Herrn erfen nen, a:u dh bey.m Tode Gutes von ihmers warten; bewahrt er sich auch da als ihren Heiland und Retter; und worinn befteht die Hülfe, die er ihnen da er zeigt: diese ifts, M., 3., wonach wir fragen, wenn wir. Vor dem Einflusse Chrifti auf den Too seiner Glaubigen sprechen. Daben fren wir zwar als bekannt voraus, daß igm aud auf den Tod der übrigen Menso en ein Eins fluß zugeschrieben wird, denn der Vater hat it m ja Madt gegeben über alles Fleisch. Allein diesen allgemeinen Eins fluß lassen wir jezt darum unerórtert, weil in unserm Tefte bloß von demjenigen die Rede ift, welden er auf den Tod seiner Glau. bigen åussert. Folgen wir nun bey Beant wortung der Frage, worinn dieser befona dre Einfluß befte he, dem Herrn selbst in unserm Tefte : so müssen wir die Verstorba nen und die Sterbenden von einander unterscheiden. Der Herr bemerkt zuerst, was er denen ren, die den Tod foon ges litten haben: id bin die Auferstehung und das leben, ruft er, wer an mide glaub'er, der wird leben, ob er gleida

D. Reind, Vred. ifter BARO 16te Sammlo E ftúrbe

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ft úr be. Er sagt aber auch, was er denen leifte, die den Tod erft leiden sollen; und wer oa lebet, fezt er hinzu,' und glaus bet an mich, der wird nimmer mehr fterben. Saflet mich von jedem Falle besona ders sprechen.

Worinn bestellt also der Einfluß Efrifti auf den Tod folder Glaubis gen, die bereits verstorben sind? Der Herr sagt es in unserm Teft auf das besimms tefte : er larre rie nidt nur dem Geifte nad glúdlid fortleben, sondern werde ifnen aud den Körper, aber verbero fert und umgeschaffen, wieder geben.

Ju feinen Solaf, in feinen Zustand ewiger Bewußtlosigkeit verfinfen die, welche an den Herrn glauben, bey ihrem Tode; noch weit weniger Hören sie auf zu reyn oder werden vernitet. Wer an mid glaubet, ruft der Herr, der wird leben, ob er gleido ft úrbe. Mag es immerhin das Ansehen haben, wil er sagen, beym Tode. ser alles aus, das eigentliche Selbst des Vero ftorbenen, der Geist desselben, sen versowunden, oder habe doch alles Gefühl verloren: er fábrt nicht bloß fort, vorhanden zu seyn, dieser Geist; er bleibt sich seiner bewußt; er empfindet und wirkt; er lebet im eigentlichsten Sinne des Worte; wer, an mich glaubet, der wird leben, ob er gleido ft úrbe. Nun hat zwar der

Glaus

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Glaubige diese Fortdauer des Lebens auch mit
denen gemein, die nicht glauben oder nichts
von Chrifto wissen; ihr Geift wird durch den
Tod eben so wenig vernichtet, als der Geift
der Glaubigen. Aber bemerket, daß der Herr
das Wort leben Håuffig von eiüem er wúníos
ren und glú olid en leben gebraucht. Wenn
er sagt: thue das, so wirst du leben:
To heißt dieß nichts anders, als es wird dic
wohl geben. Wenn er verfichert, Gott habe
seinen Sogn gegeben, auf daß alle, die an
ihn glauben, nidt verloren werden,
sondern das ewige leben haben: ro
füflet ihr alle, daß er von der einigen Seligs
feit redet. So ist es also auch hier zu vers
stehen. Micht bloß dem Geifte nach forts
Ieben soll der, der an ihn glaubt; auch
glúdlich roll er fortleben; eć sóll vor
allen Uebrigen voraus haben, daß er fiche seines
Daseyns freuen kann. Dieses glückliche Loos ende
lich sollen alle glaubig Verstorbene dem Herrn
zu berdan fen haben; daher sagt er gleich
anfangs: ich bin die Auferstehung und
das Leben. Sich erllárt er nehmlid für
den, der das Leben geben und erhalten kann.
Án wem wird er aber feine wohlthårige Macht
lieber beweisen, als an denen, die sich ihm
anvertrauen, die alles von ihm erwarten, als
an seinen Glaubigen; er låßt fie, dieß ist sein
måchtiger Einfluß auf ihren Tod, dem Geifte
nab glücklich fortleben.

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