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zu den größten Vorzugen veredelt, den fie dem Wesen des Geistes gleichsam genåsert far?

Und hier ist denn auch für eud Trost, ihr alle, die ihr die {aft eines sie den

erleiter rung rd mad tet. Hat euch die Natur einen entfiellten und gebrechlichen Körper gegeben; kat ihn der Unfall verftúmmelt und euch ganze Glieder desselben geraubt; fehlt euch ein Werfe geug der Empfindung, ift eurem Auge die Sonne auf immer erloschen, oder die tönende Natur für euer Ofr verstummt; traget ihr unheilbare Schäden an eurem Körper, und fühlet die ime merwåfrenden Qualen derselben; ist es wenige stens ein frånflicher, tausend Besowerden uns terworfener, euch unablåffig durch schmerzliche Empfindungen peinigender Leib, in welden ise gleichsam eingeferkere feyd: wer fann es euch derdenken, wenn ißr klaget; wenn eud euer trauriges Sdißfal mit Kummer erfülle; wenn ihr euch über das, was euch so zurúckfezt, so unfähig macht, so martert, faum berußigen fón. net; wenn euch der Gedanke, daß es auf Ers den feine Hülfe mehr für euch giebt, daß ihr eure Búrde bis zum Grabe werdet tragen muss fen, faft zu Boden drückt? Aber höret den Apostel in unserm Terte, unglüdlice Dulder, und fasset Murg. Es wird gesået in Uns ehre, ruft er, und wird auferstehen in Herrlido feit. Was sind die wenigen Jahre, die ihr noch zu leben habt? Wer weiß, ob

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sie nicht schon auf Monate, Wochen und Tage zusammengeschwunden find! Und dann wird er gerået, der entstellte, gerrúttete Körper, in wele chemißr, jezt feufzet;, dann nimmt ihn die Erde mit allen seinen Gebrechen in ihren verhúlenden, mütterlichen Sooos auf; verswunden, abgea than auf immer ist dann alles, was euch jezt an demselben beschwerlich ist. Aber er selbst ist nicht verloren. Es wird auferstehen in Herra lido feit, sagt unser · Tert. Welcher Gedanke, M. Br., welche Hoffnung! : Schöner wird er also Hervorblühen, dieser entftellte Korper ; mit neuen Vorzügen wird die Scópferhand Gottes ihn schmúden; sie wird ign mit einer Herrlichkeit umgeben, die ihr jezt noch nicht zu fassen vermo, get; nicht bloß das Ende eurer Noth erblicet ihr hier, ein beßres Daseyn strahlt euce schon ents gegen., o sie wird fommen, die glückliche Zeit, wo alle Spuren eures Jammers verschwunden feyn werden; wo euch ein Leib umgeben wird, der ein Wunder der Schöpferkraft Gottes ift; wo ihr euch felig fühlen werdet in seiner Gemeinsdaft. Wie wird fich dann die Schöpfung Gottes vor euch aufthun; mit welder nie empfundnen Wonne wird euch der Anblick ihrer Herrlichkeit erfüllen; wie wird fich der geistige Leib, mit welchem igr fie betrachtet, im Glanze derselben gleichsam spie. geln; welde Freuden werden euch, von allen Seiren ger, durch geschårfté, vielleicht neue, uns jezt noch unbekannte Sinnwerkzeuge zustrómen! So vergesset es denn nicht, wenn euch das Ge.

fühl

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fühl der irdischen Noth ergreift, wenn der Leib von Erde euch ångstigt, vergesset es nicht: es wird gefået in unehre, und wird aufo er ftehen in Herrlich feit.

Und nun ein Wort an euch, die ihr eu do durd euern Körper ben eurer Tyárig. teit berdorånft fúflet. Das Maas unsrer körperlichen Kräfte ist schon an sich nicht groß, M. 3. Das wissen wir aus Erfahrung; hier úbertreffen ans manche Gattungen von Thierea weit, und wir múffen eben daher ihre Dienste. zu Hülfe nehmen, wenn unsern dringendsten Bes dürfnissen Genüge gesdehen soll. Wie klein ist das Maas förperlicher fråfte vollendo ben fo vielen Einzelnen, die schwådlid aus den Hän. den der Natur hervorgegangen, oder durch ihre Lebensart verweichlidt, oder durch Krankheiten entnervt, oder durch Urbeiten erschöpft, oder durch das Alter gebeugt find! Und wenn nun euer Geist desto muntrer ist, ihr alle, die iße euch so entfråftet fühler, wenn euch die Pflicht grosse Anstrengungen gebietet, wenn euch die Um, ftånde zu wichtigen Geschäften auffordern, wenn euch euer Muth, euer Eifer, eure Begierde zu núßen und erwas zu Stande zu bringen, zu rasts loser Thårigkeit spornen: wie quält es euch, mit weldem Jammer werdet ihrs gewahr, daß eure Kräfte nirgends zureichen, daß fie mit eurem Wolo len und Sollen in feinem Verhältnisse stehen, daß ihr nie so viel auszurichten im Stande reyd, als ißr each vornehmet; daß ihr selbst dem Wes

nigen,

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nigen, das ifr etwa noch leistet, nie den Grad von Volfоmmenheit geben könnet, den es gaben follte.Aber verzaget nicht; haltet ißn nicht für vergeblid, den edlen Trieb zur Thårigkeit, der fico ro machtig in eudo regt; fürdoret nicht, daß ihr nie fåhig regn werdet, den Forderungen der Pflicht und den Bewegungen eures guten Wil. lens Genüge zu leisten. Es wir o gerået in Soo wa d beit, ruft der Apostel in unserm Defte, und "wird auferstehen in Kraft. Sebet fier, was euch bevorsteht und was ihr erwarten dürfet. Bleibe er immerhin schwach, der Körper, durch welchen ißr jezt wirket; ver. mindre es fido fogar, das Maas von Kräften, das ihr jezt verwenden könnet; feyd ihr im Kleis nen umd über Weniges treu, wie viel wird euch einft anvertraut werden, über welche Macht wer. det ihr gebieten fónnen; wie ausreichend und unerschöpflich werden die Kräfte eures fünfti. gen, eures verberrlichten Körpers seyn! Ja, M. Br., fort sollen wir schreiten; solen immer tauglicher in der groffen Haushaltung Gottes werden; rollen in grossere und wichtigere Wir. fungsfreise übergehen, wenn wir uns im Leben auf Erden zu etwas Höherem vorbereitet ha. ben. Wird euch der, welcher schon hier so viel an euch gethan, welcher euch die Vorstellungen von etwas Bebrem und den Willen dazu gen fcenft hat, nicht stårken, nicht mit neuen, uns erscópfliden Kräften rúften, so bald er euch weiter führt und in höhere Verbindungen bringt;

wers

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werdet ihr durd ibn und unter seinem allmåde. tigen Einfluffe nidt alles vermogen?

Doch auch ihr bedürfer Troft, Freunde der Wahrşeit und Erfenntniß, die ihr eud dur do euern Körper an der Erweiter rung eurer Einsidren gebindert fúka let. Wie mangelhaft ist, wenn wir alles ges nauer überlegen, schon unser sin'n lides Wire sen, M. 3. Mur durch fünferlen Werkzeuge der Empfindung empfangen wir Eindrücke von dem, was außer uns vorhanden ist; was sich uns durd diese Wertzeuge nicht bemerllic ma den und anfúndigen fann, ift für uns aud nicht vorhanden. Und wie unvillkommen find diese Eindrücke selber; wie dunfal und fawad find die meisten derselben; wie oft tåusden fie uns und beiten uns irre; wie weit weichen fię von einander ab, und durch welche Kleinigteiten werden sie verfálichr; und find fie auc nodo so richtig, nodo so lebhaft und stark, 'mie wenig bes lehren sie uns von der wahren Beschaffenbeit der aussern Welt, wie råtprelhaft und unerflår, lid bleibt uns die ganze Matur der Dinge um uns her! Unsre geiftigen und û bersin n. liden Vorftellungen endlich, die Schöpfungen unsrer Einbildungskraft, die Urtheile unsers Vera ftandes, die Solüsse und Betradrungen unsrer Vernunft, wie abþångig find aud sie von un. serm Körper; wie werden fie durch denselben er. schwert und befchrántt, in welche Verwirrung fann sie jede Zerrůttung desselben bringen, und D. Reinb. Preb. Ifter Band 1676 Samml.

wie

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