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Den Verluft zu fürchten, welden wir beym Tode leiden, ist uns ja natürlic; jedes lebende Geldópf entsegt sich vor der Zerstörung seines We. Fens. Und ist der Verlust des Körpers nicht wirklich der größte, welcher uns hier treffen kann? Zerreißt der Tod, wenn er ung den Körper nimmt, nicht die genaueste und innigste Verbin. dung, in der fich unser Geist hier befindet? Kaubt er uns nicht das einzige Werkzeug, das unser Geist ben allen seinen Wirkungen nörnig hat? Lófet er nicht den Zusammenhang auf, in weldem wir mit der åussern Welt stehen? Macht er es uns nicht unmöglich, uns weiter in derselben zu Suffern? Und muß nicht auch fie für uns auf, gehört haben, für uns nicht mehr vorhanden seyn, wenn wir keinen Sinn, fein Werkzeug der Empfindung mehr für sie haben? Nicht einges bildet ist also der Jammer, welchen ihr beym Tode fürchtet, ihr alle, die ihr dem Tode mit Zittern entgegensehet; ein großres Unglück, als der Verluft des Körpers, scheint einem Geiste, wie der unsrige ist, schlechterdings nicht begegnen zu können; nicht nur alle Mittel der Wirf, famkeit und des Genusses, selbst die Bedinguna gen des Bewußtseyns und Lebens scheinen ihm entrissen zu seyn, sobald ißm der Körper ges raubt ift. Doch vielleicht kann unser Geist aude ohne ein' finnliches Werfzeug fido reiner bes wußt seyn; vielleicht kann es andre Bedingungen des Lebens und der Thårigkeit für isn geben, als die Verbindung mit einem Körper; virlleicht find Einrichtungen getroffen, bey welden der, vom Körper getrennte Geist nichts verliert, sondern fo... gar gewinnt."

Könnte ich es wagen, euch mit diesen Vermuthungen beruhigen zu wollen? Wür. det ihr mir nicht den gegründeten Vorwurf más den, daß ich euch über einen wirklichen, gar kei. nem Zweifel unterworfenen Verluft mit blossen Möglichkeiten zufrieden ftellen wolle? Könnet ifr euch nicht mit Recht darauf beruffen, eure Furcht, die Seele des Menschen werde durch den Verlust des Körpers in die traurigsten Umstånde versezt, fer der bekannten Ordnung der Natur weit gemåffer, als alle Träume vom Gegentheil ? Erraß, ich kann euch dieß nicht verdenken, und zwar völligen Erfaş verlanget igr also, wenn euch der Gedanke an den Tod nicht weiter forecks lich seyn soll., Und wollt mir, zu diesem Ersak kann ich euch Hoffnung machen; das Evangelium Jesu verspricht ihn auf das bestimmteste. - Nur gefået wird neħmlich euer Körper beym Tode, wie unser Dept sagt; er ist euch also nicht entriss fen, er wird noch weit weniger zerstört und ver. nichter. Ein Saamkorn ist er, das ihr in die Erde fallen lasset; das einer Verwandlung, einer andern Zubereitung, einer neuen Schöpfung uns terworfen wird.

Uber es bleibt ever; es ist eine Saat, die für euch emporblúht; ihr follet euern Körper wieder erhalten. Und dürfet ihr darüber fiagen, daß ihr ihn wenigstens eine Zeit lang entbehren soller? Wird dieser Verlust nicht über alles Erwarten vergútet ? Werdet ihr nicht Ff 5

für

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für einen verweslichen einen unverweslichen, für einen entfielten einen verherrlichten, für einen sawachen einen fraftvollen, für einen irdischen einen kimmlischen Körper erhalten? Und doch wolltet iþr beben, wenn die Zeit der Verwandlung kommt; wolltet zittern, wenn ihr das unbrauch. bar gewordne veraltete Gewand eures Körpers mit einem neuen und herrlichen vertauschen sollet; woltet euch beklagen, wenn ihr aus schwachen þinfáltigen Kindern des ersten Adams zu glúd, lichen, unsterblichen Genossen des Herrn vom Himmel umgeschaffen werdet? Muß ein Blick auf die fünftige Wiederherstellung und Verherr. lidung eures Körpers euch nicht auf immer bee ruhigen? Sebet ißr durdo fie nicht selbft eure tühnsten Wünfte übertroffen?

Doda ein roldher Blick låßt aude euch nicht ohne Trost, die ihr ganz entgegengerezte Wů nsche nå bret, die ihr gern fren son aller Materie wåret; euch gewährt er nehm. lich beruhigende Zuredt weisung. Es þat nie an Menschen gefehlt, M. 3., welche die Verbindung des Geiftes mit einem Körper für ein Unglück hielten; welche der Mennung waren, das edle, úberirdisde Wesen des Geiftes werde durch die Vermischung mit einem Theile der Materie gleichsam verunreinigt und entehri; welche fich daher nach ihrer Befrenung vom Körper fehn. sen, und dann als reine Geifter und erhaben über allen körperlichen Einfluß, wie Gott felbst,

leben

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leben und wirken zu können wünsten. Man darf sich nicht wundern, daß sich dieser Wund zu allen Zeiten geregt hat und sich noch immer regt. Daß der Körper den Geist oft beschwert und ångstigt, daß er das frene Emporfireben dess felben findert, daß er ihn zu Irrthümern und falschen Vorstellungen verleitet, daß er ihn durdo unbåndige Lüste bestürmt, daß er ifn oft wider seinen Willen zu Handlungen fortreißt, die ihn entehren, die er selbst mit Mißfallen betrachtet: wer fühlt dieß nicht; wem hat dieß nicht schon, oft die wehmüthigsten Seufzer ausgepreßt, wem hat es nicht den Wunsd abgenothigt, allen Fero feln des Körpers entnommen und über alle Ged meinsdaft mit der Materie, über allen Einfluß der finnlichen Natur erhaben zu seyn ! Хber fend ihr denn gewiß, daß ihr nichts Unmög. liches verlanget, ihr alle, die ihr diesen Wuns nábret? Der Unendliche ist freilich als ein rei. ner Geist vorhanden; et bedarf der Materie gar nicht; fie ist ihm weder als Werkzeug 'der Zhårigkeit

, noch als Gegenstand des Genusses nöthig; er ift fich in jeder Hinsicht selbst genug. Aber dürfet ihr von ihm einen Saluß auf euch machen? Wie -nun, wenn die Unabhångigkeit von aller Materie der unterscheidende Vorzug des Unendlichen ist, welcher beschränkten geisti. gen Wesen gar nicht mitgetheilt werden kann? Und wollet ihr denn fünftig abgesondert, ledig. lich auf euch beschränkt und gleichsam in euch felbst versenft, vorhanden seyn; wollet ihr mit

der

der übrigen Welt in gar keiner Verbindung fieken? láßt fich aber eine solche Verbindung denken, wenn fie duro nidis vermittelt wird; wenn ihr mit der åusiera Welt gar nidrs gemein habt; wenn eud das Werkzeug fehlt, durch wels des ihr Eindrúde von ihr erhalten und auf sie zurückwirken könnet? Zured o weisung, Bes richtigung eurer unvorfidtigen Wúníde ift also die Lehre des Evangelii von der fünftigen Wieder. herstellung des Körpers. Wäre es unserm Geiste möglich und núßlich, ohne Körper vorhanden zu feyn: so würde Gott nicht beschlossen haben, ihn von neuem mit einem Körper zu bekleiden; denn Gott thut nichts Ueberflüssiges und Unnages. Da er es aber beschlossen hat: so rehet igr, das Wesen unsers Geistes, seine Wirksamkeit, sein Zusammenhang mit der úbrigen Welt, das Wohl der Welt selber macht es nöthig, daß Geist und Materie, daß das Sichtbare und Unfidebare in immerwährender Gemeinsdaft stehe, und daß ige eud irret, wean ihr das Gegentheil für möglich haltet. Aber wie beruhigend ist die Zuredtweie sung, die euch hier zu Theil wird! Sol nicht alles fünftig aufhören, worüber ihr jezt flaget, was euch die Verbindung init dem Körper gleiche Tam verleidet? Werdet ihr weiter Ursache ga. ben, euch durch den Körper für belastet, für ent. ehrt, für geångstigt zu halten, wenn sich der nas súrliche Körper in einen geistigen verwandelt hat, wenn er ein Werkzeug, ein Gefahrte eures Gei. ftes geworden ist, den die Schöpferhand Gottes

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