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Aber noch mehr;: audden Körper will er ignen, und zwar verbessert und umgeschaffen, wieder geben. Niør bloß das Leben nennt er fich im Terte, son. dern auch die Auferstehung. In der gan. zen Schrift wird dieser Ausdruck von der Wie. derbelebung verstorbener Körper, von der Wies derherstellung des Leibes gebraucht, welchen die Gewalt des Todes zerstört hat. Und ift von Glaubigen die Rede, welche långst gestorben find: fo bedeutet das Wort Auferftehung eine neue Schöpfung, eine Wiederherstellung des Körpers zu einem weit bessern Zustand, eine Einridtung und Verherrlichung desselben für neue und Höhere Verhältnisse

. Daher rufe der Apofte!: es wird gefået verw eslid, und wird auferstehen unverwes lido; l.8 wird gefået in unehre, und wird aufo erstehen in Herrlid keit; es wird ges råer in Schwadheit, und wird aufero ftehen in Kraft; es wird gerået ein natúrlider leib, und wird auferfte en ein geistlider Leib. Es bedarf feines Bes weises, daß eine solche Wiederherstellung des Körpers gemeynt ist, wenn fich der Herr die auferftekung nennt; daß er also seinen Glaubigen ein Werkzeug des Geiftes verspridor, das mit den neuen, idhern und Religen Ver. bindungen, in welche sie durch den Tod úber. gegangen find, úbereinstimmt. Und so ist es denn entschieden, bey dem Einflusse, welchen der

Herr

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Herr auf den Tod seiner Verftorbenen äussert, haben sie in feiner Hinsicht verforen, aber wohl in jeder Hinsicht gewonnen; sie sind aus dem můževollen, beschwerlichen Leben auf Erden in ein höheres und glúcflideres übergegangen; und sole len für einen unvolltommnen und vergånglichen Körper, einen bessern und unsterblichen erhalten.

Doch nicht weniger måstig. ift nad unserm Terte der Einfluß Christi auf den Tod der Sterbenden; diefen find nehmlich nicht bloß die Soreden des Todes erleid. tert; auch sie gegen einer glúdliden Unsterblich feit entgegen.

Und wer da lebet und glaub'et an mich, sagt der Herr in unserm Terte, der wird nimmermer fterben.“ Daß fiec von feiner gånzlichen Auf bebung des Teibliden Todell die Rede seyn kann, ist am Tage. Mirgends far der Berr versprochen, er wolle feine Glaubigen von der Nothwendig. feit zu fterben befreyen; vielmehr war es eine seiner ausdrúdlichen Forderungen an sie, daß fie bereit feyn müßten, für ihn und die Wahr. heit den Tod zu leiden. Aber sterben heißt auch so viel, als mit grosser Beång fti. gung sterben, als die Sdrecen des Todes in ihrer ganzen Stårke empfinden, als den Tod mit troftloser Verzweiflung und mit qualvollen Ahnungen leiden.' So soll der, welcher an Efris ftum glaubt, nimmer mehr sterben. Zwar behålt der Tod aud ben ihm die Beschwerdeni,

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welche mit einer solchen Auflösung nach den Ger Teren der Natur verknüpfe find; ayd dem Glaubigen tonnen die Schmerzen nicht erspart werden, durch welche jede Todesart vorbereitet und bewirkt wird. Aber der Tod felbft fat nichts Schreclides mehr für ißn; er weiß nidro von jener Angst, von jener Verzweiflung, die den Unglaubigen beym Soeiden ergreift; er ftirbt eben so gelassen, eben so getrost, als er fich am Abend zur Ruhe legt und fich den Erquis dungen des Schlummers überlåßt. Für ihn ift nehmlich der Tod fein Unglücf megr; ein sanftes Entschlafen nach der Arbeit und dem Kampfe des Lebens, eine Befrenung von den Fesseln des irdischen Körpers und den Uebeln der Erde, die glúdliche Wiedergeburt zu einem neuen und beso fern Daseyn erblickt er in demselben. Und so ftirbt er denn, ohne zu sterben; er leidet den Tod, o ne feine Sorecen zu fühlen; für ign hat der Tod. alles verloren, was sonst elend macht, und sich in eine Veränderung verwan. delt, die ißm fogar vortheilhaft ift; er tann mit dem Apostel fagen: fterben ist mein Gewinn.

Und dieß um so mehr, da er a'u da einer glú&lido en unft erblichkeit entgegen. geht. Denn auch dieß liegt in dem Ausdruce : werda lebet und glaubet an mich, der wird nimmer mehr fterben.

Nie roll nehmlich ein Zeitpunkt eintreten, wo der wahre Glaubige alles Gefühls und alles Bewußtseyns

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auf immer beraubt würde; wo er nidhr weiter wirken könnte, und aus der Reihe der Dinge gleichsam versdowånde; der Ausdrud, niin mer. mebr fterben, sagt dieß auf das Bestimm. teste; denn stårker als so, das werdet ißr felbft fühlen, läßt fich der Begriff eines ununter. brodonen und nie endenden Lebens nicht ausjpre. den. .

Wer sich also vertrauensvoll an Chris ftum hålt, hat nicht einmal eine Unterbredung seines Lebens weiter zu fürdhten; der Tod trift nehmlich bloß den Körper; das eigentliche les ben, das Leben des Geiftes stórt er nicht; és dauert unter andern Bedingungen fort, dieses Leben, wenn der Geift vom Körper getrennt ift; und ist noch überdieß wahres Leben, ift eine erwünschte und glückliche Fortseßung des Daseyno in bessern Verbindungen. Welche Ver. spredungen, M. Br.! Welcher Einfluß Chrifti auf unsern Tod! Welche Verwandlung des Todes durch diesen Einfluß! Ihr werdet nun dett Apostel verftehen, wenn er von Christo sagt, er Habe dem Tode die Madt genommen, und das Leben und ein unvergånglis des Leben ans lidot gebracht duro sein Evangelium.

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Aber je grosser und wundervoller dieser Ein, fluß ist, desto mächtiger dringt fich die Frage auf: worauf er sich gründe, welche Urs raden wir haben, uns desselben mit Gewißheit zu trösten?

Und

. Und hier, müssen wir uns denn zuerft auf die göttlide Kraft und Würde Chrifti beruffen. Wäre Chrisius nichts weiter, als was wir alle find, nichts weiter, als Mend: fo, lasset ung gestehen, nicht bloß vergeblich und eitel würde alles seyn, was er von seinem Ein, fluß auf den Tod seiner Glaubigen sagt: für ejue Unmaffung würden wir es şalten müssen, die mit Unwilen betrachtet zu werden verdiente. Aber ist er, 'wofür er sich ausdrücklich erklärt hat, der Eingeborne des Vaters; nannte er sich darum die auferstellung und das leben, weil er von sich sagen, fonnte: wie der Vater hat das Leben in ihm selbér, so hat er dem. Sohn gegeben, das Leben zu ham ben in ihm selber; ift er, wie der Apostel es ausdrúdr, der Sohn, der Gott gereift hatjum Erben úber alles, durch wele den er auch die Welt gema dot bat, der Glang der Herrlichkeit: und das Ebenbild eines Wefens: fann es uns dann befremden, wenn er ruft: id gebe meis. nen so aafen das ewige Leben, sie follen, nimmer mehr um kommen, und Niemand foll sie aus meiner Hand reifren? Und warum sollten wir an der gått. lichen Macht und Würde, die sich der Herr zus geeignet þat, Zweifeln ?... Würde Er, deffen Weisheit, dessen Tugend, dessen Frómmigkeit alle gemein und selbst von feinen Feinden anerkannt war, fich haben anmassen können, was ihm nicht

gebührte;

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