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wie oft macht er sie ganz unmöglich, und hins dert alles klare Bewußtseyn! Und es wäre euch zu werdenten, ihr alle, die ihr eud nad lidt. und Erkenntniß rehnet, daß igr euern Körper zuweilen mit einer Art von Widerwillen betrach tet; daß er eud wie ein dunkler Kerfer vor, kommt, in welchen nur hier und da ein matter Strahl der Wahrheit fáar; daß ihr eug geo rade da, wo ihr tiefer eindringen, wo ihr alles genauer erforschen wollet, von ißm gehindert und gleichsam gefesselt rehet? Aber fasset euch in Geduld, und ridoret euern Blick auf die Zu.

kunft. Daß igr foon jezt viel erfahren, viel , ,

mehr zu wissen verlanget, als euch auf eurem gegenwärtigen Standpunfte nöthig ist: wie fónn. tec ißr dieß låugnen? Sey das Werfzeug un. fers Körpers noch so unvollfommen, über unsre Lage auf Erden, über unsre Verhältniffe, über unsre Pflichten, über alles, was zu unseren Be. fteben, zur Uebung unsrer Kräfte und zur Vor. bereitung auf einen höhern Zustand nothig ist, können wir vermittelft desselben hinlängliche Aus. kunft erhalten; für unsre jeßigen Bedürfnisse ist unser Körper hinreichend. Erwachen aber böherein eudo; möchtet ihr die Dämmerung, die uns hier umgiebt, gern in volles licht verwandeln; wünschet ihr das unermeßliche Gebiet der Wahrs Beit, von weldem ihr hier noch so wenig ge. wahr werdet, mit freyerem Blick übersdauen zu können;. famadotet ihr zuweilen nach mehr

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Erkenntniß von dem unermeßlichen Reiche Got. teb, nada mehr Einsicht in die Ráthfel und Ges þeimnisse feiner Regierung, nach meşr Auffels lung der Zukunft und der Ewigkeit: so vergelset es nicht: es wird gesået ein na tú rs licher Leib und wird auferstellen ein geiftlider leib. Midt auf immer versagt ist end nehmlich, was euch jezt noch fehlt; ifr werdet zu seiner Zeit erhalten, wonado ifr euch sehnet; ein Körper foll euch einft befleiden, der felbft geistig ist, der alle Thätigkeiten eures Geis ftes begúnftigt und unterstüzt, der euch die Straß, len der Wahrheit ungetrübt zuführen, der euch die Sdöpfung Gottes in großrem Glanze und von neuen Seiten zeigen, der es euch möglich machen wird, euch von einer Stuffe der Er. kenntniß zur andern emporzufdwingeu. Jest ift unser Wifren Stúdwerk und uns ser Weissager Stú of wert.

Uber es kommt das Vollkommne und alles Stúdwert wird auffören.

Wir ses ben jezt durch einen Spiegel in eie nem dunklen Worte, dann aber von Angesicht ju ingeridt.

Das rey denn endlid aud euer Troft, ige Bessern unter uns, denen der Körper die A us übung der Tugend erso wert. Daß er duro reine Trågbeit unser Emporstreben zum Guten Kindert, M.Z.; daß er durch seine Eins flüsse unsre edelsten Gefühle verunreinigt;, daß er durch seine Widersezlichkeit unsre beften Vor.

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fåße vereitelt; daß er durch seine Triebe nur alljuoft die Freyheit unsors Willens úbormåle tigt; daß er uns durch seine mådrigen Lüfte uidt selten zu Handlungen fortreißt, die wir ohne diesen Antrieb nie verridtet båtten, die wir mit Webmuck und Abideu' betrachten: wer weiß dar nidot; wer madt nicht råglido holde Erfagrungen; wer wird es nidt zuweilen mit Soreden gewahr, wie fürchterlich die Gewalt des Thierijden in ißm ift, und wie wenig alle seine Anftrengungen dagegen vermogen ? Und das fühlt Niemand somerzlicher, als ißr, die ihr euch gern reinigen módtet von aller Bes fledung des Fleis des und des Geis ftes. Wenn euch euer Körper Empfindungen aufdringt, die euer Gewissen mißbilligr; wenn er euch an Beftrebungen findert, die euch die Pflidt gebieter; wenn er eure redlichsten und reinften Gefinnungen durch eigennúßige Rúd. fidhten gleidsam trübt; wenn er eure muibig, ften und entsdolossensten Versuche im Guten durch seine Einwirkung unftäftig machr; wenn ihr eine mal über das Andre ruffen müsset: Wollen babe i do wohl, aber- Vollbringen das Gute finde id nid t; wenn sich euer Kör. per selbft in eure frommften Betrachtungen mit seinen Saudeleyen, in eure feurigsten Gebete mit seinen niedrigen Begierden, in eure frepeften Er. Kebungen zu Gott mit seiner Sinnlichkeit mischt, und euch bald wieder zur Erde berabzießt: wie gedemüthige und besoamt füplet ifr cudo da;

welder

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welcher edle Unwille regt fich da oft in eurem Innern; wie wenig fónnet ihr eud da enthalu ten, in die Worte der tiefsten Webmuck und des hódoften Somerzes auszubreden: o ide elénder Mensc, wer wird mide er løn fen von dem Leibe dieses Todes! Aber wohl eud, wohl uns Alen, fie ift foon ver, anstaltet diese Erldsung; ifr fónnet sie mit geo trofter Zuver ficht erwarten.

Es wird ges fået ein natürlider Leib und wird auferstehen ein geiftlider leib. Nein, geistlich fónnte er nidt leon, der Körper, den ihr in der Auferstehung erhalten werdet, wenn er ein Sik finnlider regelloser Begierden wäre, wenn nicht alle Sowadobeiten, alle Fehler, alle Unordnungen des Jrdisden von ifm entfernt was ren; wenn er nicht mit den edelften Bewegun gen eures Geistes übereinstimmte und die besten Beftrebungen desselben unterstüzte. Hat man einen natürliden Seib, fezt unser Tert nodo hinzu, ro hat man auch einen geisto lidhen Leib. Nichts fann euern Fortschritt vom Schlechtern zum Bessern, vom Jrdisden zum Himmlischen hindern; er ift Ordnung der Natur, ein þeiliges, unabånderliches Gerek der. selben. So war es also ist, daß euer Leib jezt unvollkommen ist und die Tugend euch er. fowert: so wahr ist es, daß er sich verwandeln und reinigen, daß er sie einft erleichtern und befördern wird. Glüdlich, glücklich, wenn ige schon jegt daran arbeitet, ihn zu regieren durch

die

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470 21ste Predigt, am Sonntage Cantate.

die Kraft eures Willens, ihn unbefleckt zu er. paltenvon den Verderbnissen der Sinnlickeit und des Lasters, ign zu der neuen Sdópfung, die ißm bevorsteht, zu dem soonern Emporblühen, um weldes willen er gefået wird, vorzubereiten! Wie werdet ihr dann einft erftaunen, über das Wert Gottes! Ja weldem hohen Sinne wird es dann auch bey euda wahr werden: es wird gerået in unebre und wird aufersten ben in Herrlidh leit. Und was werdet igr vermogen, zu welder Vollkommenheit werdet ihr eude auffdwingen, welche Wonne des Himmels werdet ihr empfinden, wenn ihr das Bild des Herrn vom Himmel tragen und eingegangen seyn werdet zu seiner Freude. Zu diesem Bilde tasse Gott uns einst Ale verklärt, zu dieser Freude uns Alle einst aufgenommen werden; Amen.

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